Umnutzung der Arztpraxen im Griesstätt geplant

Entspricht eine Herberge dem Charakter eines Gesundheitszentrums? 

+
Das Gesundheitszentrum in der kleinen Gemeinde Griesstätt. 
  • schließen

Griesstätt - "Glücklich sind wir mit dieser Entscheidung nicht", resümiert Bürgermeister Robert Aßmus die Debatte um die geplante Umnutzung des Gesundheitszentrum in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Nur mit einer knappen Mehrheit habe man dem Antrag von Inhaber Chia-Shun Hsieh stattgegeben. 

Der Grund für die Uneinigkeit im Gemeinderat: Hsieh, der vor rund einem Jahr zur Eröffnung des Griesstätter Gesundheitszentrums in der Alpenstraße geladen hatte, möchte den teilweise seit Monaten leerstehenden Praxisräumen in dem Gebäude den Kampf ansagen - mit einer entsprechenden Änderung des Bebauungsplans. 

Neben Hsieh's Praxis für Allgemein- und Notfallmedizin sowie Homöopathie haben sich im Griesstätter Gesundheitszentrum inzwischen die "Alpen-Apotheke", ein ambulanter Pflegedienst und eine Physiotherapie-Praxis etabliert. Ab dem ersten Stock aufwärts befinden sich Wohnungen, die alle bereits vor Ende der Bauarbeiten vergeben waren. 

Und nun soll eine Beherbergungsstätte mit maximal zwölf Betten einziehen. Hsieh erklärte dazu Anfang April bereits im Gespräch mit der Redaktion: "Mir schwebt eine Art Pension vor. Lieber eine Pension als leere Praxisräume." Der Mehrheit der Leser in unserem Voting schien diese Idee der Umnutzung zu gefallen:

Ob das funktionieren kann? 

Bürgermeister Aßmus allerdings zeigt sich zu den Plänen skeptisch, gerade was den medizinischen Aspekt des Gebäudes am südöstlichen Ortsrand von Griesstätt anbelangt: "Dem Gemeinderat gefiel vor allen Dingen die Tatsache nicht ganz, dass die Realisierung einer Herberge nicht dem Charakter des Gesundheitszentrums entspricht."   

Ein weiterer Knackpunkt in den Augen des Bürgermeisters: Die Parkplatzsituation: "Die Stellplätze auf dem Areal des Gesundheitszentrums sind nicht im Übermaß vorhanden. Wenn zu den Patienten noch die Gäste der Herberge dazu kommen und am Straßenrand parken wird es eng in der Alpenstraße." 

Hsieh zog in der Vergangenheit auch schon in der Betracht, die restlichen gewerblichen Einheiten des Mischgebiets in der Alpenstraße in weitere Wohnungen umzufunktionieren. Das jedoch, so erklärt es Aßmus zum wiederholten Mal, sei aufgrund der Mischgebiet-Regelung in dem Bereich nicht möglich.  

Der Griesstätter Rat gab nun zwar mit knapper Mehrheit grünes Licht für die von Hsieh geplante Umwandlung der Räumlichkeiten, "jedoch nicht, ohne unserer Bedenken und Einwände mit an zu bringen", betont Aßmus abschließend. Den Antrag auf Umnutzung führt der gängige Weg nun weiter ins zuständige Landratsamt. 

mb

Quelle: wasserburg24.de

Zurück zur Übersicht: Griesstätt

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT