Leinenzwang für alle Haager Hunde!

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Schluss mit dem Freilauf: Für Haager unde gilt nun Leinenzwang.

Haag - Ausnahmen gibt‘s nicht: In Haag müssen künftig alle Hunde an die Leine. Im zweiten Anlauf befürwortete der Gemeinderat jetzt einen Antrag auf Anleinzwang.

Lesen Sie hier den Original-Bericht der Wasserburger Zeitung vom 6. November 2009:

Alle Hunde an die Leine nehmen

Den Antrag an den Gemeinderat hatte Andrea Simoneit mit 130 Unterschriften und der Feststellung, dass die Hunde "verantwortungsloser Herrchen" immer mehr würden untermauert. Kinder seien schon angefallen worden.

In der Polizeistatistik steht laut Bürgermeister Hermann Dumbs über Vorfälle mit Hunden "nichts Gravierendes", es gebe aber "Vorkommnisse mit bereits bekannten entflohenen Hunden". Die Verpflichtung zur Entfernung des Hundekots, ein ebenfalls von Simoneit angeführtes Problem, bestehe bereits mit Paragraf 3 der Gehwegereinhaltungsverordnung. Sie gelte für alle Ortsteile, nicht für die "Prärie".

Ein deutliches Bußgeld forderte Josef Ott (PWG), damit die Betroffenen den Paragrafen auch respektieren. Stefan Högenauer (CSU) pflichtete ihm bei. Die Aufforderung stehe bislang nur auf Papier. Das interessiere keinen. Sein Vorschlag: Die Verwaltung muss sich auf die Lauer legen. Sissi Schätz (SPD) forderte, auch ein Auge auf die grünen Ecken und dunklen Gassen zu werfen.

Ein Zusammenhang wischen Leine und Kot besteht nach Thomas Sax (CSU). Die Verantwortung liege beim Hundehalter. Viele von ihnen sprächen sich auch für den Leinenzwang aus. So sollen "alle angehängt" werden. Seinem Nachbarn habe erst ein "wohlerzogener" Hund den ganzen Hühnerstall ausgeräumt. Eine Ausdehnung auf das gesamte Gemeindegebiet, nicht nur auf die bebauten Ortsteile, verlangten Egon Barlag (Freie Wähler) und Konrad Kolbinger.

Dagegen verwies Eva Rehbein (SPD) auf den bewährten "Hundefreilaufplatz" der Freiham. Das wäre mit dem Leinenzwang dann Tabu. Jack Jakel (PWG) protestierte: Irgendwo sollten die Hunde auch einmal laufen dürfen. Wer werde die neue Verordnung schon kontrollieren? Auch Dumbs lehnte es ab, einen Überwacher für Hundeleinen einzustellen.

"Ein Paragraf mehr und keine Kontrolle", resümierte Herbert Zeilinger (CSU). Die Gemeinde solle sich lieber unverantwortliche Hundebesitzer vorknöpfen. Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU) wollte eine Ausweisung "kritischer Bereiche mit viel Publikum" für den Leinenzwang. Die Gemeinde könne die bestehende Kampfhundeverordnung ausweiten, müsse dann aber auch Sanktionen einführen und kontrollieren.

Für freilaufende Hunde im Wald zur Jagd sprach sich Dr. Wolfgang Weißmüller (PWG) aus. Waltraud Sax (CSU) hob noch einmal die Gefahren hervor, die vor allem für Kinder von freilaufenden Hunden ausgehen können. Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) wollte in einem Kompromiss gewisse Freiplätze zum Freilauf. Hans Urban (CSU) schlug die Freiham vor. Dagegen verwehrte sich im Namen der Erbengemeinschaft Weißmüller: "Die Freiham darf nicht das Haager Hundeklo werden!" So einigte man sich mit zwölf gegen sechs Stimmen auf einen generellen Anleinzwang für ganz Haag, "soweit das rechtlich zulässig ist".

xy/Wasserburger Zeitung

Special: Diese Hunderassen werden in Bayern als „Kampfhunde“ eingestuft:

Gefährliche Hunderassen

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Bayern hat 19 Hunderasse als "Kampfhund" definiert. Eine davon ist der Dogo Argentino. © Marcus Schlaf
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Auch der American Bulldog zählt zu den Kampfhunden. Seine Gefährlichkeit kann er aber durch einen Wesenstest widerlegen. © fkn
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Der Bullterrier ist ebenfalls ein "Kampfhund", der nach einem Wesenstest als unbedenklich gilt. © dpa
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Der Cane Corso ist eine Rasse, die außer in Bayern nur noch in Brandenburg als gefährlich gilt. © fkn
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Dobermänner gelten in Bayern nicht als Kampfhunde. Dennoch hat ein Tier dieser Rasse im jüngsten Fall Passanten in München angefallen. © fkn
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Sieht nett aus, gilt in Bayern aber als Kampfhund: der Mastiff (l.) mit einem Chihuahuas. © dpa
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Auch der Mastino Napoletano gilt als gefährlich. © dpa
rottweilerdpa
Rottweiler sind eine (gefährliche) deutsche Hunderasse. © dpa
staffordsterrierdpa
Der American Staffordshire Terrier ist gefährlich. Das kann in Bayern auch ein Wesenstest nicht widerlegen. © dpa
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Ein Yorkshire gilt selbst in Bayern nicht als gefährlich. Doch einst wurde die Rasse als Kampfhund gezüchtet und trat gegen Ratten an. © ap

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