Weltdrogentag

Süchtig – und jetzt?

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Rosenheim - "Ach bleib halt noch ein bisschen und trink was mit uns!", "Jetzt rauch' ma schnell noch eine..." - diese und ähnliche Sätze kennt wohl jeder von uns. Legale, neue und illegale Drogen begegnen einem im Alltag häufig - jedoch ist der Umgang mit diesen Substanzen nicht immer einfach. Die Fachambulanz für Suchterkrankungen des Diakonischen Werkes Rosenheim e. V. bietet Unterstützung und informiert anlässlich des Weltdrogentages am 26.06.2019.

Die neueste Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigt, dass aktuell 8,7 Prozent der 12 bis 17jährigen regelmäßig - also mindestens einmal wöchentlich - Alkohol trinken. 47,7 Prozent der 18 bis 64jährigen konsumieren ebenso jede Woche Alkohol. Die Anzahl der erwachsenen Raucher/innen ist seit 2003 um etwa 30 Prozent gesunken. 5,4 Prozent der 18 - bis 25jährigen konsumieren einmal monatlich Cannabis. 6,1 Prozent der 18 bis 64jährigen haben diese Substanz in den letzten 12 Monaten probiert.

Was hat das zu bedeuten? In jungen Jahren kann es sein, dass man Neues ausprobieren und seine Grenzen testen möchte - im besten Fall bleibt es bei einem einmaligen oder gelegentlichen Probierkonsum. Kommt es zu einem "Kater" oder konsumiert man ab und zu, um unangenehme Situationen zu vermeiden, sie besser "wegzustecken", könnte dies ein Zeichen für Missbrauchsverhalten sein. Unter Umständen wechselt man in ein regelmäßiges Konsummuster - die "Feierabendhalbe" könnte man hierzu zählen: man gewöhnt sich und seinen Körper langsam an eine Substanz, trotz allem funktioniert der Alltag noch. Kann man ohne die Substanz die Beziehung, das Berufsleben, den Alltag nicht mehr gut bewältigen und gibt es vielleicht schon negative Konsequenzen (z. B. Führerscheinverlust), kann man von einer Abhängigkeit sprechen.

Nicht jeder, der konsumiert, gerät zwangsläufig in eine Abhängigkeit. Eine Suchterkrankung kann sich sehr langsam entwickeln und oft fällt es Betroffenen schwer, Anzeichen selbst zu erkennen oder die gut gemeinten Hinweise des sozialen Umfeldes anzunehmen. Phasenweise kann man seinen Konsum wieder gut selbst regulieren, dann wiederum kann es schwer fallen. Es ist nicht immer leicht, sich einzugestehen, dass man vielleicht Unterstützung braucht. Wer eine Suchterkrankung hat, muss nicht ein Leben lang abhängig bleiben - es ist nie zu spät etwas zu verändern und anzupacken.

Ist man unsicher, ist professionelle Hilfe gefragt: die Fachambulanz für Suchterkrankungen des Diakonischen Werkes Rosenheim e. V. bietet telefonisch, per Mail, in persönlichen Einzelgesprächen und Orientierungsgruppen Unterstützung an. Familie, Freunde und Bekannte können sich beraten lassen, wenn sie sich Sorgen um einen Angehörigen machen - welche Unterstützung kann ich selbst geben, wann kann ich helfen - wann muss ich mich abgrenzen? Welche weiteren Möglichkeiten gibt es? Was kann ich tun, wenn ich den Verdacht habe, dass mein Kind kifft? Wie kann ich besser damit umgehen, wenn ein Elternteil regelmäßig trinkt und ich mir Sorgen mache? Betroffene können sich an die Beratungsstelle wenden, wenn sie ihren Konsum überdenken möchten: passt es so, wie es ist? Worauf muss ich achten? Will ich etwas verändern? Sollte oder muss ich reduzieren oder meinen Konsum einstellen, abstinent werden?

Beratung in der Fachambulanz für Suchterkrankungen ist stets passgenau und richtet sich nach den Fragen und Wünschen der Besucher. Alle Gespräche finden selbstverständlich unter Schweigepflicht statt und sind kostenfrei. Per Mail, telefonisch und persönlich bietet die Suchthilfeeinrichtung der Diakonie Unterstützung für alle, die sich mit dem Thema befassen möchten. Unter der Telefonnummer 08031 - 356 280 oder unter fachambulanz@sd-obb.de können persönliche Termine vereinbart werden. Ohne Voranmeldung können die Orientierungsgruppen in Stadt und Landkreis Rosenheim besucht werden: Fachambulanz in Rosenheim, Kufsteiner Straße 55 Dienstag, 18:00 Uhr Donnerstag, 10:00 Uhr Donnerstag, 17:30 – 18:30 Uhr (Offene Sprechstunde für junge Erwachsene bis 24 Jahre) Fachambulanz in Wasserburg, Kaspar-Aiblinger-Platz 24 Montag, 18:00 Uhr RoMed Klinikum Rosenheim, Pettenkofer Straße 10, Haus 4 / 1. Stock Mittwoch, 12:30 Uhr RoMed Klinikum Wasserburg, Krankenhausstraße 2 Raum U31 Freitag, 10:00 Uhr RoMed Klinikum Bad Aibling, Harthauser Straße 16 Dienstag, 18:00 Uhr RoMed Klinikum Prien, Harrasser Straße 61 Donnerstag, 18:00 Uhr

Pressemitteilung vom Diakonischen Werk Rosenheim e. V.

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