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Flutschäden

Albaching kämpft mit den Unwetterfolgen - Wird in der Region genug für Bürgerschutz getan?

Nein, das ist kein Winterbild. So sah es nach dem Unwetter Ende Juni in Albaching aus. Die Folgen davon, wie die Verschlammung des Kanalsystems beschäftigten nun den Gemeinderat.
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Nein, das ist kein Winterbild. So sah es nach dem Unwetter Ende Juni in Albaching aus. Die Folgen davon, wie die Verschlammung des Kanalsystems beschäftigten nun den Gemeinderat.

1,5 Kubikmeter Schlamm wurden in Albaching in der Sommerstraße allein aus einer Regenwasserrigole entfernt. Das Unwetter Ende Juni hatte die Regenwasserkanäle der Gemeinde überfordert. Mit der Verschlammung des Kanalsystems beschäftigte sich nun der Gemeinderat.

Albaching – Mit den Nachwehen des schweren Hagelunwetters, das Ende Juni über weite Teile Bayerns hinweggefegt war, musste sich in der ersten Julisitzung nun auch der Albachinger Gemeinderat beschäftigen. Beschlossen wurde schließlich einstimmig, die Regenwasserkanäle der Gemeindeteile Albaching, Berg und Kalteneck so schnell wie möglich zu reinigen und, falls notwendig, auch orten zu lassen. Dies bedeutet, dass Leitungen, deren Lage nicht eindeutig dokumentiert sind, eingemessen werden sollen. Bürgermeister Rudolf Schreyer (GWA) wurde mit den notwendigen Vergaben beauftragt. Bei der vorausgehenden Diskussion wurde nochmals deutlich, wie einschneidend dieses Hagelunwetter für den Ort war.

1,5 Kubikmeter Schlamm

Schreyer berichtete, dass im Bereich der Sommerstraße vorsorglich eine Regenwasserrigole gereinigt worden sei und alleine hier an dieser Stelle etwa eineinhalb Kubikmeter Schlamm entfernt wurden, sodass man davon ausgehen müsse, dass die anderen Versickerungseinrichtungen im Gemeindebereich ebenfalls stark verschmutzt seien. Er sprach weiter von „starkem Schmutzeintrag und Verschlammung“ im Netz des gesamten Gemeindegebiets. Ob man das gesamte Regenwassernetz begutachten sollte, was rund 20 000 Euro kosten würde, oder erst einmal vorrangig nur bestimmte Stellen, das stellte er im Rat zur Diskussion.

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Andreas Heinz (GWA) schlug vor, einen Plan aufzustellen, anhand dessen jedes Jahr andere Bereiche des Kanalnetzes überprüft werden könnten und man sich so nach und nach durcharbeiten könne. Dem stimmte Schreyer zu: „Ja, das wäre auch mein Vorschlag“.

Zweiter Bürgermeister Sebastian Friesinger (GWA) brachte dann auch ins Gespräch, die Bereiche, wo keine Vermessung und daher kein Plan vorlägen, mit aufzunehmen und vor allem, „das System zu digitalisieren“. Außerdem betonte er, wie wichtig eine zeitnahe Begutachtung und Reinigung sei, denn wenn die Schlammrückstände erst einmal richtig eingetrocknet seien, „geht es immer schlechter raus“. Bernhard Mayer (GWA) wollte wissen, ob „sämtliche Sickerschächte schon gereinigt“ worden seien. Dazu wusste niemand Genaueres, sodass davon eher nicht auszugehen ist. Meistens werde dies nur bei konkreten Problemen gemacht, also „wenn nichts mehr abläuft“, meinte der Bürgermeister. Dieses Mal sei „viel Unrat mitgerissen worden“, wusste er.

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August Seidinger (GWA) fragte, ob im Baugebiet „Buchenweg-West“, bei dessen Entstehung große Sorgen und Bedenken wegen möglicher starker Niederschläge und deren Ableitung bei den Anwohnern bestanden hatten, die Rigolen und das Entwässerungssystem funktioniert hätten. Dies war offenbar der Fall, weil keinem der Anwesenden etwas dazu gemeldet worden war.

Stefan Schwimmer (GWA), der ebenfalls als stellvertretender Kommandant der Feuerwehr bei zahlreichen Einsätzen in dieser Zeit beteiligt war, konnte von Details vor Ort berichten: In zehn Minuten habe es 14 Einsätze gegeben, die man gar nicht mehr so schnell abarbeiten habe können. Da am ersten Tag der Hagel alles zerschlagen und niedergemäht habe, habe die Bepflanzung bei dem einsetzenden Starkregen am darauffolgenden Tag nichts mehr abhalten können.

Lichtschächte sind Schwachstellen

Er appellierte auch an die einzelnen Bürger, jeder möge auf seinem Grundstück „selber schauen“ und sich um „natürliche Barrieren und Ablaufmöglichkeiten“ kümmern. Ein so großes System, um das alles aufzufangen, könne die Gemeinde gar nicht bauen, war Schwimmer sicher.

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Eine Schwachstelle seien Lichtschächte; bei solchen sei auch im Privaten der Kauf von Pumpen für den Notfall anzuraten, so Schwimmer weiter. Das Reinigen des Regenwassersystems fand er „in jedem Fall sinnvoll“. Bürgermeister Schreyer bedankte sich bei dieser Gelegenheit und lobte im Anschluss Schwimmer und das ganze Feuerwehr-Team für deren Einsatz.

Längerfristig betrachtet, so war sich der Gemeinderat einig, wäre die Ausarbeitung eines Plans sinnvoll, um die turnusmäßige Prüfung und Abarbeitung des gesamten gemeindlichen Regenwassernetzes sicherzustellen.

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