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Änderungswünsche sorgen in Obing für Aufsehen

„Massiv zerstört und verschandelt“: Kufner-Haus-Neubau sorgt für emotionale Diskussion

So präsentierte sich der „Gasthof Kufner“ in Obing im Jahr 2019 vor seinem Abbruch.
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So präsentierte sich der „Gasthof Kufner“ in Obing im Jahr 2019 vor seinem Abbruch.

Der Bauherr des alten Gasthofs „Kufner“ will gestalterische Änderungen. Das löst im Gemeinderat Obing große Diskussionen aus.

Obing – Das Vorhaben, den ehemaligen Gasthof „Kufner“ an der Wasserburger Straße in Obing abzubrechen und ein neues Gebäude für eine Tagespflegeeinrichtung und Wohnungen für Senioren sowie eine Sozialstation zu errichten, wurde im vergangenen Jahr im Obinger Gemeinderat in mehreren Sitzungen ausführlich behandelt. Das Gremium stimmte zwar mehrheitlich dem Abbruch des historischen Gebäudes zu, machte aber zur Vorgabe, dass der Neubau im Erscheinungsbild dem ortsbildprägenden Vorgängerbauwerk angeglichen wird.

Der Bebauungsplan „Dorfzentrum Obing-Mitte“ wurde entsprechend geändert und über die Gestaltung des Neubaus wurde von der Gemeinde mit den Bauherrn ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen, der insbesondere absichern sollte, dass die neue Südfassade an der Straßenseite möglichst wenig vom früheren Erscheinungsbild abweicht.

Da am Bestandsgebäude keine Balkone vorhanden waren, wurden von den Gemeinderäten die von den Bauherrn vorgesehenen Balkone an der straßenseitigen Fassade zunächst kritisch gesehen. Schließlich wurden in Bebauungsplan und Vertrag zwei Balkone im Mittelteil des Gebäudes zugestanden, die nicht mehr als 1,2 Meter aus der Außenwand herausragen und in filigraner Schmiedearbeit in Schwarzstahl ausgeführt werden müssen.

Viele Interessenten für Wohnungen

Jetzt steht der Neubau im Wesentlichen bereits, und es gibt schon viele Interessenten für die Wohnungen, die dort entstehen. Die Bauherren beantragte nun eine Genehmigung für den Einbau von vier weiteren Balkonen in der straßenseitigen Fassade an den Seitenteilen des Gebäudes, da die Nachfrage nach Wohnungen mit Balkon groß sei. Es sind Balkone unterschiedlicher Größe vorgesehen, im linken Seitenbereich Balkone vor einer Tür, im rechten Gebäudeteil breitere Balkone vor einer Tür plus Fenster daneben.

In der Diskussion erklärte Franz Pürner (CSU), durch die zusätzlichen Balkone werde die Fassade „massiv zerstört und verschandelt“. Im Gemeinderat seien klare Vorgaben für die Südfassade gemacht worden, um das Ziel zu erreichen, dass das Erscheinungsbild möglichst weitgehend dem historischen Bestandsgebäude entspricht. Die gestalterische Vorgabe des Gremiums sei durch den städtebaulichen Vertrag beschlossen worden.

Nun werde von den Bauherrn in „Salamitaktik“ angestrebt, diese Vorgaben auszuhebeln. Ähnlich kritisch sah Armin G. Plank (PAO) die Vorgehensweise des Bauherrn und die Folgen weiterer Balkone für die Optik der Fassade, unterstützt von den PAO-Gemeinderäten Ingrid Wimmer und Korbinian Stettwieser. Auch der FW-Gemeinderat Albert Löw und Bürgermeister Sepp Huber (FW) beharrten auf der Einhaltung des Vertrags, den man in ausführlichen Gemeinderatsdiskussionen erarbeitet habe.

Unterschiedliche Fensterabstände

Die Bürgerlisten-Gemeinderäte Andreas Voderhuber junior und Lisa Voit argumentierten dagegen, es handle sich ja nun nicht mehr um ein historisches Gebäude, deshalb könnte man Veränderungen der Fassade durch Balkone zugestehen. Albert Lamprecht (BL) wies auf die höhere Lebensqualität durch Balkone hin, die sich gerade in der Corona-Zeit gezeigt habe.

Dritter Bürgermeister Simon Voit (BL) meinte, dass ähnlich strikte Vorgaben bei anderen Bauten nicht gemacht würden. „Gefühlt haben wir uns beim Kufner-Gebäude um den Denkmalschutz bemüht, aber wir haben ihn rechtlich nicht gefordert.“ Er sei aber für Gleichbehandlung aller Bauvorhaben in Obing.

Fanni Mayer (CSU) betonte die Wichtigkeit des Projektes Seniorenwohnanlage. Balkone seien für die künftigen Bewohner wünschenswert, doch sei sie mit der vorgeschlagenen Gestaltung nicht einverstanden. Die breiteren Balkone vor einer Tür plus Fenster daneben im rechten Gebäudeteil würden die Symmetrie der Fassade stören, es sollten alle vier weiteren Balkone eine Breite von 2,40 Metern haben, so Mayer.

Von einigen Gemeinderäten wurde allerdings darauf hingewiesen, dass im linken Gebäudeteil die Abstände zwischen den Fenstern größer seien als im rechten. Daher wurde der Vorschlag gemacht, die Balkone im linken Teil zu verbreitern, und zwar so, dass die Abstände ihrer Außenkanten zu den Fensterlaibungen in der gesamten Fassade gleich sind.

Zur Vorgehensweise bei der Abstimmung zu dem Bauantrag plädierte Mayer dafür, zu klären, ob grundsätzlich weitere Balkone zugestanden werden sollen. Zusätzlich solle über die Gestaltung entschieden werden. Für die Zulassung weiterer Balkone sprachen sich neun Gemeinderäte aus, sechs waren grundsätzlich dagegen.

So soll die neue Südfassade an dem Ersatzbau für den „Gasthof Kufner“in der Wasserburger Straße nach dem Willen des Bauherrn aussehen.

Die Gestaltung mit breiteren Balkonen auf der rechten Seite, wie sie von den Bauherrn beantragt worden war, wurde allerdings mit 7:8 abgelehnt. Da für Varianten mit schmäleren Balkonen keine ausgearbeiteten Beschlussvorlagen vorhanden waren, entschied das Gremium, dass der Bauherr weitere Gestaltungsvorschläge unterbreiten soll.

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