Beschlussfassung zur Eindämmung der Corona-Pandemie

Protestaktion des Kur- und Tourismusverein e. V. Bad Feilnbach

Bad Feilnbach - Den nachfolgenden Brief haben wir heute an folgende Personen per Post versandt: Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Staatsminister Hubert Aiwanger, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Staatssekretär Klaus Holetschek, Mdl Klaus Stöttner, Landrat Otto Lederer, Präsidentin DEHOGA Angela Inselkammer, DEHOGA KV Rosenheim Theresa Albrecht, 1. Bürgermeister der Gemeinde Bad Feilnbach Anton Wallner, Gemeinderätinnen und Gemeinderäte der Gemeinde Bad Feilnbach

mit großer Bestürzung haben wir in Bad Feilnbach die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz vom 28.10.2020 zum zweiten Lockdown in Deutschland zur Kenntnis nehmen müssen. Erneut wird das öffentliche Leben massiv eingeschränkt und unterbunden. Von einem Lockdown „light" zu sprechen, erscheint uns in diesem Zusammenhang mehr als unpassend, ja sogar zynisch.

Erneut wird das Beherbergungs- und Gastgewerbe weitgehend geschlossen. Die dadurch erhofften Ziele werden damit aber nicht erreicht werden. Unsere Hoteliers und Gastwirte haben mit viel Aufwand Hygienekonzepte erstellt, umgesetzt und überwacht. Lt. dem RKI und seinem Präsidenten Wieler sind es nicht die Hotels und Gastwirtschaften, welche die Treiber der Pandemie sind. Dies ist der Beweis, dass unsere Hygienekonzepte funktionieren und in der Pandemie helfen, die Menschen „bei der Stange" zu halten. Ganz im Gegensatz dazu der private, unkontrollierte Bereich. Hier existieren keine Hygieneregeln und keine Überwachung. Die AHA-Regeln werden eher nicht eingehalten und entziehen sich jeglicher Kontrollmöglichkeit. Hierzu haben das RKI und die Präsidenten verschiedener Forschungsinstitute deutliche Empfehlungen herausgegeben.

Dass die Schließung von Hotel- und Gastgewerbe keinen Effekt bringt, zeigt die momentane Situation im Berchtesgadener Land. Trotz eines mittlerweile IOtägigen Lockdowns steigen die 7-Tage-lnzidenzzahlen weiter an. Durch die Schließung öffentlicher Begegnungsstätten wandern die Menschen in den privaten, ungeschützten und unkontrollierten Bereich ab. Hier sollte aus Sicht des RKI und der Forschungsinstitute angesetzt werden, eine Forderung der wir uns vorbehaltslos anschließen. Weiterhin zeigt sich in Bayern und insbesondere in den stark betroffenen Landkreisen, dass die krankenhaus- und intensivpflichtigen Patienten nicht in dem Maße steigen, wie nach der Erfahrung der ersten Welle eigentlich zu vermuten gewesen wäre. Unser sehr leistungsfähiges Gesundheitswesen ist trotz wesentlich höherer Infektionszahlen im Vergleich zur ersten Welle im Frühjahr nicht wesentlich belastet und schon gar nicht überlastet. Dies kann auch unter der Berücksichtigung des zeitlichen Versatzes zwischen Infektion und Vollausbruch der Krankheit gesagt werden. Gerade in Stadt und im Landkreis Rosenheim, wo wir seit Beginn der Pandemie mit hohen Zahlen zu kämpfen haben, zeigt sich, dass diese sich nicht 1:1 in unseren Krankenhäusern niederschlagen.

Unsere bayerische Wirtshaustradition steht auf dem Spiel. Mit hohem Aufwand wurden die Corona-Maßnahmen umgesetzt und gelernt, mit den Restriktionen zu leben. Mit viel Mühe gelang es im Sommer, die Verluste auf ein erträgliches Maß zu begrenzen. Ein weiterer Lockdown wird unsere Hoteliers, Vermieter und Gastwirte schwer treffen, einige zum Aufgeben zwingen und den Kur- und Tourismus in Bad Feilnbach langfristig beschädigen. Dieser ist aber unser wichtigster Wirtschaftszweig und wird somit auch die Gemeinde massiv in ihrer Existenz und in ihrem Selbstverständnis bedrohen. Nicht unerwähnt lassen wollen wir in diesem Zusammenhang die Beschäftigten in unseren Betrieben. Sie müssen mit Kurzarbeit oder gar Kündigung klarkommen. Sie haben oft keine Puffer und wissen häufig nicht, wie sie die Zeit finanziell überstehen sollen.

Aus unserer Sicht sind die falschen Beschlüsse gefasst worden, unwirksam, die Pandemie einzuschränken aber mit massiven negativen Seiteneffekten für unsere heimische Wirtschaft. Wir bitten Sie daher, ihre Beschlüsse zu überdenken und darauf hinzuwirken, das Gastgewerbe umgehend wieder zu öffnen und Maßnahmen zu ergreifen, den privaten, unkontrollierten Kontaktbereich weiter einzudämmen. Wir unterstützen vollumfänglich den Apell der DEHOGA Bayern vom 28.10.2020. Setzen Sie nicht unnötig und nicht zielführend die Existenz und die Wirtschaftskraft des bayerischen Gastgewerbes aufs Spiel! Mit freundlichen Grüßen Kur- und Tourismusverein der Gemeinde Bad Feilnbach e. V. Karin Freiheit Dr. Hans- Jürgen Eisele 1. Vorsitzende 2. Vorsitzender

Pressemitteilung Kur- und Tourismusverein der Gemeinde Bad Feilnbach e. V. / Michael Stumpf

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