Bürgermeister baut Alkohol-Unfall

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Bürgermeister Hans Thurner baute mit über zwei Promille Alkohol einen Unfall.

Obing - "Das war ein großer Fehler, da gibt es nichts zu beschönigen!" Mit mehr als zwei Promille Alkohol im Blut hat Obings Bürgermeister Hans Thurner einen Auffahrunfall verursacht.

Die Fraktionssprecher im Gemeinderat sagten auf Nachfrage, dass sie Thurner nicht an den Pranger stellen wollen, gaben aber deutlich zu bedenken, dass eine so drastische Alkoholfahrt mit der Vorbildfunktion eines Bürgermeisters nicht vereinbar sei.

Hans Thurner, der seit 1996 Bürgermeister des 4100-Einwohner-Ortes ist und den Freien Wählern Obing (FWO) angehört, kann sich sein Fehlverhalten nach wie vor nicht erklären. "Ich schäm mich fürchterlich dafür."

Von seinem Atelier aus war Thurner am Mittwoch, 21. November, kurz vor 21 Uhr losgefahren. "Beim Arbeiten habe ich da wohl nebenher zu viel getrunken", so Thurner. Die Folge: In der Traunsteiner Straße in Seebruck fuhr er mit seinem Smart auf das Auto vor ihm auf. Die 37-jährige Österreicherin am Steuer des anderen Wagens blieb unverletzt.

Der Alkotest ergab laut Pressebericht der Trostberger Polizei einen Wert von deutlich über 2,0 Promille. "Wie viel es genau sind, wird mir erst noch mitgeteilt", so Thurner, der sich für diese in den Bereich der Straftat (ab 1,1 Promille) fallende Alkoholfahrt auf eine Gerichtsverhandlung, eine hohe Geldstrafe, sieben Flensburg-Punkte und einen längeren Führerscheinentzug gefasst machen muss.

"Mein Auto hat Totalschaden", so Thurner. "Aber wichtiger als das Finanzielle ist natürlich, dass durch meinen Fehler kein anderer schwerer verletzt wurde." Trotzdem treffe die Sache auch ihn hart. Er werde einen Weg finden müssen, die Termine als Bürgermeister in und um den Ort wahrzunehmen, schwebt dem 61-Jährigen eine Art Chauffeur-Lösung vor, "für die ich selbstverständlich komplett aus eigener Tasche aufkomme". Es sei eine Belastung, dennoch wolle er seine Amtszeit bis zum März 2014 erfüllen.

Die Fraktionssprecher der anderen Gruppierungen im Gemeinderat forderten, dass Thurner in der nächsten Sitzung am kommenden Dienstag Stellung nimmt und das Gremium informiert. Das hätte er auch zugesagt.

Thomas Thois (Wasserburger Zeitung)

Quelle: chiemgau24.de

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