Anfrage im Landtag

Zeit knapp, Zug weg: Pendler ärgern sich über Taktung am Rosenheimer Bahnhof

Der Rosenheimer Bahnhof.
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Der Rosenheimer Bahnhof.

Rund 18.500 Pendler, die Nahverkehrszüge nutzen, steigen an einem Werktag am Rosenheimer Bahnhof ein oder aus. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Andreas Winhart hervor. Doch wie ist es beim Umsteigen um die Zeitspannen zu den Anschlusszügen bestellt?

Rosenheim – Zu kurze Zeitspannen zum Umsteigen am Rosenheimer Bahnhof, Anschlusszüge, die einem gleichsam vor der Nase wegfahren: zwei Klagen, die insbesondere von Pendlern aus dem Mangfalltal immer wieder zu hören sind. Ihrem Ärger in Form einer offiziellen Beschwerde haben im vergangenen Jahr (Stand der aktuellsten verfügbaren Erhebung am 17. November) allerdings nur acht Nutzer der Regiobahn Luft gemacht, die den Nahverkehr auf den Strecken Holzkirchen-Rosenheim, München-Kufstein und München-Salzburg betreibt. Die Statistik weist einen deutlichen Rückgang der Beschwerden im Vergleich zu den Jahren 2018 (17) und 2019 (26) auf.

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Was das pünktliche Erreichen von Anschlussverbindungen betrifft, bei denen ein Zug des Meridian als Zubringer fungiert, ergibt sich nach Auskunft des Ministeriums im Vergleich zum bayernweiten Durchschnitt am Rosenheimer Bahnhof nur eine geringfügige Abweichung. Landesweit liegt der Schnitt bei 96,2 Prozent, für Rosenheim errechnet sich ein Wert von 95,7 Prozent. Allerdings räumt das Ministerium „eine unterdurchschnittliche Anschlusserreichungsquote“ in der „für Pendler besonders relevanten morgendlichen Hauptverkehrszeit“ bei den Anschlüssen am Bahnhof Rosenheim für Zugfahrer ein, die mit der Mangfalltalbahn auf der Strecke Holzkirchen-Rosenheim ankommen und nach München weiterfahren wollen.

Eingleisige Infrastruktur

Als wesentlichen Grund hierfür nennt das Ministerium die Tatsache, dass während der Hauptverkehrszeit im Bereich der Mangfalltalbahn ein 30-Minuten-Takt angeboten wird und sich wegen der eingleisigen Infrastruktur bei dieser Taktung Verspätungen kaum abbauen ließen. Da jedoch zwischen 5.59 Uhr und 8.29 Uhr elf Nahverkehrszüge den Rosenheimer Bahnhof in Richtung München verließen, hielten sich die Wartezeiten für Pendler im Falle eines verpassten Anschlusses dennoch in engen Grenzen, so das Ministerium.

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Mittelfristig werde in Zusammenarbeit mit der DB Netz AG durch Verbesserungen an der Infrastruktur eine weitere Verkürzung der Fahrzeiten auf den Nahverkehrsstrecken in der Region angestrebt. Damit bliebe Pendlern etwas mehr Zeit für das Umsteigen in Rosenheim. So soll zum Beispiel auf der Strecke Rosenheim-Wasserburg die Höchstgeschwindigkeit auf weiteren Abschnitten auf 120 Kilometer pro Stunde angehoben werden, wodurch in Rosenheim frühere Ankünfte und spätere Abfahrtszeiten erreicht werden könnten.

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Auf der Mangfalltalstrecke sollen die Bahnhöfe Kolbermoor und Bruckmühl mit neuen Bahnsteigen ohne schienengleiche Zugänge versehen werden. „Dies wird es ermöglichen, die Zugbegegnungen in den beiden genannten Bahnhöfen zeitsparender abzuwickeln und somit ebenfalls in Rosenheim frühere Ankünfte beziehungsweise spätere Abfahrten zu realisieren“, heißt es in dem Schreiben.

Stellungnahme sei „unbefriedigend“

Winhart nannte die Antwort in einer Stellungnahme gegenüber den OVB-Heimatzeitungen „unbefriedigend“ und wirft der Staatsregierung vor, die Probleme beim Umstieg von der Strecke Holzkirchen-Rosenheim in einen in Richtung München fahrenden Zug „herunterzuspielen“.- „Hier werden die Pendler aus dem Mangfalltal benachteiligt“, so seine Einschätzung. Der Abgeordnete bedauert, dass sich auch mit Inkrafttreten des Winterfahrplans keine Verbesserungen ergeben hätten. „Ich werde weiter eine verlängerte Umstiegszeit am Bahnhof Rosenheim fordern“, sagt er.

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