Cima-Einzelhandelsentwicklungskonzept außerhalb der Innenstadt

Zentrenstruktur im Blick

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Die Überblickskarte der Cima über die Zentrenstruktur des gesamten Stadtbereichs von Rosenheim.

Rosenheim - Neben einem Leitbild für die Innenstadt standen auch Nahversorgungs-Agglomeration und Fachmarktzentren im Mittelpunkt einer Untersuchung zum Einzelhandelentwicklungskonzept.

Außer einem Leitbild für die Innenstadt hat das Münchner Stadtentwicklungs- und Marketing-Beratungsbüro Cima in seinem Einzelhandelsentwicklungskonzept für die Stadt Rosenheim auch die sogenannten Nahversorgungs-Agglomerationen und die Fachmarktzentren untersucht. Die letzten Erhebungen stammen von 2009 und wurden teilweise fortgeschrieben.

Dazu wurde das Gesamtstadtgebiet außerhalb der Innenstadt in acht Bereiche aufgeteilt: Rosenheim-Ost, -Süd und -West sowie Aising, Fürstätt, Happing, Pang und Westerndorf St. Peter. In der Untersuchung wurden die Zahlen von 2009 denen von 2006 gegenübergestellt. Die Anzahl der Einzelhandelsbetriebe in der Innenstadt sank in diesem Zeitraum um 16,9 Prozent, in Rosenheim-West sogar um 42,4 Prozent (siehe Tabelle Seite 12).

"Nahversorgungs-Agglomerationen" sind Standorte, die fast ausschließlich Güter des täglichen oder periodischen Bedarfs bieten und nur gelegentlich oder ausnahmsweise ergänzende Angebote führen. Dabei ist oft ein Supermarkt oder Discounter der Magnet und Frequenzbringer.

"Integrierte Streulagen" zeichnen sich durch wichtige Betriebe für die Nahversorgung aus, die jedoch einen solitären Charakter aufweisen und demnach keine Zentrenfunktion haben können. "Nicht integrierte Fachmarktzentren" sind Gewerbestandorte mit Einrichtungen des nicht zentrenrelevanten großflächigen Einzelhandels, die aufgrund ihres Platzbedarfs und ihrer Kundenorientierung nicht an integrierten Standorten angesiedelt werden können. In Bestandsobjekten sind auch zentrenrelevante Sortimente möglich.

Rosenheim verfügt über fünf Nahversorgungs-Agglomerationen und sechs nicht integrierte Fachmarktzentren (siehe Karte oben).

In Rosenheim-Ost sind das die Agglomeration Ebersberger Straße und das Fachmarktzentrum Rosenheim-Ost, in Rosenheim-Süd der Aicher- und der Klepperpark, im Westen die Agglomerationen Mitterfeld und Prinzregentenstraße sowie das Fachmarktzentrum Pichlmayrstraße. In Aising gibt es die Agglomeration Aisingerwies, in Happing die an der Abzweigung Happinger/Traberhofstraße und das Fachmarktzentrum Panoramakreuzung und bei Pang das Fachmarktzentrum Schwaig.

Für die Agglomeration Rosenheim-Ost - die Märkte zwischen den Schulen an der Ebersberger Straße und der Hofmillerstraße - wurde bei gleichbleibender Zahl der Betriebe eine Umsatzsteigerung von 6,1 Prozent ausgemacht, die Fachmarktzentren im Industriegebiet Ost an der Chiemseestraße haben eine Umsatzeinbuße von 3,6 Prozent zu verzeichnen.

In Happing hatte die Agglomeration am Beginn der Traberhofstraße zwischen 2006 und 2009 einen Umsatzverlust von 25,9 Prozent zu verzeichnent, das Fachmarktzentum um die Panoramakreuzung, dominiert von Real und Mömax, dagegen einen Anstieg um 19,6 Prozent.

