Freie Wähler Rosenheim Land besuchen Hagelflieger in Vogtareuth

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Dass das politische Leben im Landkreis Rosenheim trotz des drängenden Flüchtlings-problems weitergeht, beweist der Besuch der Kreistagsfraktion und weiterer Funktionsträger der „Freien Wähler“ am Montagabend bei den Hagelfliegern.

Gegen 19:00 Uhr besichtigten die Fraktionsmitglieder unter Führung ihres Vorsitzenden, Sepp Hofer, am Flugplatz Vogta-reuth die mit Flutlicht beleuchteten Einsatzmaschinen und ließen sich von den anwesenden Piloten die technischen Besonderheiten der Hagelflugzeuge, insbesondere die Funktion der Silberjodid-Brenner, erklären. Anschließend folgte durch die Einsatzpiloten Andreas Kotschen¬reuther und Ludwig Schierghofer eine umfassende Präsentation der Geschichte, Organisation und Wirkungsweise der Hagelabwehr. Hierbei wurde deutlich, dass das Prinzip der Wolkenimpfung mit Silberjodid die Bildung großer schadensträchtiger Hagelschlossen nur dann verhindern kann, wenn rechtzeitig im stärksten Aufwindbereich der Gewitterwolke geflogen wird und sich die Silberjodid-Kristalle in der Wolke verteilen können. Besonders interessant war auch die Tatsache, dass es sowohl in Deutschland und den europäischen Nachbarländern als auch weltweit insgesamt über 50 Hagelabwehrprojekte gibt, bei denen –wie bei uns– Flugzeuge mit Silberjodid-Brennern eingesetzt werden. Insbesondere in Osteu-ropa werden aber auch noch Hagelraketen verwendet. Hagelpilot Konrad Kneschaurek be-rich¬tete dann über seinen Besuch eines internationalen Wetterbeeinflussungs-Symposiums in den USA, bei dem unter anderem die Hagelabwehr-Projekte in North Dakota (USA) und in Alberta (Kanada) im Detail vorgestellt wurden. In Kanada werden die Gewitterwolken seit 1996 nicht nur an der Wolkenbasis geimpft (base-cloud-seeding), sondern es werden jetzt zu-sätzlich mit einem höhentauglichen Turbo-Prop-Flugzeug sogenannte „ejectable flares“ (mit Silberjodid-Granulat gefüllte Brennstäbe, die –wie Feuerwerkskörper– rückstandslos ab-brennen) von oben in die Wolke eingeworfen (top-cloud-seeding). In North Dakota ermittelte eine Wirtschaftlichkeitsstudie der North Dakota State University über die letzten 10 Jahren hinweg eine Reduzierung des Ernteverlustes von ca. 45% durch den Einsatz der Hagel-abwehr. In Kanada besteht nach dortiger Aussage kein Interesse an der Finanzierung einer rein wissenschaftlichen Untersuchung der Wirksamkeit der Hagelabwehr, hier stehen die Durchführung der Hagelabwehr sowie die sichtbare Wirkung und die Schadensminderung im Vordergrund. Es folgte eine angeregte Diskussion mit den Hagelpiloten und dem Einsatzleiter, Georg Vogl, wobei der „Nacht¬einsatz“ der Fraktionsmitglieder der „Freien Wähler“ mit den Hagelpiloten erst kurz vor Mitternacht sein Ende fand.

Sepp Hofer

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