Erfolgloser Diebeszug durch Bau- und Gartenmärkte

Rosenheim - Zwei ungarische Paare machten sich im Herbst auf den Weg nach Deutschland, um ihr Einkommen aufzubessern: Sie wollten auf die "schnelle Tour" Geld verdienen.

Ein Mitglied dieses Quartetts, eine 42-Jährige aus Zalaegerszeg, einer Stadt der Größe Rosenheims, hat auf dem dortigen ständigen Flohmarkt einen Verkaufsstand mit Gebrauchtwaren. Hier wollten sie hochwertige Werkzeuge aus Deutschland anbieten. Dank der Schleierfahndung wurden sie festgenommen und standen jetzt vor dem Schöffengericht. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten, einem ehemaligen Jockey, ihrer 38-jährigen Cousine und deren 54-jährigem Partner starteten sie ihre "Einkaufstour". Durch ganz Südbayern führte die Diebestour durch Bau- und Gartenmärkte. Unter der Kleidung und mit Ablenkungsmanövern der beiden Frauen entwendeten sie, was sie nur an sich bringen konnten. Von Kettensägen über Akkuschrauber und Gartenscheren bis zu Hundehalsbändern stahlen sie ein Sammelsurium an Gegenständen. In einem Baumarkt bei Straubing waren sie aufgefallen und verfolgt worden. Zwar konnten sie entkommen, aber das Autokennzeichnen war gemeldet worden. Der Schleierfahndung auf der Autobahn München - Salzburg war es zu danken, dass die Diebe mit ihrer Beute nicht entkamen. Bei Rosenheim wurde das Quartett angehalten und festgenommen. Das Diebesgut wurde an die bestohlenen Geschäfte zurückgegeben.

Heinrich Loeber , der Vorsitzende Richter des Schöffengerichts, bot den vier Angeklagten an, sofern sie geständig wären, eine Höchststrafe von 22 Monaten Gefängnis auszusprechen. Im Falle der 42-jährigen Markthändlerin konnte sich das Gericht eine Bewährungsstrafe vorstellen, weil diese von Anfang an geständig gewesen war. Der Staatsanwalt wollte die Angeklagten 30 respektive 33 Monate hinter Gittern sehen. "Wenn jemand weit über 1000 Kilometer zurücklegt, um Diebstähle zu begehen, dann zeugt das von so hoher krimineller Energie, dass eine Bewährungsstrafe kaum in Betracht kommen kann."

Nach kurzer Beratung erklärten sich die Angeklagten mit Loebers Angebot einverstanden und legten ein umfassendes Geständnis ab. Die Strafverteidiger der Angeklagten, die Rechtsanwälte Magdalena Scheel, Garina Hamel, Akos Kricsfalussy und Axel Kampf, akzeptierten unisono die angekündigten 22 Monate Gefängnis, erbaten aber für alle Angeklagten eine Bewährungsstrafe. Das Gericht urteilte wie angekündigt. Lediglich für die von vorneherein geständige Markthändlerin wurde der Haftbefehl aufgehoben. Die drei anderen Täter werden noch etliche Monate in Haft bleiben.

au/Oberbayerisches Volksblatt

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