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Zustände in Rosenheimer Schulbussen wirklich so schlimm?

Mutter: "Kinder erbrechen und werden ohnmächtig"

Schulbus
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Die Rosenheimer Schulbusse sollen laut einer Mutter sehr überfüllt sein

Rosenheim - Kinder sollen in Ohnmacht fallen und erbrechen - diese Schilderungen von Rosenheimer Schulbussen erreichten unsere Redaktion. Doch gestaltet sich die Lage wirklich so drastisch?

Wir erhielten jüngste eine Nachricht einer Leserin, die die Zustände der Buslinien 4 und 11 in Rosenheim kritisiert. Demnach sollen die Linien, die zu bestimmten Zeiten vorwiegend von Schülern genutzt werden restlos überfüllt sein:

"Wenn mann an der Mangfallstrasse beim Netto kurz vor oder kurz nach sieben Uhr einsteigt (es fahren zwei Busse nacheinander), hat man keinen Platz mehr. Meine Tochter hat mir gesagt, dass schon zwei mal ein Kind ohnmächtig geworden sei, ein paar mal haben Kinder erbrochen", schilderte die Leserin die Situation. Es komme außerdem oft vor, dass auf dem Rückweg die kleineren Kinder es nicht schaffen auszusteigen, weil sie einfach die Türe nicht frühzeitig oder gar nicht erreichen. "Mein Kind hat schon ein paar Mal in der Früh geweint, weil es nicht mit Bus fahren will. Es kann nicht sein, dass die Kinder so einen Stress in der Früh haben alleine wegen dem Schulweg. Es geht auch um Sicherheit, vor allem wenn man sieht, was in Eberbach passiert ist."

"Dass es um diese Zeit eng wird, ist ein zwangsläufiger Fakt"

Wir haben die Betreiber des Stadtverkehr Rosenheim mit den Vorwürfen konfrontiert, die auch gleich eine ausführliche Stellungnahme zu den Anschuldigungen abgegeben haben:

"Grundsätzlich ist der Schulbeginn 8 Uhr die absolute Kapazitätsspitze im ÖPNV. Durch G8 und vermehrten Nachmittagsunterricht hat sich die Mittagsspitze wesentlich entzerrt. Für die Beförderung von Pang über Aising, Aisingerwies nach Rosenheim Stadtmitte und für die Gegenrichtung nebst einigen Stadtteilen zum Schulsprengel zu den Schulen Aising und Pang zeichnen wir verantwortlich. Aber auch der RVO fährt mit einer Linie auf dieser Strecke, hat die gleichen Praxisprobleme, dürfte aber nicht der Bezug zu dieser Anfrage sein.

Landläufig wird schnell mal "total überfüllt" gesagt, aber bei jeder Kontrolle waren nie mehr als die zugelassenen Fahrgäste im Bus. Wir ermitteln monatlich die Fahrgastzahlen und setzen bei Erreichen unseres Qualitätsversprechens, max. 80% der zulässigen Fahrgäste einzuladen, dann mit Maßnahmen an. Diese Quantität wird derzeit nicht erreicht.

Wir haben keinerlei Kenntnis, dass jemals ein Kind im Bus ohnmächtig geworden wäre. Wenn, dann würde der Fahrer auch in jedem Fall stets einen Notarzt holen. Auch meine Verwaltung würde auf Frage eines Fahrers in dieser Weise reagieren. Auch können wir ausschließen, dass Kinder erbrochen haben. Das würde man selbst ohne Meldung des Kindes beim Fahrer auf alle Fälle vom Geruch her mitbekommen. Der Austausch des Fahrzeuges und dessen Grundreinigung wäre unausweichlich. Diese Ausschmückungen zur drastischen Formulierung sind ärgerlich und wenig hilfreich.

Leider verhallen die Bitten zum "nach hinten durchgehen" meist ohne Reaktion. Die Kids bleiben im Gang bei Freunden stehen. Ein cleverer Fahrer hilft sich mit Kontrolle vorn und lässt die Kinder dann über die Tür 2 und 3 hinten einsteigen. Da ist dann noch viel Platz frei. Wir setzen generell nur dreitüre Fahrzeuge ein, damit die Erreichbarkeit der Tür zum aussteigen optimiert wird. Wir können nicht ausschließen, das ein Kind seinen Ausstieg nicht mitbekommen hat, oder die Tür noch nicht erreicht hat. Wenn der Bus die Türen schließt und ein Kind noch "Stop" o.ä. ruft, wird die Tür natürlich nochmal geöffnet. Der Fahrer kann im vollen Bus die Bewegung einzelner Fahrgäste nicht sehen, er checkt nur, ob der Ausstieg zum Schließen der Türen frei ist. Würde das "oft" vorkommen, dann würden wir durch die Beschwerden der Eltern durchaus Kenntnis hiervon haben. Bei dem Bezug auf "kleinere Kinder" könnte evtl. die Gegenrichtung in Richtung Schule Aising / Pang gemeint sein. Aber auch hier sammeln wir an den Haltestellen unterwegs nur ein, höchstens steigt mal ein Erwachsener mit anderem Fahrtziel aus, die Kinder steigen gesammelt an den Schulen aus - ein nicht durchkommen ist hier nicht einleuchtend. Aber auch die von der Uhrzeit her eher passenden Kurse für die weiterführenden Schulen in Richtung Stadtmitte haben klare Ausstiegspunkte am Bahnhof, in der Stadtmitte bzw. direkt an der Schule, so dieser Kurs ohne Umsteigen eine Schule bedient. Diesen Punkt könnte man nur mit Rückfrage bei der Beschwerdeführerin klären.

Dass Kinder mit der Tränendrüse das bequemere Mama-Taxi zu erreichen versuchen, das wird dauerhaft ein Fakt bleiben. Der Schulbus ist die absolut sicherste Form der Beförderung, sogar sicherer als das Mama-Taxi. Ich bedauere natürlich auch den Unfall in Eberbach, hieraus aber Rückschlüsse auf den Stadtverkehr Rosenheim zu ziehen, wäre unfaire Panikmache. Zumindest könnte man anführen, dass bei uns im Stadtverkehr mit Höchstgeschwindigkeit 30 die potentielle Gefahr nur einen Bruchteil dieses Überlandverkehres beträgt. Die Polemik, dass die Verletzungsgefahr im vollbesetzten Bus geringer ist, als in einem leeren, spare ich mir hier bewusst.

Wir bieten in der fraglichen Zeit 6:49 bis 7:25 2 Gelenkbusse und 4 Solobusse mit je 155 bzw. 100 zulässigen Fahrgastplätzen. Selbst mit unserem Qualitätsversprechen ergibt das eine Beförderungskapazität von mehr als 500 Personen. Leider verteilen sich die Fahrgäste nicht gleichmäßg auf die Kurse - so sprechen sich die Fahrer hinsichtlich der optimalen Belegung ab. So fährt ggf. auch mal ein Kurs an einer Haltestelle vorbei, so denn ein unmittelbar nachfolgender noch mehr Platz bieten kann. Wir haben auf dieser Verkehrsachse ja doch schon ein paar Jahre Betriebserfahrung.

Aber dass es um diese Zeit eng wird - das ist, wie eingangs erwähnt, ein zwangsläufiger Fakt."

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