In 18 Minuten von Rosenheim nach Mumbai!

Wie ein regional aktives Unternehmernetzwerk überregionale Größe demonstriert

Abhijit Chalke vom Reisebüro Parivaar Tours (Mumbai), BNI Kollege aus Indien half bei der Rückholung von Julia
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Abhijit Chalke vom Reisebüro Parivaar Tours (Mumbai), BNI Kollege aus Indien half bei der Rückholung von Julia

Rosenheim - Ein Netzwerk verbindet Menschen, die das gleiche Ziel haben. Das vorwiegend regional agierende internationale Unternehmernetzwerk BNI, dem sich auch in Rosenheim zahlreiche Unternehmer*innen angeschlossen haben, ist es gelungen, ganze Kontinente zu vereinen. Sonja Lehmann, ein langjähriges Mitglied, setzt im März 2020 einen persönlichen Hilferuf ab. Die vertrauensvollen Beziehungen unter den weltweiten Kollegen ermöglichen eine schnelle und konkrete Unterstützung

Die Reise nach - Indien Anfang März 2020 startet Julia, die Tochter von Sonja Lehmann, nach Mumbai/Indien. Sie plant dort eine zweimonatige Ausbildung zur Yogalehrerin. Der Start in Goa gestaltet sich vielversprechend und sie nimmt Kontakt zum indischen Yogalehrer Rajesh auf. Er lädt sie ein, an einem gemeinsamen Kurs im Norden des Landes teilzunehmen. Auf dem Hinweg legen sie einen Stopp im Haus seiner Familie ein. Dort wird Julia mit offenen Armen aufgenommen und in das Familienleben integriert. Covid-19 ist zu diesem Zeitpunkt ein Ereignis, das sich in Europa zunehmend ausbreitet. In Indien spielt die Pandemie keine Rolle. Noch nicht.

Das Blatt wendet sich

Nach ein paar Tagen Aufenthalt ändert sich alles. Über Nacht berichten Nachrichten und soziale Medien von zunehmenden Infektionsfällen in Indien. Ausgangssperren und Reisebeschränkungen drohen. Die Stimmung vor Ort kippt und Julia kann das Haus nicht mehr verlassen. Die Einheimischen betrachten sie, die weiße Europäerin, als personifiziertes Virus. Es wird Zeit, so schnell wie möglich den Rückflug anzutreten. Was normalerweise „nur“ eine Umbuchung eines bezahlten Flugtickets ist, entwickelt sich zu einem Problem. Die indische Regierung annulliert sämtliche Flüge, online gebuchte Tickets verlieren die Gültigkeit. Eventuelle Alternativen, eine Heimreise zu organisieren, schwinden stündlich. Parallel steigen die Infektionszahlen immer weiter an.

Die Rückreise ist in Gefahr

Mit weltweit wachsender Krise schaltet sich die deutsche Regierung ein und startet ein bisher nie da gewesenes Rückholprogramm mit der Lufthansa. Auch Indien und die dort gestrandeten Touristen hoffen auf Hilfe. Julia registriert sich auf allen zur Verfügung stehenden Portalen. Aber dieses Angebot nutzen viele andere ebenso intensiv. Die Leitungen sind überlastet, Verbindungen brechen ab, ohne die Bestätigung einer geglückten Erfassung zu erhalten. Wie ein Wunder klappt wenigstens der Handy-Chat nach Rosenheim. Dort versucht Sonja Lehmann, parallel Anmeldungen zu tätigen, Auskünfte zu bekommen, Kontakte zur Botschaft und zum deutschen Konsulat aufzunehmen. Nicht einfach bei sechs Stunden Zeitverschiebung und ständig wechselnden Informationen. Die Lage spitzt sich eklatant zu, als Indien eine totale Ausgangssperre verhängt und innerindische Verbindungen von einem Tag auf den anderen verbietet. Gleichzeitig wird verfügt, dass sich alle Touristen in Delhi einzufinden haben, um von dort mit Maschinen der Lufthansa auszureisen. Als Julia diese Nachricht erhält, hat sie 16 Stunden Zeit in die Hauptstadt zu gelangen. Aber dazu ist eine Entfernung von knapp 1000 km zu überwinden.

Das Netzwerk als Rettungsanker

Ein Netzwerk verbindet Menschen. BNI als global agierendes Unternehmernetzwerk hat sich dabei den Leitspruch „Wer gibt, gewinnt“ auf die Fahne geschrieben. Weltweit vertreten dieses Ziel über 270.000 Mitglieder in 9500 Teams aus 71 Ländern der Erde. Eines davon ist das Team North-East-India in Mumbai, mit Abhijit Chalke mit seinem Reisebüro Parivaar Tours. Sonja Lehmann sendet eine E-Mail an den indischen BNI-Kollegen. Es dauert, trotz der Zeitverschiebung, nur unglaubliche 18 Minuten bis er auf die Anfrage antwortet. Sofort bietet er Unterstützung an, obwohl auch ihm aufgrund des Lockdowns die Hände in vielerlei Hinsicht gebunden sind. Gemeinsam gelingt es, zwei innerindische Flugtickets zu ergattern, da sich die Reise nach Delhi nur via Flugzeug innerhalb der 16 Stunden bewerkstelligen lässt. Von einem nahegelegenen Militärflughafen aus bringt sie eine kleine Maschine zum nächstgelegenen Flughafen, von wo sie schließlich in Richtung Delhi abhebt. In der darauf folgenden Nacht sitzt Julia in der Lufthansa-Maschine, die als einzige um zwei Uhr morgens Ortszeit starten darf. Zehn Stunden später landet die Rosenheimerin wohlbehalten in Frankfurt.

Der Kontakt bleibt, das Vertrauen wächst

Besondere Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. BNI Mitglieder leben täglich das gemeinsame Ziel, mehr als geschäftliche Verbindungen einzugehen. Dies vermittelt in den aktuell herausfordernden Tagen Zuversicht und eine gute Basis, schwierige Umstände erfolgreich zu meistern. Zur Zeit halten die Rosenheimer BNIler den Kontakt in digitalen Treffen aufrecht. Immer freitags findet via Online-Konferenz ein reger Austausch innerhalb der Rosenheimer Teams statt. Besucher sind herzlich willkommen, sich persönlich vom einzigartigen Spirit zu überzeugen. Mehr Informationen zum Thema gibt es unter BNI Opal (Sonja Lehmann, www.diewortmalerin.com) oder BNI Nephrit (Marianne Bradaric www.mariannebradaric.com) oder unter

Abhijit Chalke, Sonja Lehmann, Julia Martinus

Abhijit Chalke, Sonja Lehmann, Julia Martinus
Abhijit Chalke, Sonja Lehmann, Julia Martinus © Abhijit Chalke, Sonja Lehmann, Claus Rammel
Abhijit Chalke, Sonja Lehmann, Julia Martinus
Abhijit Chalke, Sonja Lehmann, Julia Martinus © Abhijit Chalke, Sonja Lehmann, Claus Rammel
Abhijit Chalke, Sonja Lehmann, Julia Martinus
Abhijit Chalke, Sonja Lehmann, Julia Martinus © Abhijit Chalke, Sonja Lehmann, Claus Rammel

Sonja Lehmann

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