Antrag der Stadtratsfraktion

Wegen Corona: Grüne wollen Rosenheimer Klassenzimmer mit Luftreinigern ausstatten

Corona Lüften Masken Maßnahmen
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Lüften und Masken sollen gegen das Coronavirus helfen. Studien empfehlen nun, Klassenzimmer mit Luftreinigern auszustatten.

Rosenheim - Eine Studie der Frankfurter Goethe-Uni zeigt, dass Luftreiniger Aerosole in Klassenzimmern größtenteils beseitigen und die Gefahr für Schüler und Lehrer, sich mit Covid-19 anzustecken, deutlich senken können. Die Rosenheimer Grünen und ÖDP im Stadtrat stellten nun einen dahingehenden Antrag.

Die Zahl der Schulklassen, die in Quarantäne gehen müssen, weil Schüler und Schülerinnen positiv auf Corona getestet werden, nehmen zu. Damit Unterricht in der kalten Jahreszeit nicht zum Superspreader-Event wird, empfehlen gleich zwei Studien Klassenzimmer im Herbst und Winter mit qualitativ hochwertigen Luftreinigern auszustatten. Die beteiligten Wissenschaftler halten das von den Kultusministern vorgelegte Lüftungskonzept für mangelhaft und in der kalten Jahreszeit nicht umsetzbar.

Rosenheimer Grüne fordern Klassenzimmer mit Luftreinigern auszustatten

Ins gleiche Horn blasen jetzt auch die Rosenheimer Stadtratsfraktion der Grünen und  Stadtrat der ÖDP, Horst Halser und stellen daher einen Antrag in dem sie fordern, dass Stadt Rosenheim die Klassenzimmer der Schulen, die dies beantragen, mit qualitativ hochwertigen und hocheffizienten Luftreinigern ausstatten soll. Laut Antrag müssen drei Kriterien erfüllt sein, um die Virenlast im Raum schnell abzubauen: 

1. Der Volumenstrom der Geräte muss mindestens dem sechsfachen des Raumvolumens pro Stunde entsprechen.

2. Der Luftreiniger braucht leistungsstarke HEPA-Filter der Klasse 14.

3. Das Gerät muss so geräuscharm arbeiten, dass es den Unterrichtsverlauf nicht stört.

„Lüftungskonzept des Kultusministeriums mangelhaft

Als Begründung nennen die Antragsteller, dass das Lüftungskonzept des Kultusministeriums mangelhaft und in der kalten Jahreszeit nicht umsetzbar sei. Wörtlich im Antrag: „Eine Studie des Instituts für Strömungsmechanik und Aerodynamik der Universität der Bundeswehr kommt zu dem Ergebnis, dass kurzes Stoßlüften nicht reicht, um die Viruslast wirklich zu reduzieren. Lüften sei physikalisch nur dann sinnvoll, wenn ein großer Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen bestehe und es draußen ziemlich windig sei. Drei bis fünf Minuten Stoßlüften seien nicht ausreichend. Eine Expertenanhörung der Kultusministerien endete mit der Empfehlung, zumindest flankierend hochwertige Luftreinigungsgeräte in den Klassenzimmern einzusetzen. Der Freistaat Bayern hat daraufhin 37 Millionen Euro für Kohlendioxid-Ampeln und Luftfilter in Schulen zur Verfügung gestellt. Aus diesem Fördertopf könnten die Luftreiniger für Rosenheims Schulen finanziert werden.“

Studie mit vollbesetztem Klassenzimmer

Die Tests mit den Raumluftreinigern fanden bisher im Labor statt. Wie gut das in vollen Klassenzimmern funktioniert, in denen bis zu 30 Menschen sitzen, war nicht untersucht worden. Eine neue Studie der Uni Frankfurt schließt nun diese Lücke.

Frankfurter Athmosphärenforscher haben eine Woche lang vier Luftreiniger in einer Schulklasse mit Lehrern und 27 Schülern getestet. Das Ergebnis: 30 Minuten nach dem Anschalten hatte ein Luftreiniger 90 Prozent der Aerosole aus der Luft entfernt.

jb

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