Ungewöhnliches Hobby zweier Babenshamer 

Wenn der Metalldetektor bei einer Weltkriegsbombe anschlägt

Die Brüder Mihai und Augustin Cojocaru im Wald.  Mit einem Metalldetektor suchen sie nach Dingen aus der Vergangenheit - und stießen erst kürzlich auf eine Bombe aus dem Weltkrieg. 
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Die Brüder Mihai (rechts) und Augustin Cojocaru im Wald.  Mit einem Metalldetektor suchen sie nach Dingen aus der Vergangenheit - und stießen erst kürzlich auf eine Bombe aus dem Weltkrieg. 

Babensham - Ein ungewöhnliches Hobby haben sich Mihai und Augustin Cojocaru gesucht: Mit einem Metalldetektor durchstreifen die beiden Brüder die Wälder in der Umgebung. Sie haben viele Relikte aus der Vorzeit entdeckt - vor Kurzem sogar eine Bombe aus dem 1. Weltkrieg. 

"Vor drei Jahren haben wir damit angefangen, die Wälder zu durchsuchen - erst mit einem kleinen Detektor. Es hat nicht lange gedauert, da wurden wir schon fündig", erzählt Mihai begeistert. "Und plötzlich hat uns das nicht mehr losgelassen, Sachen im Boden zu suchen." 


Seitdem sind die beiden fast jedes Wochenende einige Stunden lang unterwegs - streifen durch Wälder im Umkreis von bis zu 80 Kilometer: Vom Altlandkreis Wasserburg aus strömen sie aus in den Chiemgau, bis Neuötting oder Burghausen und ins Ebersberger Land. Lediglich im Hochsommer sowie bei Starkregen und Schnee verzichten sie auf ihr Hobby. Manchmal ist auch der Papa dabei. 

Münzen sind oft im Boden zu finden. 

Bombenfund aus dem 1. Weltkrieg 

Anfang des neuen Jahres, am 4. Januar, staunten die beiden nicht schlecht, als sie im wahrsten Sinne des Wortes einen "Bombenfund" bei Edling gemacht haben. Der Detektor schlug an und die beiden begannen zu graben - bis sie erkannten, auf was genau sie gestoßen waren: Es handelte sich um eine Bombe, vermutlich aus dem 1. Weltkrieg, so weit konnten sie das bereits nach wenigen Augenblicken eingrenzen. 

"Wir haben dann gleich bei der Wasserburger Polizei angerufen und eine spezielle Einheit aus München hat das Areal sofort gesperrt. Das war dann schon ein wenig erschreckend", schildert Augustin. 

Ältester Fund: Ein Ring aus dem 13. Jahrhundert

Ringe aus dem vorigen Jahrhundert, Geldmünzen samt Beutel aus dem Dritten Reich oder amerikanische Silberlinge aus den 50er-Jahren, rostige Gürtelschnallen und zerrissene Ledergürtel mit Pistolenholster aus der SS-Zeit, leere Patronen und Hülsen - nur einige der zahlreichen Relikte aus grauer Vorzeit, die sich bei den beiden in der Wohnung ansammeln. 

Der zeitlich älteste Fund sei Mihai zufolge vermutlich ein Siegelring aus dem 13. Jahrhundert, den sie in in der Nähe von Maitenbeth gefunden haben. Das Wissen um ihre Funde eignen sich die Brüder dank Google an. 

"Im Internet findet man fast alles. Wenn wir einmal gar nicht weiterwissen erkundigen wir uns beim Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege indem wir den Fund einschicken, um mehr über den Ursprung zu erfahren", erklärt Mihai. 

Mihai und Augustin Cojocaru unterwegs in den Wäldern rund um den Wasserburger Altlandkreis und darüber hinaus. 

Ihr Hobby ist nicht ganz billig: Allein der Detektor kostet über 1.000 Euro und für die Waldspaziergänge haben sie extra feste wettertaugliche Kleidung gekauft. "Mit Jogginhose und Sandalen kommt man nicht weit", grinst Mihai. 

Auch ein Erste-Hilfe-Set ist immer mit dabei. Denn ganz ungefährlich ist die Suche im Wald nicht - gerade wenn man auf Bomben aus den Weltkriegen stößt. Auch eine Panzerfaust haben sie schon einmal gefunden. Augustin ist im Wald einmal in einen Sumpf geraten und kam ohne Hilfe nicht mehr heraus - sie mussten ihn herausziehen.

Gefährliche Funde wie Bomben oder eine Panzerfaust aus den Weltkriegen wurden ebenfalls bereits entdeckt. 

Spaß am Erkunden der Vergangenheit

"An manchen Stellen suchen wir mehr als nur ein Mal, da sie ergiebiger sind - anderorts finden wir teilweise gar nichts", erklärt Augustin weiter. Doch selbst das macht den Brüdern im Alter von 32 und 34 Jahren nichts aus. Sie gehen die Wälder ab, weil es ihnen Spaß macht. 

"Es ist interessant, stumme Zeitzeugen und Relikte aus vergangenen Zeiten zu finden und zu analysieren. Ich bin immer wieder aufs Neue beeindruckt von der Qualität der Sachen und dass sie über so lange Zeit im Boden gehalten haben. So sieht man, was von unseren Vorfahren geblieben ist", unterstreicht Mihai zum Schluss. Nur auf weitere Bomben stoßen, das brauchen die Brüder so schnell dann doch nicht mehr. 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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