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"Nein" zum Burger King

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Früher eine Tankstelle - und in Zukunft? Ein Burger-King-Schnellrestaurant darf sich hier laut Verwaltungsgericht jedenfalls nicht ansiedeln.

Rosenheim/München - Einer Rosenheimer Familie ist es gelungen, den Bau des geplanten Burger-King-Restaurants an der Kufsteiner Straße zu stoppen!

Mit ihrer Klage gegen die Stadt hatte sie gestern vor dem Verwaltungsgericht München Erfolg. Grund dafür ist ein höchst anzweifelbares Gutachten, das vorgelegt worden war.

Ursprünglich hatte sich auf dem Gelände in einem sogenannten Mischgebiet eine Tankstelle befunden. Diese war schon vor geraumer Zeit stillgelegt worden.

Die Stadt hatte auf dem Grundstück ein Burger-King-Restaurant genehmigt, nur etwa 100 Meter weit entfernt vom Schnellrestaurant McDonald's an der Ecke Kufsteiner/Klepperstraße. Während Burger-King-Freunde jubelten, stieß der Plan bei einem Nachbarn auf wenig Gegenliebe. Er fürchtete, dass vom Anfahren der Nachtschwärmer, die ab 22 Uhr die Fastfood-Lokale bevölkern, nicht hinnehmbarer Lärm ausgehen würde. Deshalb zog er vor das Verwaltungsgericht und traf dort auf einen Vorsitzenden Richter, der die Unterlagen sehr genau studiert hatte.

"Das Gutachten ist fehlerhaft", sagte Harald Geiger gleich zu Prozessauftakt. In der kritisierten Studie wurde davon ausgegangen, dass in der Hochfrequenz-Zeit zwischen 22 und 23 Uhr etwa 17 Fahrzeuge das Restaurant und weitere sieben den Autoschalter ansteuern würden. Dabei orientierte sich das Gutachten an den Zahlen eines gleichwertigen Burger-Restaurants in Landsberg am Lech. "Doch wenn nur drei Autos mehr anfahren", sagte der Richter, wird der maximale Lärmwert gerissen", führte Geiger den Parteien die Problematik der Studie vor Augen. Tatsächlich müsste bei den Planungen immer vom schlimmsten Fall ausgegangen werden, führte der Richter weiter aus.

Auf diese recht klaren Worte entwickelte sich eine fruchtlose Diskussion über die Möglichkeiten von Lärmbegrenzungen. Vorgeschlagen wurde eine Schranke, welche die stündliche Maximalkapazität von 17 plus sieben Autos sichern sollte - ähnlich der "Besetzt/Frei- Regelung" in einem Parkhaus. Doch sie wurde für ebenso sinnlos gehalten, wie die Sperrung eines Teils der Parkplätze während der Nacht oder die Beschränkung des Betriebs, sprich Essensausgaben, innerhalb des Restaurants. Die Kundschaft würde sich von solchen Reglementierungen nicht sonderlich abhalten lassen, wurde befürchtet. Die Autos würden sich stattdessen bei einer Schranke nachts bis auf die Kufsteiner Straße stauen. Im Übrigen gebe es nur hundert Meter entfernt bereits ein Schnellrestaurant, meinte der Richter - für Burger-King-Fans wohl kaum ein Trost.

Die auf diesem Grundstück früher angesiedelte Tankstelle schloss um Mitternacht. Schnellrestaurants leben hingegen auch von der Kundschaft, die nach 12 Uhr nachts den Autoschalter anfährt und das Restaurant besucht.

Angela Walser (Oberbayerisches Volksblatt)

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