Presseerklärung zum Stürzenberger-Auftritt in Rosenheim

Kein Hass gegen Muslime in Rosenheim - Widerstand tut Not

Rosenheim - In Art. 4 des Grundgesetzes wird in Deutschland die Religionsfreiheit garantiert. Das gilt für Angehörige aller Religionen und Weltanschauungen. Es ist ein wichtiges Menschenrecht, welches in unserem Grundgesetz festgeschrieben ist.

Viele Menschen in Deutschland, in Bayern und auch in unserer Region gehören dem muslimischen Glauben an. Das betrifft sowohl einen Teil der Geflüchteten, die in den letzten Jahren zu uns gekommen sind, als auch diejenigen Menschen mit Migrationshintergrund, die schon lange in Deutschland leben und eine neue Heimat bei uns gefunden haben. Sie gehen einer Arbeit nach und tragen täglich zu unser aller Wohlstand bei. Ihre Kinder besuchen hier mit Erfolg die Schulen oder Universitäten.

Pegida-Gruppen und andere Menschen mit rechtsextremem rassistischem Gedankengut hetzen gegen diese Bürger unseres Landes. Sie beleidigen ihre Religion und setzen schwarze Schafe, die es in allen menschlichen Zusammenhängen gibt, mit der großen Masse der Muslime gleich oder verfälschen historische Entwicklungen, ja sie benutzen sogar die Opfer des Naziregimes und Widerstandskämpfer in infamer Weise. Besonders tat sich hier bereits in der Vergangenheit Michael Stürzenberger hervor.

Er missachtet mit seiner stundenlangen Hetze, die er am vergangenen Samstag auch am Mittertor in Rosenheim ausgeschüttet hat, die Würde der Muslime und zerstört damit den Zusammenhalt und die Solidarität in unserer Gesellschaft sowie alle Bemühungen der Integration.

Viele Menschen muslimischen Glaubens, die in unserer Region leben, sind unsere guten Nachbarn und Freunde. Wir verdanken ihnen z.T. auch unseren Wohlstand. Wir dulden keinen Hass gegen sie in Rosenheim und anderswo. Viele Beispiele auch der jüngeren Zeit zeigen, dass Hass in Wort und Schrift die Grundlage für Gewalt ist. Politik und Gesellschaft müssen dagegen aufstehen, wie das am Samstag viele Rosenheimer Bürger getan haben. Wir freuen uns, dass so viele dem Aufruf von „Rosenheim nazifrei“ gefolgt sind und danken den Jusos, dass sie die Initiative ergriffen haben. Widerstand tut Not.

Vor über 80 Jahren waren es die Juden, gegen die gehetzt wurde. Wir wissen alle, was sich daraus entwickelt hat. Heute sind es die Migranten. Die Mechanismen sind die gleichen.

Pressemitteilung Verein "Gesicht zeigen - Rosenheimer Bündnis gegen rechts"

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