Kindergarten-Betrieb läuft wieder 

Vandalismus in Edling: Polizei schließt politische Motivation aus

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Die beschmierte Rückwand des Edlinger Kindergartens. 
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Edling - Ende 2018 wurde der Kindergarten "Schatztruhe" in der Hochhauser Straße das Ziel von Vandalen. Schmierereien an Wänden und Fenster, zerbrochene Fenster und Türen. In der kleinen Gemeinde fragt man sich zu Recht: Wer kommt auf so eine Idee? 

Wie sind die Schmierereien wie "ACAB" ("All Cops are bastards", zu deutsch: "Alle Bullen sind Bastarde") oder der Graffiti-Code "187" für "Mord" an den Wänden des Kindergartens zu deuten? 

Unsere Leser stellten nach Veröffentlichung des jüngsten Artikels zu der Vandalismus-Attacke in Edling fleißig Vermutungen an, wer und was hinter den Schmierereien stecken könnte. Möglicherweise sei daraus eine politische Verbindung zu Linksextremen zu lesen? Hooligans, Ultras, Skinheads oder doch "harmlose" Jugendliche aus dem Gemeindegebiet? 

Aus Langeweile zur Spraydose gegriffen? 

Der für den Fall zuständige Sachbearbeiter der Polizeiinspektion Wasserburg aber nimmt den teils waghalsigen Spekulationen den Wind aus den Segeln: "Dass eine politische Motivation hinter den Graffiti-Schmierereien steckt, ist eher ausgeschlossen. Ob es sich bei den Tätern wirklich um Jugendliche handelt, müssen wir noch herausfinden, aber gerade sind wir drauf und dran, die Täter zu ermitteln."

Aufgrund von Presseberichten und auch der Belohnung von 500 Euro, die Edlings Bürgermeister im Namen der Gemeinde für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, ausgelobt hat, hätten sich nämlich bei der Polizei mehrere Zeugen gemeldet, die mitunter auch Namen genannt hätten

Die Beweggründe für solche Taten sind auch für die Polizei unverständlich. Wie der Sachbearbeiter erklärt, hätten jugendliche Täter bei Vernehmungen oft ausgesagt, dass sie aufgrund von Langeweile zur Spraydose gegriffen hätten. 

Dass politische Hintergründe das Motiv waren, das hat der zuständige Sachbearbeiter zumindest im Raum Wasserburg bisher noch nicht erlebt. 

Hier fahren die Kinder Schlitten - mit Blick auf die Graffiti-Schmierereien. 

Kindergarten-Leiterin: "Möglicherweise eine Mutprobe Jugendlicher?" 

Der Kindergarten "Schatztruhe" hat inzwischen seinen Betrieb seit 7. Januar wieder aufgenommen. Wie haben die Kinder auf das Ausmaß des Vandalismus' reagiert

Leiterin Ursula Fredlmeier kann beruhigen: "Die Kinder sind teilweise noch sehr klein und verstehen das Ganze noch nicht so richtig. Wir haben mit ihnen geredet und ihnen versucht zu erklären, was zum Jahresende hin passiert ist. Sie sehen die Schmierereien ja auch am Fenster und wenn sie direkt neben den Graffiti an der Nord-Ost-Seite des Kindergartens Schlitten fahren. Manche Kinder aber haben das alles gar nicht mitbekommen." 

Die Eingangstür, die der oder die Täter versucht hatten, mit Feuerwerkskörpern aufzusprengen sei laut Fredlmeier notdürftig repariert, müsse aber in Bälde ersetzt werden durch eine neue. Die Schmierereien hingegen werden die Rückwand noch eine Zeit lang zieren - auf die Schnelle und bei der Witterung könne man nicht überstreichen

Fredlmeier teilt die Einschätzung von Bürgermeister Matthias Schnetzer, dass die Attacke ein Werk Jugendlicher gewesen sein könnte: "Möglicherweise steckt eine Art Mutprobe dahinter. Ich persönlich verstehe überhaupt nicht, warum man so etwas machen muss. Die Leute denken nicht mit und besprühen einfach eine x-beliebige Wand - ob der Kindergarten überhaupt absichtlich zum Ziel wurde, da bin ich mir gar nicht sicher." 

Graffiti-Schmierereien auch in Wasserburg

In Stadt und Altlandkreis scheinen Sprayer aktuell ihr Unwesen zu treiben. Das Klohäuschen am Parkplatz am Gries in Wasserburgs Altstadt wurde ebenfalls Anfang Januar beschmiert - vermutlich mit jugoslawischen Botschaften. Einen Zusammenhang zu dem Vandalismus am Edlinger Kindergarten sieht die Polizei jedoch nicht

mb

Quelle: wasserburg24.de

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