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Hoffen auf Lockerungen

Isener Gastronomenfamilie Klement ist traurig: „To go ist halt kein Wirtshaus“

Man überlegt, ob man die Heizung im Saal umrüstet, wenn man nicht weiß, ob man da jemals wieder Veranstaltungen hat. Thomas Klement über das Dilemma der Wirte im Lockdown.
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Man überlegt, ob man die Heizung im Saal umrüstet, wenn man nicht weiß, ob man da jemals wieder Veranstaltungen hat. Thomas Klement über das Dilemma der Wirte im Lockdown.

Der Isener Gasthof Klement hält sich mit kontaktfreien Lösungen über Wasser. Den Inhabern fehlt im Lockdown die Seele ihres Geschäfts. „To go ist halt kein Wirtshaus.“

Isen – Die Stühle bleiben in den Wirtsstuben der bayerischen Gasthäuser vermutlich auch weiterhin erst mal hochgestellt. Aktuell hat der Freistaat zumindest die Öffnung der Außengastronomie in Aussicht gestellt. Wann diese öffnen darf, ist aber noch nicht ganz sicher. Das Schlimmste an der Situation sei die Perspektivlosigkeit, sagen die Isener Wirte Dana und Thomas Klement.

Das Ehepaar betreibt in Isen den Gasthof Klement, gesellschaftlicher Ortsmittelpunkt, familiäres Traditionslokal und beliebter Veranstaltungsort für Kabarett und Musikveranstaltungen. „Wir hängen in der Luft“, sagen die Wirte.

Im ersten Lockdown haben sie noch renoviert, jetzt wüssten sie nicht mehr, wofür eigentlich. „Man überlegt einfach, ob man Geld in die Hand nimmt, um die Heizung im Saal umzurüsten, wenn man nicht weiß, ob man da jemals wieder große Veranstaltungen machen kann“, sagt Thomas Klement.

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Mehr auf Biergarten setzen?

Eine Überlegung sei auch gewesen, mehr auf den Biergarten zu setzen und Selbstbedienung anzubieten. „Freilich könnten wir die Gäste Nackensteak und Grillwürstl selber am Standl abholen lassen. Aber das sind wir nicht, das wäre dann nicht mehr der Gasthof Klement“, ist das Ehepaar überzeugt.

Denn in einem Wirtshaus wie dem ihren sei der persönliche Kontakt zu den Gästen wichtig. „Unsere Gäste wollen bedient werden und mit den Bedienungen ratschen und keinen QR-Code einscannen, um zu sehen, was auf der Speisekarte steht“, sagen sie.

Trotzdem versucht das Ehepaar, aus der Zwangspause das Beste zu machen. Von Freitag bis Sonntag können mittags und abends Gerichte im Wirtshaus abgeholt werden. Zu Anlässen wie Muttertag bietet das Paar Gerichte in der Box an – mehrgängige Menüs, die nach ein paar Handgriffen fix und fertig zu Hause auf dem Tisch stehen.

Und für die Online-Weinverkostungen unter genussfreunde-isen.de kreierte Thomas Klement, der im Bayerischen Hof gelernt und bei Dallmayr acht Jahre als Sous Chef gearbeitet hat, Drei-Gänge-Menüs.

Sich selbst bei Laune halten

Auch neue Angebote haben sich die beiden überlegt: Soßenbasics, die im 400-Milliliter-Glas angeboten werden sollen. Solche Aktionen oder „ein tolles Wochenende“ mit vielen Bestellungen halten das Ehepaar bei Laune. Denn obwohl die Isener Wirte alle Entscheidungen mittragen, „verstehen tun wir sie schon lange nicht mehr“.

Die beiden sind überzeugt, dass das ausgeklügelte Hygienekonzept für die Gastronomie, das neben AHA-Regeln mit Maskenpflicht bis zum Tisch auch Meldezettel beinhaltet hat, gut funktioniert hat. „Es ist nachweislich so, dass die Ansteckung nicht in den Gaststätten stattgefunden hat“, sagt Thomas Klement.

Frust-Austritt aus der CSU

Im vergangenen Oktober war die Enttäuschung über die bayerische Corona-Politik bei Dana Klement so groß, dass sie aus der CSU ausgetreten ist. „Dass man Profis spielen lässt, aber Kindern das Fußballspielen auf dem Bolzplatz verbietet, hab ich einfach nicht verstanden“, führt sie den berühmten Tropfen an, der das Fass zum Überlaufen brachte. Von der Politik würden sich die Wirte wünschen, dass Geld in „vernünftige Strategien wie Teststraßen“ gesteckt wird, die eine Rückkehr zur Normalität ermöglichen könnten.

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Bis dahin wollen sie mit „to go“, Online-Seminaren und „Restaurant aus der Schachtel“ weitermachen. „Irgendwie läuft es schon“, sagen sie. Zu diesem Irgendwie gehört die Überbrückungshilfe. Ihnen sind nicht nur die Einnahmen aus dem Wirtshaus und den Veranstaltungen weggebrochen – auch Übernachtungsgäste sind rar geworden. „Wir sind im Moment auf die Überbrückungshilfe angewiesen und hoffen einfach, dass wir bald wieder aufsperren dürfen.“

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