Über 250 Menschen demonstrierten für ein offenes und vielfältiges Rosenheim: 

Entschlossene Demonstration gegen AfD-Büro

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Über 250 Menschen demonstrierten heute in der Erlenau für ein offenes und vielfältiges Rosenheim und gegen rechte Hetze

Rosenheim - Fast 300 Menschen gingen am heutigen Samstag für ein offenes und vielfältiges Rosenheim auf die Straße. Mit einer entschlossenen Demonstration setzten sie ein starkes Zeichen gegen rechte Hetze. Die Demonstrant*innen machten deutlich, dass Sie die rechte Infrastruktur, in Form eines AfD Büros, nicht widerstandslos hinnehmen wollen. Die rechte Partei wurde von ihren Gegnern bereits im Aufruf zur Demonstration als rassistisch, frauenfeindlich und antisemitisch bezeichnet.

Bei der Auftaktkundgebung am Ludwigsplatz wurde ein Grußwort der 90 jährige Zeitzeugin Antje Kosemund (Ausschwitzkomitee Hamburg) verlesen: „Heutzutage müssen wir uns mit der hässlichen Fratze der AfD auseinandersetzen, einer Partei, die nicht nur für mich und für die wenigen noch lebenden Opfer der Nazibarbarei eine unerträgliche Zumutung ist. (...) Wir, die letzten Zeitzeugen, haben die Pflicht zu verhindern, dass die unglaublichen Verbrechen der Nazidiktatur, Völkermord und Krieg, verharmlost und vergessen werden!"

Ein Vertreter der alevitischen Gemeinde bezog sich in seiner Rede auf die Menschenrechte, welche er als „unverzichtbare Werte“ bezeichnete und in Richtung AfD betonte er: „eine (...) Partei, die diese Grundwerte mit Füßen tritt, gegen Migrantinnen und Flüchtlinge hetzt und aus der Vergangenheit nichts gelernt hat, hat nichts in Rosenheim, noch weniger in der schönen Erlenau zu suchen.“

Anschließend zogen die über 250 Menschen mit lauten Parolen, Konfetti und unterstützt von antirassistischer Musik in die Erlenau. Vor ihrem Büro wurde die AfD mit Sprechchören, wie „AfD Rassistenpack wir haben Euch zum kotzen satt“ und weiteren Redebeiträgen kritisiert. Für Andreas Salomon, von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft greift die AfD unser Bildungssystem an „und will die Zeit wieder zurückdrehen zu einer autoritären Schule, in der freies Denken nicht mehr gewünscht ist“. Als Vertreter von attac thematisierte Franz Garnreiter die Klimawandel-Leugnung der AfD und ihrer offensiven Ablehnung von Klimaschutzmaßnahmen bei gleichzeitiger totaler Ablehnung der Verantwortung für die zu erwartenden Millionen von Klimaflüchtlingen. Dr. Thomas Nowotny widersprach als Arzt und Vertreter des Initiativkreises Migration entschieden den rassistischen Äußerungen Winharts, sowie dessen Lüge über die Einschleppung von Infektionskrankheiten durch Geflüchtete. Für die Rosenheimer Initiative für Erinnerungskultur bezeichnete er Stolpersteine als „geeignete Waffe“ gegen die AfD, da sie die Erinnerung an die Naziverbrechen auch an die junge Generation weitergeben und ihr einen klaren Standpunkt gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit ermöglichen. In dem Redebeitrag der Antifa Miesbach hieß es wörtlich „die Demokratie ist kein Hackstock. Wer die AfD als demokratische Kraft anerkennt, macht den Bock zum Gärtner.“ Demokratie, so der weitere Redebeitrag, muss immer wieder neu erstritten und von der Gefahr faschistischer Einflussnahme verteidigt werden. Zum Schluss ergriff spontan ein an der Demo teilnehmender Geflüchteter das Wort und erläuterte, wie sehr er sich von der AfD beleidigt fühlt.

m Rosenheimer #noafd Bündnis wird die Demonstration in den nächsten Tagen noch nachbesprochen, als erstes Fazit ziehen die Veranstalter jedoch eine positive Bilanz: „Es ist uns gelungen, in kurzer Zeit, trotz Gewaltdrohungen von AfD-Fans, kaltem Wetter und mitten im Weihnachtstrubel, fast 300 Menschen für ein offenes, vielfältiges Zusammenleben in Rosenheim auf die Straße zu mobilisieren. Ein erstes Zeichen wurde somit gesetzt und gezeigt, dass in Rosenheim rechte Hetze nicht einfach toleriert wird. Die AfD wird in der Erlenau nicht ungestört residieren können, denn Nationalismus, Antisemitismus, Sexismus und Rassismus sind für viele keine Alternativen.“

Pressemitteilung #noafd Bündnis Rosenheim

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