Vandalismus-Attacke auf Edlinger Kindergarten - Polizei ermittelt 

Bürgermeister: "Ich weiß nicht, was mit unserer Gesellschaft los ist" 

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Der Kindergarten in Edling sieht zwar von vorne aus wie immer - wirft man aber einen Blick auf die Rückseite, stechen die Graffiti-Schmierereien ins Auge (kleines Bild.) 
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Edling - Der Kindergarten "Schatztruhe" in der Hochhauser Straße ist zum Jahresende ins Visier mehrerer Vandalen geraten. Unbekannte haben das Areal attackiert, verwüstet und beschmiert. Ein Frevel in den Augen von Edlings Bürgermeister Matthias Schnetzer - 500 Euro Belohnung setzt er nun aus für Hinweise aus der Bevölkerung, die zu den Tätern führen.  

Abgefeuerte Silvesterraketen, beschmierte Wände an der Rückseite, bröckelnder Putz, eine zerbrochene Eingangstür aus Glas, der Versuch, ein Türelement anzuzünden - das ist die traurige Bilanz der Polizei Wasserburg, die den Schaden am Edlinger Kindergarten auf rund 7.000 Euro schätzt

So wie es sich darstellt vermutet die Polizei, dass es sich um zwei Tage gehandelt haben müsse, an denen das Gebäude in den Fokus der Täter gerückt sei. Als erstes wurden wohl die Wände mit Graffiti beschmiert und vermutlich am Silvestertag folgte die Attacke mit den Böllern und die eingeschlagene Glastür. 

Bürgermeister: "Nicht mehr tolerierbar" 

Graffiti-Schmierereien seien nicht neu für Edling, wie Bürgermeister Matthias Schnetzer im Gespräch mit wasserburg24.de erklärt. Am angrenzenden Skaterpark beispielsweise finden sich mehrere solcher "Kunstwerke", die sich jedoch auch inhaltlich "im Rahmen" halten würden. 

Abkürzungen wie "ACAB" ("All Cops are bastards", zu deutsch: "Alle Bullen sind Bastarde"), der Graffiti-Code "187" für "Mord" oder Sprüche wie "Fuck Cops" aber seien in den Augen Schnetzers definitiv nicht mehr tolerierbar - vor allem nicht an der Wand eines Kindergartens. 

"Da bringen wir den Kindern bei, dass sie auf ihre Sachen aufpassen sollen und nichts kaputt machen dürfen und dann kommen sie kommende Woche wieder in den Kindergarten und sehen das Ausmaß der Attacken - das ist doch traurig. Was treibt die Leute dazu, so etwas zu machen? Ich weiß nicht, was mit unserer Gesellschaft los ist", sagt Schnetzer resigniert. 

Die beschmierte Fassade des Kindergartens "Schatztruhe". 

Ermittlungen dauern an - 500 Euro Belohnung von der Gemeinde 

Ob den Schaden am Ende die Versicherung übernimmt oder die bis dato noch nicht ermittelnden Täter kann Schnetzer derzeit noch nicht sagen. Die Tür werde bis kommenden Montag, wenn der Kindergartenbetrieb im neuen Jahr wieder aufgenommen werde, repariert. Reinigung und Übertünchung der Ost- und Nordfassade werden aber wohl bis ins Frühjahr warten müssen. 

"Das ist auch sekundär. In erster Linie geht es um die Sache, dass man sich überhaupt zu solchen Taten hat hinreißen lassen. Wir reden hier von einer Straftat und keinem dummen Bubenstreich. Das Ganze ist wirklich traurig", betont der Bürgermeister und erklärt, die Gemeinde als Träger des Kindergartens habe Strafanzeige gestellt. 

Die Polizei ermittle indes gegen Unbekannt. Und die Ermittlungen dauern laut dem Sachbearbeiter von der Polizei Wasserburg weiter an. Spuren seien zwar gesichert worden, doch die Auswertung im Labor könne sich über Wochen ziehen und Zeugenaussagen würden auch noch auf sich warten. "Aktuell hat sich leider noch nicht allzu viel ergeben", so sagt es der Sachbearbeiter zum derzeitigen Ermittlungsstand. "Wir hoffen nach wie vor darauf, dass sich jemand meldet, der Beobachtungen gemacht hat oder die Täter kennt." 

Auch vor den Fenstern machten die Täter nicht Halt. 

Abschreckung durch Bewegungsmelder oder Videokameras? 

Vermutungen, um wem es sich bei den Vandalen handeln könnte, hat Bürgermeister Schnetzer: "Ich kenne meine Pappenheimer. Es könnte sich durchaus auch hier um einige Jugendliche aus dem Gemeindebereich handeln. Aber ich möchte mich nicht in die Ermittlungen der Polizei einmischen - die setzen alles daran, den oder die Täter zu finden. Aber ich lobe in meiner Funktion als Bürgermeister 500 Euro an Belohnung aus für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen." 

Falls das wirklich der Fall sei, dass es sich bei den Tätern um Jugendliche handelt, so würde es nach Schätzungen der Wasserburger Polizei vermutlich auf Sozialstunden als Strafe herauslaufen. 

Und wie könnten künftige Angriffe vermieden werden? Schnetzer wolle Sicherungsmaßnahmen ergreifen: Bewegungsmelder wären eine Möglichkeit oder Videokameras - doch das müsste man erst mit einem Experten klären. 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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