Beschluss vorerst vertagt

Titel "Pestizidfreie Kommune" bald für Eiselfing?

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Eiselfing - Wird Eiselfing in Zukunft den Titel "Pestzidfreie Kommune" tragen? Der Gemeinderat steht diesem Vorschlag aktuell noch skeptisch gegenüber. 

Zumindest fiel in der ersten Sitzung des Rats im neuen Jahr keine Entscheidung darüber, ob Eiselfing zur "Pestizidfreie Kommune" werden soll, wie Gemeinde-Geschäftsleiter Oskar Pircher gegenüber wasserburg24.de erläutert. 

Das Thema sei laut Pircher sehr sensibel und auch bisserl schwer zu fassen. Die Wortbeiträge in der Diskussion des Rats seien zwar grundsätzlich nicht ablehnend gewesen, allerdings sei man sich uneins gewesen, wie nun die endgültige Formulierung des Beschlusses lauten soll. 

Deshalb sei der Beschluss, ob Eiselfing sich zu einer "Pestizidfreien Kommune" wandelt, auch zurückgestellt worden - fürs Erste. Vermutlich in der kommenden Sitzung des Gemeinderats, am 12. Februar, soll die Debatte erneut aufgegriffen werden. Bis dahin sollen die nächsten vier Wochen nun genutzt werden, um offene Detailfragen zu klären. 

Keinen Druck auf die Landwirte ausüben 

"Es ging uns vor allen Dingen um die bestehenden Pachtverträge mit den landwirtschaftlichen Betrieben, die gemeindeeigene Flächen bewirtschaften", fährt Pircher fort. "Wir möchten nicht in die bestehenden Verträge eingreifen und den Landwirten eine Änderung ihrer Arbeit auferzwingen. Ohne Weiteres einfach Verbote aussprechen kommt für uns nicht in Frage. Für viele Landwirte ist es zudem nicht so einfach oder überhaupt nicht möglich, von heute auf morgen auf Bio umzustellen und auf Pestizide komplett zu verzichten." 

Des Weiteren bewirtschafte die Gemeinde auch eigene Flächen, wie beispielsweise den Sportplatz. Pircher dazu: "Hier wollen auch wir künftig mit einer Vorbildfunktion voran gehen, was die Düngung anbelangt. Die Bauhof-Mitarbeiter sind schon seit längerer Zeit auf diese Thematik sensibilisiert und verzichten soweit es geht auf den Einsatz von Pestiziden." 

Man wolle außerdem auch Vertreter des Bauernverbands und andere Grundstückbesitzer ins Boot holen, um ein Konzept zu erarbeiten, wie man dieses Vorhaben vor Ort am besten umsetzen könne. 

Trostberg und Feldkirchen-Westerham mit Vorreiterrolle 

Eiselfing wäre noch eine der ersten Gemeinden im Landkreis, die sich im Falle einer positiven Entscheidung zur "Pestizidfreien Kommune" entwickeln. Diesen Schritt gewagt haben Ende 2018 in der Region unter anderem die Stadt Trostberg sowie die Gemeinde Feldkirchen-Westerham

Insgesamt haben sich rund 250 Städte und Gemeinden deutschlandweit entschieden, ihre Grünflächen künftig ohne Pestizide oder mindestens ohne Glyphosat bewirtschaften zu wollen.

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mb

Quelle: wasserburg24.de

Rubriklistenbild: © pixabay.com

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