Nach Frontal-Crash bei Eiselfing und mehreren Fällen in der Region 

Welche Strafen erwarten betrunkene Unfallverursacher? 

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Bei dem schweren Unfall zwischen Eiselfing und Evenheausen wurden zwei Personen schwer verletzt. Es besteht der Verdacht, dass der Unfallfahrer alkoholisiert gewesen sein könnte.  Welche Konsequenzen bringt so ein Fall mit sich? 
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Landkreis - Am vergangenen Freitagnachmittag ereignete sich ein schwerer Frontalzusammenstoß zwischen Eiselfing und Evenhausen. Es besteht der Verdacht, dass der Unfallverursacher nicht nüchtern gewesen sei. Wie sehen in so einem Fall die Konsequenzen aus? 

Immer wieder passieren Unfälle in der Region - und viel zu oft spielt Alkohol dabei eine Rolle. Im Mai 2018 krachte ein betrunkener Mann bei Tittmoning mit seinem Wagen frontal gegen einen Baum. Im Juli 2018 wurden bei einer Kollision zweier Fahrzeuge bei Bernau sieben Personen verletzt, der betrunkene Unfallverursacher fuhr in Schlangenlinien und geriet auf die Gegenfahrspur. In Burgkirchen überschlug sich im August 2018 das Auto einer 34-Jährigen, die unter dem Einfluss von bewusstseinsbeeinträchtigender Substanzen stand. Ebenfalls im August 2018 wurde der Edlinger Kreisverkehr überfahren, im Auto der fünf Insassen sollen Alkoholflaschen gefunden worden sein.

Der jüngste schwere Unfall, bei dem Alkohol im Spiel gewesen sein könnte, ereignetet sich am Freitagmittag des 24. Augusts, als der 33-jährige Unfallverursacher wohl aufgrund zu hoher Geschwindigkeit nach einer Kurve auf die Gegenfahrbahn kam und mit dem Auto einer vierköpfigen Familie kollidierte. Der Familienvater (37), seine schwer verletzte jüngste Tochter und die 37-jährige Beifahrerin wurden mit Rettungshubschraubern in Kliniken geflogen

Eine Nachfrage bei der Wasserburger Polizei ergab, dass die Ergebnisse der Blutuntersuchungen des leicht verletzten Unfallverursachers, bei dem Alkoholgeruch festgestellt worden war, aktuell noch ausstünden. Erst dann könne geklärt werden, ob es sich wirklich um eine Trunkenheitsfahrt gehandelt habe und weiter in diese Richtung ermittelt werden. 

Hohe Geldstrafen bis Freiheitsentzug

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage - unabhängig von dem konkreten Unfall zwischen Eiselfing und Evenhausen - welche Folgen ein Unfall in Folge von Alkoholkonsum mit sich bringt. 

Gunther Schabert, Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, erklärt, man könne die strafrechtlichen Folgen"nicht pauschalisieren", die Strafe hänge von mehreren Indikatoren und Faktoren, den jeweiligen Umständen, der Art des Fahrzeugs sowie dem individuellen Fall ab. 

Auch ob es sich um einen Erst- oder Wiederholungstäter handele, spiele eine nicht unerhebliche Rolle. "Sobald Menschen beteiligt sind, fällt die Strafe natürlich auch härter aus", betont Schabert. 

Zwei Monatsnettolöhne Strafsatz

Generell sei die erste Handlung der sofortige Entzug des Führerscheins bis zu einem Jahr. Dazu kämen nach den Paragraphen 315c und 316 des Strafgesetzbuches - Gefährdung des Straßenverkehrs sowie Trunkenheit im Verkehr - empfindliche Geld- oder sogar Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren

Je nach Bundesländern würde die Strafe verschieden ausfallen und sich nach dem jeweiligen Einkommen des Schuldigen in Höhe von zwei Monatsnettolöhnen richten. Wie Schabert weiter erläutert, hätten die Gerichte in den norddeutschen Bundesländern mildere Strafen als die oberbayerischen. Die jeweilige Entscheidung über das Strafmaß trifft am Ende immer ein Richter beim Urteilsspruch

"Wer bei einer normalen Kontrolle mit mehr als 0,5 Promille ohne weitere Auffälligkeiten angehalten wird, muss bereits mit 500 Euro Bußgeld gerechnet werden", warnt Schabert. 

Die Devise "Don't drink and drive" aus Amerika sollte also auch bei uns ernst genommen werden. "Die bessere Alternative nach Alkoholkonsum ist auf jeden Fall das Auto stehen zu lassen", betont Schabert abschließend.

mb

Quelle: wasserburg24.de

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