Bürgermeister zu Hintergründen der Aktion an Griesstätter Baywa 

Stattliche Linden gefällt: "Es muss ja nicht immer erst was passieren" 

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Für Bürgermeister Robert Aßmus war die Fällung der Linden am BayWa-Gelände keine "Nacht- und Nebelaktion". 
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Griesstätt - "Hoppla, da fehlt doch was" - wird sich so mancher Autofahrer denken, der den Griesstätter Kreisverkehr passiert. Und tatsächlich: Mehrere stattliche Linden, die bisher den Zaun des Geländes des BayWa-Technikzentrums schmückten, fehlen nun. Warum mussten sie weichen? 

Die Linden wurden in den 90er-Jahren im Rahmen der Dorferneuerung am südlichen Ortseingang von Griesstätt gepflanzt. Anfang April, rund 20 Jahre später, fielen sie  der Säge zum Opfer

Einigen Bürgern und vor allem dem Griesttätter Gartenbauverein, der damals an der Pflanzung federführend beteiligt war, ist diese Aktion am frühen Morgen des 6. Aprils ein Dorn im Auge. Die Untere Naturschutzbehörde kritisierte die Aktion, weil durch die Fällung Regelungen zum Vogelschutz verletzt worden seien. Die Schutzzeit für brütende Vögel dauert von 1. März bis 30. September. 

Kritik am Zeitpunkt: 

"Der Zeitpunkt der Fällung war tatsächlich ein bisserl unglücklich gewählt", gibt Bürgermeister Robert Aßmus im Gespräch mit wasserburg24.de zu. Zwar seien die Bäume in Absprache mit der Gemeinde gefällt worden. Durchgeführt haben die Aktion aber die Verantwortlichen der BayWa, auf deren Grund die Bäume standen. 

Im monatlichen Mitteilungsblatt der Gemeinde werden normalerweise Baumfällaktionen als Information für die Bevölkerung angekündigt. Bei den Linden an der BayWa sei das laut Aßmus nicht der Fall gewesen, da die Aktion zwei Wochen vor Erscheinen des Gemeindeblatts geschehen sei. 

Den Vorwurf einer "Nacht- und Nebelaktion" kann Aßmus aber nicht teilen: "Die Arbeiten geschahen bewusst um 6 Uhr morgens, da das Verkehrsaufkommen zu der Zeit noch geringer ist und die Arbeiten schnell und ohne größere Sperrungen der Straße über die Bühne gehen konnten." 

Freie Sicht für Traktoren und Lkw - dank der gefällten Bäume an der Griesstätter BayWa. 

Der Grund für die Fällungen: 

Lindenbäume sind dafür bekannt, dass sie parkende Fahrzeuge wie auch die Traktoren auf dem Gelände der BayWa im Sommer mit "Läuse-Kot" verkleben. 

Doch das sei laut Aßmus nicht der primäre Grund gewesen: "Die Linden hatten in den vergangenen Jahrzehnten eine prächtige Größe entwickelt - dadurch aber leider eine Verkehrsbehinderung dargestellt. Die Bäume sorgten teilweise für einen eingeschränkten Sichtbereich von LKW-Fahrern und auch Traktoren, die auf das Gelände der BayWa fahren. Schon mehrfach kam es deshalb beim Rein- und Rausrangieren beinah zu Unfällen." 

Aßmus weiter: "Wir als Gemeinde wiederum stehen in der Pflicht, die Verkehrssicherung auf öffentlichen Straßen und Plätzen zu gewährleisten. Es muss ja nicht immer erst was passieren, bis gehandelt wird." Der Bürgermeister erklärt, es werde auf jeden Fall baldmöglichst Nachpflanzungen geben. Im Gespräch seien schlanke hochwachsende Zierbirnen, solche, die auch vor dem Griesstätter Rathaus wachsen. 

Aßmus sei es wichtig, dass mindestens so viele Bäume durch die BayWa nachgepflanzt werden, wie die Anzahl derer, die weichen mussten. "Meine Devise bei den Debatten um Baumfällung und Nachpflanzung ist, lieber zwei neue Bäume für einen gefällten Baum", betont Aßmus abschließend. 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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