Die Einzelhandelssituation in Aising wird beeinflusst durch das Angebot an der Panoramakreuzung; im Ortsteil selbst gibt es keinen Vollsortimenter. Das Gutachten hält für die Nahversorgung von Aising und Pang die Ansiedlung eines kleinen Supermarkts im Softdiscounterbereich für überlegenswert. Die Umsatzsteigerung betrug 16 Prozent, hauptsächlich durch das Möbelkaufhaus Weko.

Für das Nahversorgungszentrum Aisingerwies weist die Studie eine Umsatzsteigerung von 8,1 Prozent aus. Es herrsche dort lediglich ein Defizit im Bereich Drogeriewaren. In Pang befinden sich zwölf Geschäfte, darunter ein Dorfladen und Lebensmittelhandwerksbetriebe; die Umsatzsteigerung beträgt 0,7 Prozent.

Das Fachmarktzentrum Schwaig verzeichnet eine Umsatzsteigerung von 1,8 Prozent. Ein Gesamtplus von 10,2 Prozent weist der Bereich Rosenheim-Süd aus, das Gebiet zwischen Bahnhof und Aising, in dem Aicher- und Klepperpark liegen.

Zum Fachmarktzentrum Aicherpark vermerkt die Studie, dass dessen Fortentwicklung zu deutlichen Wettbewerbsüberschneidungen mit der Innenstadt führen kann. Dessen Entwicklungsspielraum sollte daher rechnerisch an der Angebotsstärke (Verkaufsflächen nach Branchen) der Innenstadt gekoppelt werden, bei den innenstadtrelevanten Branchen gemäß der von der Cima aufgestellten "Rosenheimer Liste" von 32 Branchen maximal eine Quote von 20 Prozent der Angebotsflächen der Innenstadt. Das Umsatzplus betrug 7,5 Prozent bei einem Flächenrückgang von 7,2 Prozent von 44750 auf 41510 Quadratmeter.

Beim kompakten Fachmarktzentrum Klepperpark war ein Anstieg von 9,4 Prozent zu verzeichnen. Das ist auf ein Flächenwachstum um 174 Prozent von 1540 auf 4230 Quadratmeter Verkaufsfläche und die Steigerung von acht auf elf Betriebe zurückzuführen; besonders gewachsen ist der Bereich Lebensmittel. In Fürstätt gibt es keine relevante Nahversorgung, lediglich einen Gartenbaubetrieb mit angeschlossenem Gartenmarkt.

Der Bereich Rosenheim-West weist einen Gesamt umsatzrückgang von 16,8 Prozent auf, gerade in den Streulagen. Die dazugehörige Agglomeration Mitterfeld zeigt dagegen mit seinen drei Betrieben - ein Flächenzuwachs um bis zu 1500 Quadratmeter wird empfohlen - ein Plus von 13,3 Prozent auf, die Agglomeration Prinzregentenstraße hingegen ein Minus von 18,8 Prozent. Ein zukunftsfähiger Bestand der dortigen Betriebe sei vor dem Hintergrund der Neuausweisung eines Nahversorgungszentrums (NVZ) nördlich der Hochschule eher fraglich. Das kleine Fachmarktzentrum Pichlmayerstraße - Umsatzminus von 2,2 Prozent - erscheine gesichert; eine Ausweitung sei nicht ratsam. Zentrenrelevante Randsortimente sollten nichgt in großem Maße ausgebaut werden; eine Grenze von 10 Prozent dieser Angebote sollte eingehalten werden. Der Bereich Westerndorf St. Peter verfügt laut Studie über keine nennenswerte Einzelhandelsagglomeration, weswegen die Ansiedlugn des NVZ Nord gerade zur Lebensmittelversorgung erforderlich sei, wie bereits in den 2007 erarbeiteten Leitlinien dargelegt worden sei. Das NVZ spiegele vollumfänglich die Zielsetzung des Einzelhandelskonzepts wider.

re/hh/OVB

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