Milliardäre kaufen eine Insel

Was kostet die Welt?

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Diese kleine Insel ist ins Visier der Finanzindustrie geraten.

Rosenheim - Dokumentarfilm im Z über die "Chronik einer feindlichen Übernahme": den Versuch zweier Milliardäre, eine kleine englische Insel gegen den Willen von Einwohnern und Inselparlament zu "kaufen".

Am Sonntag, dem 2. Februar, um 19 Uhr, läuft im Rosenheimer "Z", Innstr. 45a, die deutsche Dokumentation "Was ko$tet die Welt?" von Bettina Borgfeld, aus dem Jahr 2018. Eine Veranstaltung von Attac Rosenheim und den Naturfreunden Rosenheim mit Unterstützung des Kurt Eisner Vereins. Eintritt frei, gern kann gespendet werden.

Auf Sark, einer im Ärmelkanal gelegenen, kleinen Insel, lebten die Menschen seit hunderten von Jahren als autonome Gemeinschaft, die auf gegenseitiger Selbsthilfe und Selbstverwaltung gründete. Keiner der inzwischen rund 600 Einwohner besaß das Land, auf dem er lebte, denn es wurde als Lehen von der britischen Krone gegeben. Das Leben war einfach und beruhte eher auf gegenseitigem Vertrauen als auf Gesetzesvorgaben.

Aber eine neue Macht veränderte von heute auf morgen das beschauliche Inselleben: Zwei Milliardäre begannen systematisch das Land aufzukaufen und erwarben vier der sechs Hotels. Ihre Firmen besitzen inzwischen ein Drittel der gesamten Landfläche. Ihre Anwälte greifen jede Gesetzesinitiative des kleinen Feierabendparlaments an, das verzweifelt versucht, regulierend einzugreifen. Und der von ihnen herausgegebene Newsletter diffamiert und beleidigt jeden, der sich ihren Plänen in den Weg stellt.

Auf dem idyllischen Schauplatz entfaltet sich ein erbitterter Kampf um Demokratie, Meinungsfreiheit und gesellschaftliche Verantwortung. Wie in einen Mikrokosmos blickt der Film auf eine kleine Gemeinschaft, die wirtschaftlich, politisch und menschlich von den rücksichtslosen Machenschaften einer Finanzelite zerrüttet wird, weil es keinen Staat gibt, der bereit wäre ihre Interessen zu schützen. Und das nicht in der Dritten Welt, sondern mitten unter uns.

Und er geht der Frage nach, welche Absichten wirklich hinter dieser feindlichen Übernahme stehen. Denn ein böser Verdacht verfestigt sich: Soll Sark in Wirklichkeit kein Luxus-Resort, sondern eine Steueroase im Privatbesitz der Milliardäre werden, bequem gelegen auf halbem Weg zwischen London und Paris?

Presseinfo Attac Rosenheim

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