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Event des Stadtjugendrings

Teenie-Tag auf dem Herbstfest? Rosenheims Oberbürgermeister diskutiert mit der Jugend

Oberbürgermeister Andreas März nimmt Stellung zu den Vorschlägen der Teilnehmer, moderiert von Johannes Merkel, Geschäftsführer des SJR.
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Oberbürgermeister Andreas März nimmt Stellung zu den Vorschlägen der Teilnehmer, moderiert von Johannes Merkel, Geschäftsführer des SJR. 

Beim „bestimmt!“-Projekt des Stadtjugendrings diskutieren Kinder mit Politikern. Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März macht das Spaß, auch wenn es ihm die jungen Menschen nicht leicht machen.

von Kilian Schroeder

Rosenheim – Mirja Thome (13) und Emily Schober (13) wissen, was sie wollen. Wenn es nach ihnen geht, hat das Rosenheimer Herbstfest bald einen „Teenie-Tag“, mit etwas mehr Platz und einfacheren Zugang zu den verschiedenen Geschäften für Teenager – ganz ähnlich dem Kindertag. Den ersten Schritt, ihre Idee umzusetzen, haben die beiden Schülerinnen schon gemacht. Beim „bestimmt!“-Jugendbeteiligungs-Projekt des Stadtjugendrings haben sie ihren Vorschlag der Stadtpolitik, darunter Oberbürgermeister Andreas März (CSU), unterbreitet.

Breitgefächerte Themen

Emily und Mirja sind nur zwei der insgesamt rund 60 Kinder und Jugendlichen, die bei „bestimmt!“ am vergangenen Donnerstag ihre Ideen für die Stadt diskutieren und vorschlagen wollten. Bereits zuvor konnten sie online Vorschläge einreichen, die ein Team des Stadtjugendrings dann in verschiedenen Workshops gebündelt hat. Die Themen waren breit gefächert: Es ging um Jugendkultur, den Themenkomplex Sport, Freizeit und Bäder, um Mitbestimmung, Verkehr und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, das Klima und die Umwelt und um Konsum und Genussmittel. In den Workshops diskutierten die Jugendlichen unter Anleitung des Stadtjugendrings konkrete Forderungen, die später mit Vertretern des Stadtrats und der Stadtverwaltung besprochen wurden.

Diskussion als Lernfeld

„Die Jugend mischt sich mehr ein als früher, deswegen ist Jugendpolitik so wichtig“, sagt Markus Bundil, Sozialpädagoge und Fachreferent für politische Bildung des Stadtjugendrings. „Bestimmt“ ist bereits das vierte Jugendbeteiligungsprojekt – früher fand es unter anderem in den Schulen statt, doch um mehr Kindern die Teilnahme zu ermöglichen, hat Bundil es auf den Abend verlegt. Ihm ist wichtig, dass die Jugendlichen von der Politik ernst genommen werden. „Die Politiker sollen ehrlich sein. Nicht einfach alles versprechen, sondern uns erklären, was realistisch ist und was nicht.“ Die Diskussionen sollen dabei auch ein Lernfeld sein. „Die Jugendlichen können so sehen, dass Politiker normale Menschen sind und Politik kein Hexenwerk ist.“

In den Workshops sprechen die Jugendlichen über konkrete Maßnahmen, die die Stadt Rosenheim durchführen könnte. So geht es zum Beispiel über Solaranlagen auf den Dächern von städtischen Gebäuden, um eine mögliche autofreie Innenstadt oder um die Einrichtung eines Jugendparlaments.

Die Politiker aus dem Stadtrat und der Stadtverwaltung müssen immer wieder darauf verweisen, dass Rosenheim derzeit hoch verschuldet sei und deswegen weniger investieren könne, oder dass es nur wenig Platz für Band-Proberäume gebe. Aber sie versprechen auch immer wieder, sich für Themen einzusetzen – zum Beispiel für die bessere Ausstattung an Schulen oder dass die Beleuchtung von städtischen Gebäuden nachts runtergedreht wird. Wichtig ist den Leitern der Workshops immer wieder, dass die Politiker ihre E-Mail-Adresse hinterlassen, damit die Jugendlichen sie später danach fragen können.

Eine dieser Leiter ist Kathrin Steingraber (22). Sie ist zufrieden mit der Veranstaltung. „Klar, ein paar Kinder hatten auch utopische Wünsche. Aber viele haben gute Argumente eingebracht und haben auch kritisch nachgefragt.“ Sie wünscht sich, dass die Kinder ernst genommen werden. So geht es auch Mirja Thome und Emily Schober. „Es ist gut, dass die Politiker uns zugehört haben“, sagt Emily. Und auch die anderen Vorschläge hätten sie gut gefunden. „Gerade, dass nachts mehr Lichter im Park sind“, sagt Mirja.

Begeisterung vermitteln

Die Teilnehmer diskutieren am Lokschuppen über die verschiedenen Themen.

Am Ende des Abends ist stellt sich auch Oberbürgermeister Andres März den Forderungen der Kinder und Jugendlichen. Nicht immer kann er garantieren, dass sie umgesetzt werden – aber er versichert, dass die Teilnehmer ihm jederzeit eine E-Mail schreiben können. März bezeichnet Projekte wie „bestimmt!“ als wichtig. „Es ist spannend, mit den Schülern zu sprechen. Von außen gibt es manchmal den Eindruck, dass beim Stadtrat und der Stadtverwaltung alles lange dauert. Da müssen wir mehr erklären, was wir eigentlich machen.“

Teenie-Tag am Herbstfest?

Er habe nichts dagegen, sich öfter mit Schülern zusammen zu setzen, um über Politik zu sprechen. Auch, um ihnen mehr „Begeisterung“ zu vermitteln. „Oft beschwert man sich über Dinge, die man eigentlich ändern könnte. Die Stadt soll aber nicht das ganze Privatleben organisieren.“ Ob ein Teenie-Tag auf dem Herbstfest, wie ihn Emily und Mirja fordern, wirklich kommt, konnte am Donnerstag noch niemand sagen. Aber alle haben versprochen, die Idee einmal mit zu nehmen.

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