Hass-Prediger Stürzenberger provoziert einmal mehr massive Proteste

Rosenheim zeigt erneut Gesicht

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Rosenheim - Am heutigen Samstag, den 21. September, zeigten insgesamt mehr als 350 Menschen auf einer Demonstration, und mehreren Infoständen am Max-Josefs-Platz lautstark ihren Unmut über den erneuten Auftritt des mehrfach vorbestraften Hassredners Michael Stürzenberger. Auf Transparenten, mit Sprechchören und in Redebeiträgen wurde rechten Parolen eine klare Absage erteilt.

Auf einer Demonstration, zwei Kundgebungen und mehreren Infoständen am Max-Josefs-Platz protestierten von 10.30 Uhr bis 17 Uhr über 350 Menschen gegen die rassistische Hetze des Münchner Hasspredigers Michael Stürzenberger. Mehr als 30 Organisationen aus Stadt und Landkreis Rosenheim riefen zu den Protesten auf. Wie im Aufruf kritisierten sie auch auf Transparenten, in Redebeiträgen und Flugblättern den Versuch Stürzenbergers, tatsächliche oder vermeintliche Muslime zu diffamieren und bewusst aus der Gesellschaft auszugrenzen. Dazu Angelika Graf in ihrer Rede auf einer der Kundgebungen: „Wir lassen unsere muslimischen Mitbürger, die viel zum Reichtum unseres Landes beigetragen haben und gute Freunde und Nachbarn geworden sind, nicht bedrohen.“ Auch unsere Verfassung diene nicht zuletzt dem Anliegen, dass „in unserem Land nie mehr Menschen wegen ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden“, so Graf weiter.

Die Demonstrant*innen erschwerten die Verbreitung der nicht endenwollenden Hassreden Stürzenbergers einmal mehr durch lautstarken Protest. Thomas Frank, Rosenheimer Stadtratsmitglied der SPD, formulierte das Anliegen der Demonstrant*innen folgendermaßen: “In einem demokratisch regierten und liberalen Land lässt es sich nicht verhindern, dass Extremisten Ihre abstrusen und rechtsextrem Parolen propagieren”. Aber wir können verhindern, dass Sie unsere Städte und Plätze einnehmen und dominieren. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns aber stellen können und müssen. Wir haben es in der Hand zu zeigen, dass Rosenheim und unser Land weltoffen und bunt sind. Genau dafür sind wir heute alle hier.”

„Dass Stürzenberger und seine Anhänger mit ihrer Hetze in letzter Konsequenz auch gewalttätige Übergriffe provozieren und in Kauf nehmen, scheint sie nicht zu stören“, äußert Tom Nowotny vom Initiativkreis Migration Rosenheim und der „Initiative Erinnerungskultur – Stolpersteine für Rosenheim“ aufgebracht. Dass er damit richtig liegt wurde erst letzte Woche mehr als deutlich. So kam die islamfeindliche Bewegung Stürzenbergers in die Schlagzeilen, wurde doch „im Transporter der Organisation eine Waffe gefunden, die einer echten täuschend ähnlich sieht“, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete.

Wie auch beim ersten Auftritt Stürzenbergers im Juli war seine Kundgebung nur von wenigen Anhänger*innen besucht, unter ihnen erneut auch Mitglieder der Rosenheimer AfD. Gegenüber möglichen weiteren Auftritten Stürzernbergers und anderer Hassredner betonte Reka Molnar von den Jusos Rosenheim Land so auch: „Wir sind mehr und das zeigen wir wieder deutlich und das ist großartig. Egal wie oft Rassisten hierher kommen möchten, wir werden ihnen jedes Mal entgegentreten.“

Pressemitteilung Bündnis Rosenheim nazirfrei

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