Wenn Phantome Brezn backen...

Rosenheim - Wer backt denn da die guten Brezn? Entweder waren es freundliche Wichtel oder die vielen Schwarzarbeiter, die eine 60-Jährige über Jahre nicht anmeldete.

Zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilte das Amtsgericht am Dienstag die Pächterin einer Bäckereifiliale. Die 60-jährige Geschäftsführerin beschäftigte über einen Zeitraum von fast fünf Jahren mehrere Arbeitnehmer, ohne diese ordnungsgemäß zur Sozialversicherung anzumelden. Den Großteil ihres Personals hatte sie lediglich als „geringfügig beschäftigt“ angemeldet, obwohl die tatsächliche Arbeitszeit und damit auch der Verdienst deutlich höher waren. Um den vollen Lohn auszahlen zu können, wurden kurzerhand die Ehegatten der Arbeitnehmerinnen oder andere Familienangehörige zusätzlich als geringfügig Beschäftigte angemeldet, ohne dass diese jemals in der Bäckerei gearbeitet hatten.

Und weil das System so gut klappte, bediente sich die Geschäftsinhaberin über vermeintliche Lohnzahlungen an eigene Familienmitglieder auch noch selbst aus dem Firmenvermögen. Die Angeklagte hatte jedoch die Rechnung ohne die Ermittler der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Rosenheim gemacht, denn die nahmen bei einer Kontrolle den „Familienbetrieb“ genauer unter die Lupe und deckten den Schwindel auf.

Das milde Urteil verdankt die Frau hauptsächlich dem Umstand, dass sie die Taten einräumte und die vorenthaltenen Sozialversicherungsbeiträge von fast 36.000 Euro zwischenzeitlich zurückgezahlt hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Pressemitteilung Hauptzollamt Rosenheim

Rubriklistenbild: © dpa

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