Rosenheim

Traumberuf Organist

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Nach dem Orgelspaziergang mit Organist Konrad Heimbeck sieht sich Conrad in seiner Berufswahl bestätigt: Er will auch Kirchenmusiker werden.

Viel Wissenswertes über die Orgeln in der St.-Josefs-Kirche, der Heilig-Geist-Kirche und der St.-Nikolaus-Kirche berichtete Kirchenmusiker Konrad Heimbeck beim «Orgelspaziergang».

Unter den Mitspazierern hörte besonders aufmerksam der neunjährige Conrad zu. Denn der junge Rosenheimer hat ein großes Ziel: Er will auch einmal Kirchenmusiker werden.Mit vier Jahren hat Conrad angefangen, Geige zu spielen. Dann, vor einiger Zeit, hatte er nach einem Kirchenbesuch einen Traum, erinnert sich der Neunjährige. «Ich spielte Kirchenorgel vor vielen, vielen Kirchenbesuchern.» Diesen Traum hat er auch nicht mehr vergessen, und so gelang es ihm schließlich, seine Mutter davon zu überzeugen, dass er Unterricht im Spielen von Kirchenorgeln bekommt.

So ähnlich hat auch die «Karriere» von Konrad Heimbeck begonnen, erzählte der hauptberufliche Organist der Pfarrei St. Nikolaus beim «Orgelspaziergang». «Ich saß bei Gottesdiensten immer verkehrt herum in den Kirchenbänken, um einen Blick auf den Organisten werfen zu können», schmunzelt der heute 49-Jährige.

Auch von kleinen Orgeln begeistert

Der volle Klang habe ihn immer schon fasziniert, und so habe sein Berufswunsch schnell festgestanden. Noch gut kann er sich an seinen ersten Einsatz als Organist erinnern: «Da war ich ganz schön aufgeregt.» Seit 22 Jahren ist er jetzt in Rosenheim für die Kirchenmusik zuständig. Seine Berufswahl habe er nie bereut:. «Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen.» Seine «Lieblingsorgel» käme aber erst in die Pfarrei. «Das wird die neue Orgel von St. Nikolaus», schwärmt Heimbeck.

Allerdings hat der Organist auch über die Orgeln, die sich derzeit im Stadtgebiet finden, viel Positives zu berichten. Besonders die kleinen, von der heutigen üblichen Norm abweichenden Instrumente in der St.-Josefs-Kirche und in der Heilig-Geist-Kirche faszinieren den Fachmann. Die Orgel in der St.-Josefs-Kirche wurde 1846 von Josef Wagner aus Glonn hergestellt. Genau erklärte Heimbeck den Teilnehmern des «Orgelspazierganges», darunter auch einige andere Kirchenmusiker aus der Region, wie so eine kleine Orgel funktioniert und wie sich ihre Pfeifen zusammensetzen.

Die St.-Josefs-Kirche habe früher über zwei Emporen verfügt. Eine Empore sei aber schließlich entfernt worden, um für mehr Platz und Helligkeit zu sorgen. Die Orgel sei bei den Sanierungstätigkeiten 1988 erst nicht auffindbar gewesen. Schließlich habe man sie aber wieder entdeckt und zusammengebaut. Ein außergewöhnliches Instrument sei auch die kleine Orgel in der Heilig-Geist-Kirche. 250 Jahre ist sie schon alt und wurde vom Münchener Orgelbauer Anton Bayr hergestellt. Liebevoll wurde sie schließlich restauriert, damit sie auch heute noch ihre Töne erklingen lassen kann.

In der Berufswahl absolut bestätigt

Der Orgelspaziergang endete bei der Truhenorgel in der Kirche St. Nikolaus. Am Schluss zeigte sich der neunjährige Conrad in der Wahl seines zukünftigen Berufes völlig bestätigt: «Das sind so tolle Instrumente. Ich könnte mir überhaupt nichts Schöneres vorstellen, als darauf für andere Leute spielen zu dürfen.» wu

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