Griesstätter Unternehmer macht negative Erfahrung

Wo "Polizei" drauf steht, ist nicht immer "Polizei" drin

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Griesstätt - Wo „Polizei“ drauf steht, ist nicht immer Polizei drin. Diese Erfahrung hat ein Griesstätter Unternehmer gemacht. 

In den letzten Tagen häufen sich im Rosenheimer Landkreis Anrufe bei Freiberuflern und Gewerbetreibenden, bei denen sich die Anrufer mit „Polizei“ oder „Polizei Medien“ melden und um Spenden bitten. Durch die Verwendung der Bezeichnung „Polizei“ wird den Betroffenen suggeriert, dass die Polizei in irgendeiner Art und Weise Begünstigter der Spenden sein soll. 

Im Windschatten der Polizei? 

Der Nürnberger Verlag "Polizei Medien" ist ein Unternehmen, das mit seinem Namen die Nähe zur Polizei suggeriert, aber in Wirklichkeit mit der Polizei gar nichts zu tun hat. Ein Unternehmer aus Grießsstätt hat bereits Erfahrung mit der Firma gemacht.

"Ich wurde die Tage von einer Firma angerufen welche sich am Telefon mit "Polizei Medien" meldete. Im Telefonat ging es darum, dass man einen Auftrag des Bayrischen Staatsministeriums Spenden für die Fahrradausbildung der Schulkinder sammle. Angeblich soll Innenminister Joachim Herrmann der Schirmherr des Ganzen sein", erzählt uns der Unternehmer. "Auch zwei bekannte Unternehmer von mir wurden diesbezüglich angerufen. Ich denke da werden derzeit alle Unternehmer angeschrieben. Im Nachgang bekommt man dann allerdings von einer Martinimedien UG einen Auftrag zugesandt, wo es nicht um direkt um Spenden geht - sondern um eine Bestellung von 40 Malheften zum Preis von 200 Euro die die Firma dann an die Schulen versenden. Der Schule gegenüber tritt man aber so auf, auch unter dem Deckmantel "Polizei Medien", dass man ihnen kostenfrei Materialien schickt."

Die Firma "Polizei Medien" arbeitet ganz offensichtlich mit der Masche "wir gehören zur Polizei", obwohl sie das nicht tut. Wo Polizei drauf steht steckt nicht immer Polizei drin. Gegenüber nordbayern.de erklärte die Pressestelle der Polizei: "Dahinter steckt ein Verlag mit wirtschaftlichen Absichten. Der hat gar nichts mit der Polizei zu tun." Das Unternehmen "Polizei Medien" hat seinen Sitz in Nürnberg und betreibt fünf weitere Filialen in Bayern und Hessen. Es gibt Publikationen heraus, die sich der "Förderung der Unfallverhütung" widmen, heißt es auf der firmeneigenen Webseite. Dazu zählen Malbücher für den Nachwuchs in Kindergärten und Hefte für Kinder in Grundschulen. Das Material wird gratis verteilt, der Verlag finanziert sich nach eigenen Angaben ausschließlich über Sponsoren und Anzeigen.

Nähe zur Polizei soll nicht sein

Doch eine strafrechtlich relevante Amtsanmaßung ist das noch nicht. "Der Begriff ,Polizei‘ ist nämlich rechtlich nicht geschützt. Der Geschäftsführer von "Polizei Medien"betont gegenüber nordbayern.de, dass es sich bei seiner Firma um ein "rein wirtschaftliches Unternehmen" handle. "Eine Nähe zur Polizei soll nicht sein."

Quelle: wasserburg24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild

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