Ameranger Wildtierhilfe setzte sich für Kitzrettung ein 

Nach der Mahd: Finden die Geißen ihre Rehkitze wieder?

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Die kleinen Rehkitze werden vor der Mahd von ehrenamtlichen Helfern aus dem hohen Gras gerettet. 
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Amerang - Die Wildtierhilfe Amerang hat sich der Rehkitzrettung vor dem Mähtod im Frühjahr verschrieben. Offen ist die Frage, ob die Geißen ihre Kitze wieder finden, wenn das Gras gemäht ist. Eine Frage, die die Leiterin des Ameranger Vereins beantworten kann. 

Jedes Jahr im Frühjahr sterben unzählige junge Rehe einen grausamen Tod, weil sie im hohen Gras von den landwirtschaftlichen Maschinen bei den Mäharbeiten im hohen Gras übersehen werden. 

Der in diesem Jahr neu gegründete Verein Wildtierhilfe Amerang hat laut der ersten Zwischenbilanz bisher bereits über 80 Rehkitzen das Leben gerettet. Damit die Kitze keinen menschlichen Geruch annehmen fangen sie die Helfer mit Handschuhen ein und tragen sie an den Wegesrand, wo sie unter Körben bis zur Ende der Mahd gesichert werden. 

Ein Rehkitz wird aus dem hohen Gras vor der Mahd gerettet. 

Doch eine Frage bleibt offen: Wie finden die Mütter ihre Kitze nach der Rettung wieder, wenn die Wiesen gemäht wurden? Eine Frage, die sich Marie-Theres Schurrer, Drohnenpilotin und Leiterin des Vereins aus Amerang, anfangs selbst, wie sie gegenüber der Redaktion beton, "mit Skepsis" gestellt hat. 

Geißen warten im Hintergrund

Nach einigen erfolgreichen Rettungsaktionen aber kann sie Entwarnung geben: "Die Erfahrung zeigt, dass die Geiß meist schon im Gebüsch wartet, bis der Mensch endlich wieder verschwindet. Wir legen die Kitze immer am Waldrand ab, wo die Geiß rasch wieder hinkommt. Wenn die Körbe entfernt sind und die Menschen sich zurückgezogen haben, dauert es häufig keine zehn Minuten bis die Kitze von ihren Müttern wieder abgeholt werden. Wenn sie größer sind, stehen sie von selbst auf und marschieren zielsicher in den Wald hinein, wo die Geiß oft schon bellt oder fiepst. 

Anfangs habe sich Schurrer immer eine halbe Stunde nach der Rettung nochmals abgesichert und nachgesehen, was mit den Kitzen geschah. Inzwischen aber sei sie beruhigt: "Die Geißen sind mutiger als man denkt, laufen uns auch manchmal entgegen wenn wir das Kitz bergen und schimpfen häufig aus dem Wald heraus. Die Mütter sind während der Kitzrettung im Hintergrund immer anwesend."

Bei der ganzen Aktion müsse man auch im Hinterkopf behalten, dass ein junges Kitz alle zwei bis drei Stunden gesäugt werde, deswegen sei die Geiß allein deshalb schon nicht weit weg. 

Wünschenswert: Ruhezonen für das Wild

Die Helfer bemühen sich außerdem, alle Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten, darunter zähle das Abreiben der Handschuhe mit Gras und natürlich die "Gefängniszeiten" der Kitze möglichst kurz zu halten.

"Ich fürchte, mehr können wir nicht tun. Auch ein kleines Restrisiko ist immer noch besser als der Mähtod", erklärt Schurrer abschließend. "Noch besser wären natürlich Ruhezonen für das Wild, in denen es ungestört seine Jungen setzen und aufbringen kann - ohne Mähtod oder Rettungsstress. Das ist aber politisch bisher noch schwer vermittelbar." 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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