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Wohnungen für Erzieher und Pfleger - So sollen Fachkräfte nach Rosenheim gelockt werden

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Von: Martin Lünhörster

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Mit vergünstigten Wohnungen sollen mehr Erzieher nach Rosenheim gelockt werden.
Mit vergünstigten Wohnungen sollen mehr Erzieher nach Rosenheim gelockt werden. © Monika Skolimowska /dpa/Hans-Jürgen Ziegler

Das Angebot an Betreuungsplätzen ist ein hart umkämpftes Feld. Die Eltern versuchen, ihre Kinder so nah am Wohnort wie möglich unterzubringen. Das klappt oft nicht. Für die Familien kann das fatale Folgen haben. Um dem zu begegnen, sollen in Rosenheim neue Anreize für Fachkräfte geschaffen werden.

Rosenheim - Der Stadt Rosenheim fehlt es an Personal im Erziehungswesen. Erst im Januar musste die Krippe in der Schießstattstraße schließen, weil zu wenig Personal vorhanden war. Elf Betreuungsplätze waren davon betroffen. Auch in anderen Erziehungseinrichtungen ist die Personallage eng. 

„Die ausreichende Anzahl an Betreuungsplätzen ist mittlerweile ein wichtiger Standortfaktor für unsere Stadt geworden”, sagte der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Abuzar Erdogan. „Sie ist aber auch Grundlage für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.”

Um der prekären Situation entgegenzusteuern, haben die Stadtratsfraktionen der CSU und der SPD gemeinsam einen Antrag an die Stadt gestellt, mehr Wohnraum gezielt für Erzieher zur Verfügung zu stellen. So sollen laut dem Antrag 25 der geplanten 105 Wohneinheiten auf der BayWa-Wiese verbilligt an Angehörige der Erziehungsberufe vergeben werden. 

Da die Stadt gemessen an den betreuungsbedürftigen Kindern bis zu 250 Fachkräfte benötigt, soll sich die Stadt laut dem Antrag auch Wohnraum in den geplanten Baugebieten im Rosenheimer Norden und am Bahnareal Süd sichern und damit sogenannte Werksmietwohnungen schaffen.

Damit sollen langfristig die Kinderbetreuungsplätze gesichert werden. Eine ausreichende Anzahl davon sei Voraussetzung für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit in der frühkindlichen Bildung, heißt es im Antrag an die Stadt.  

„Die Stadt muss handeln“

Bereits in diesem Jahr sollen die 25 Wohnungen für Erzieher zur Verfügung gestellt werden. Für diese Werksmietwohnungen können sich dann alle Erziehungskräfte bewerben, die einen Arbeitsvertrag in einer Rosenheimer Kindertagesstätte vorlegen können. Der Mietvertrag ist dann verknüpft mit dem Bestehen des Arbeitsverhältnisses. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Erzieher bei der Stadt oder einem freien Einrichtungsträger angestellt sind. 

Damit die Stadt eine ausreichende Anzahl an Betreuungsplätzen vorweisen könne, brauche es insbesondere qualifiziertes Personal, sagte auch CSU-Fraktionschef Herbert Borrmann. Daher gelte es, Anreize für die Erzieher zu schaffen, in Rosenheim zu arbeiten. „Die Vorgaben des Tarifrechts können wir nicht ändern, aber wir können Wohnraum zur Verfügung stellen und damit einen attraktiven Arbeitsplatz schaffen“, so Borrmann.

Um den Bedarf an Wohnraum für die benötigten Fachkräfte in der Erziehung zu decken, sei dies ein erster Schritt, da sind sich Borrmann und Erdogan einig. 

Auch in der Pflege herrscht Personalnot

Aber nicht nur im Erziehungsbereich fehlt es an qualifiziertem Personal, auch die Pflegeberufe haben mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. „Wir sind gewillt, die Wohnraumoffensive für Angehörige der Erziehungsberufe, aber auch der Pflegeberufe auszuweiten“, sagte Borrmann. Deswegen richtet sich der Antrag auch an Angehörige der Pflegeberufe, die am RoMed Klinikum ihrer Arbeit nachgehen.

Beide Fraktionsvorsitzende zeigen sich optimistisch, dass so deutlich dem Fachkräftemangel entgegenwirkt werden könne. Rosenheim sei eine lebendige Stadt mit hohem Freizeitwert. Wenn diese Faktoren unmittelbar mit dem Arbeitsplatz verknüpft würden, könne man Fachkräfte aus anderen Regionen abwerben und dem örtlichen Fachkräften Wertschätzung für Ihre Arbeit zeigen.

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