Tödlicher Unfall auf der Miesbacher Straße in Rosenheim 2016

Revision ja oder nein? OLG setzt Verteidigung Frist bis 21. Juli

Rosenheim: Generalstaatsanwaltschaft München legt Antrag gegen Revision bei "Raserprozess" um tödlichen Unfall auf Miesbacher Straße ein
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Bei einem Unfall im November 2016 auf der Miesbacher Straße in Rosenheim kamen zwei junge Frauen ums Leben. Zwei junge Männer mussten sich in der Folge vor Gericht verantworten und wurden zu Haftstrafen verurteilt. Nachdem bereits ein Berufungsverfahren scheiterte, haben ihre Anwälte nun Revision eingelegt.

Rosenheim - Die juristische Aufarbeitung des tödlichen Unfalls auf der Miesbacher Straße im Jahr 2016 findet keinen Abschluss. Die Anwälte zweier Angeklagter sind in Revision gegangen.

Update, 16. Juli: 

Wie Rechtsanwalt Harald Baron von Koskull aus Rosenheim, der den BMW-Fahrer aus Kolbermoor vertritt gegenüber rosenheim24.de nun mitteilte, sei ihm und seinem Kollegen Andreas Michel vergangene Woche ein Schreiben der Generalstaatsanwaltschaft München zugekommen, in dem die Staatsanwaltschaft beim Bayerischen Obersten Landesgericht (OLG) beantragt, die Revision abzuweisen. "Das OLG hat uns eine Frist bis zum 21. Juli gegeben, um auf den Antrag der Staatsanwaltschaft zu antworten", so von Koskull. Dies wolle er tun. Nach Ablauf der Frist wird das OLG dann entscheiden, ob die Revision zugelassen wird.

Vorbericht:

"Unsere Revisionsabteilung hat dem zuständigen Revisionsgericht, dem Bayerischen Obersten Landesgericht (OLG), eine Stellungnahme zukommen lassen. Darin kommen wir zu dem Schluss, dass unserer Ansicht nach eine Revision in diesem Fall unbegründet wäre", erklärt ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München gegenüber rosenheim24.de. "Nun muss das Gericht entscheiden."

Sollte das Gericht dem Antrag der Generalstaatsanwaltschaft folgen, würde der Revisionsprozess verworfen. "In diesem Fall bliebe es dann beim Urteil des Amtsgerichts Rosenheim, das ja bereits durch das Landgericht Traunstein bestätigt wurde." Dieses verurteilte die beiden Angeklagten zu Freiheitsstrafen von über zwei Jahren wegen fahrlässiger Tötung. "Die Revision liegt dem zuständigen Senat noch nicht vor", erklärt ein Sprecher des Gerichts wiederum. "Daher kann man die mögliche Dauer des Verfahrens im Moment noch nicht abschätzen."

Zwei junge Frauen bei Unfall gestorben

Am 20. November 2016 wurden bei einem Unfall auf der Miesbacher Straße in Rosenheim zwei junge Frauen tödlich verletzt. Die 15-jährige Ramona D. und die 21-jährige Melanie R. stammten beide vom Samerberg. Ramonas Schwester Lena überlebte schwerst verletzt. Ein Golf-Fahrer aus Ulm war mit seinem Wagen in das Fahrzeug der Mädchen gekracht. Dieser wurde in der Folge zu einer 20-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Das Amtsgericht Rosenheim sprach auch die beide anderen Autofahrer, welche an dem Unfall beteiligt gewesen waren, bei der ersten Verhandlung der fahrlässigen Tötung, Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässigen Körperverletzung schuldig. Ein BMW-Fahrer aus Riedering wurde im März 2019 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Ein Fahrer aus Kolbermoor im Mai 2018 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung.

Unverständnis bei Angehörigen für Revision

Die beiden gingen dann zunächst in Berufung. Diese wurde allerdings Mitte November vor dem Landgericht Traunstein verworfen. Doch ihre Anwälte zeigten sich mit dem Urteil unzufrieden und legten Revision ein. Rechtsanwalt Harald Baron von Koskull, der den Kolbermoorer vertritt, sprach unter anderem davon, dass der Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" vom Gericht missachtet wurde.

"Es nimmt dem Ganzen etwas von seiner befriedenden Wirkung", erklärte in der Folge der Vater von Melanie R.. "Es ist schon schwierig wegen der Revision, aber das ist halt juristisch so." Ramonas Mutter dagegen macht aus ihrer Fassungslosigkeit keinen Hehl. "Jeder kann Fehler machen, aber er muss dazu stehen", sagte sie. "Zweimal bereits gab es ein Urteil, und jetzt winden sie sich schon wieder raus."

Nun gilt es abzuwarten, wie das Gericht entscheidet. 

hs

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