"Es gibt Unfälle, die vergisst man nicht"

Edling - Der Unfall in Edling, bei dem am Mittwochmorgen zwei Männer starben und zwei weitere schwer verletzt wurden, hinterlässt Spuren:

Die Feuerwehr sprach von einem "Trümmerfeld", das BRK von einem der "spektakulärsten Einsätze der letzten Zeit". Der Unfall, der sich gestern um 6.20 Uhr bei Edling ereignete, hinterließ nicht nur bei den schwer verletzten Betroffenen, sondern auch bei den Rettungskräften schreckliche Eindrücke.

Nach bisherigem Erkenntnisstand der Polizei war ein 29-jähriger Bulgare mit drei Landsleuten im Edlinger Ortsteil Hochhaus unterwegs. Von der Römerstraße aus wollte er offensichtlich die B304 überqueren.

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Die Polizeimeldung

Dabei muss der Fahrer jedoch einen von links kommenden Lkw übersehen haben. Der Sattelzug, der von einem 60-jährigen Isener gelenkt wurde, rammte den Fiat, woraufhin der erst 30 Meter weit durch die Luft flog und im Hof einer Schreinerei auch noch zwei geparkte Fahrzeuge beschädigte.

Schrecklicher Unfall bei Edling

Der Unfallverursacher und ein Mitfahrer überlebten den Unfall schwer verletzt, ein 59-jähriger und ein 48-jähriger Insasse erlagen jedoch noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen. Der Lkw-Fahrer, der für ein Ebersberger Unternehmen unterwegs war, kam mit dem Schock davon.

Auch der Fahrer des Lkws musste gestern von den Einsatzkräften betreut werden. Gegen den Sattelzug hatte der Fiat des getöteten Bulgaren keine Chance.

"Es gibt Unfälle, die vergisst man einfach nicht", sagte gestern Vormittag ein noch sichtlich bewegter Feuerwehrmann. Die erste Meldung habe gelautet: 'Vier eingeklemmte Personen", da stellt man sich beim Ausrücken aufs Rausschneiden ein. Und dann kommt man hin und es liegen vier Personen auf der Straße, die ersten Kollegen sind schon beim Reanimieren!" Ein Kriseninterventionsteam sei zwar schnell zur Stelle gewesen. Den Einsatzkräften habe dies aber nicht helfen können, "wir hatten einfach viel zu viel um die Ohren."

Bilder von der Unfallstelle

Den Einsatzkräften bot sich gestern früh ein Bild des Schreckens. "Wir gaben beim Reanimieren unser Bestes, bei zweien waren wir aber leider einfach zu spät", berichtete ein geschockter Feuerwehrmann.

Für BRK-Einsatzleiter Christoph Vornberger bewährte sich gestern die Integrierte Rettungsleitstelle. "Als klar war, dass neben vier Schwerverletzten noch ein Lkw-Fahrer und zwei Zeugen unter Schock zu versorgen waren, wurde landkreisübergreifend nachalarmiert. Letztlich waren Rettungskräfte und Notärzte aus Wasserburg, Rosenheim, Ebersberg, Haag und Schnaitsee am Unfallort." Dichter Nebel habe den Einsatz noch erschwert: Aufgrund der schlechten Sicht seien die Rettungshubschrauber, die die Unfallopfer nach Traunstein hätten fliegen sollen, nicht einsetzbar gewesen; die Fahrt im Sanka hätte zu lange gedauert. "Einen Schwerstverletzten haben wir in Wasserburg, das auf die Behandlung solcher Verletzungen gar nicht eingerichtet ist, erst einmal stabilisieren müssen, damit er überhaupt Chancen hat, noch lebend nach Traunstein zu kommen."

Zur Klärung der Unfallursache beauftragte die Staatsanwaltschaft einen Gutachter. Laut Polizei ist die Kreuzung eigentlich "übersichtlich".

syl/zip/Oberbayerisches Volksblatt

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