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Jeder Hinweis auf das Raubtier in der Region wird dokumentiert

Wolf im Raum Obing gesichtet? So reagiert das Wolfsmanagement des LfU

Wolfsichtung bei Obing
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Gibt es Wolfsichtungen im Kreis Traunstein wie hier in Obing?

Eine aufmerksame Leserin war der Meinung, Wolfsspuren in der Gemeinde Obing entdeckt zu haben. chiemgau24.de hat nachgehakt - und die Vorgehensweise des Wolfsmanagement nach einer potentiellen Sichtung erfahren.

Obing/Landkreise - Alle bestätigten Wolfsnachweise finden sich auf der Monitoringseite des Landesamts für Umwelt (LfU Bayern), erklärt ein Sprecher des LfU auf Nachfrage.

„Ein Hinweis einer potenziellen Sichtung Mitte November in den Gemeinden rund um Obing im Landkreis Traunstein konnte nicht bestätigt werden. Auch aus dem Landkreis Berchtesgadener Land oder übrigen Nachbarlandkreisen konnten über die bestätigten Nachweise auf unserer Monitoringseite hinaus keine Sichtungen nachgewiesen werden.“

Verschiedene Stufen im Management-Plan für Wildtiere

Ein Wolf gelte erst als „standorttreu“, wenn er über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten nachgewiesen werde oder er mit Nachwuchs gesehen werde. Für Südostoberbayern sei dies laut dem LfU-Sprecher auf der Basis der aktuell vorliegenden Nachweise nicht der Fall.

Das LfU arbeitet mit speziellen bayerischen Managementplänen für große Beutegreifer. Sie orientieren sich am jeweiligen Status der Tierart. Für den Wolf trägt der Managementplan der Stufe 3 den Titel „Bayerischer Aktionsplan Wolf“.

  • Stufe eins für zu- und durchwandernde Einzeltiere
  • Stufe zwei für wenige standorttreue Individuen
  • Stufe drei für Population mit Nachwuchs

Hinweise auf Wölfe werden beim LfU nach den „SCALP“-Kriterien bewertet. Die Abkürzung steht für „Status and Conservation of the Alpine Lynx Population“.

„Diese Kriterien wurden als Grundlage für ein standardisiertes Monitoring von einer alpenweiten Expertengruppe ausgearbeitet und werden laufend fachlich weiterentwickelt“, lautet die Erklärung des LfU-Sprechers. „Die Methodik wird europaweit für das Monitoring der großen Beutegreifer Luchs, Wolf und Bär verwendet. Dabei werden Meldungen nach ihrer Überprüfbarkeit kategorisiert.“

Meldung ans LfU bei potentiellen Wolfsichtungen

Hinweise und Verdachtsfälle sollten zeitnah an die Fachstelle „Große Beutegreifer“ des Landesamtes für Umwelt (LfU) gemeldet werden: „Das LfU nimmt Kontakt mit demjenigen auf, der meint, einen Wolf erblickt zu haben, um sich über genauere Angaben und gegebenenfalls Bildmaterial einen Eindruck von der Situation zu verschaffen.“

Liegen mögliche Indizien auf einen Nutztierriss vor, erfolgt zudem eine Ortseinsicht. Hierbei sucht ein Mitglied des „Netzwerks Große Beutegreifer“ nach möglichen Spuren.

Für die Untersuchung von Hinweisen und die Dokumentation von möglichen Rissen seien kundige Personen vor Ort gezielt geschult worden. Darunter zählen zum Beispiel Jäger, Förster, Landwirte oder Naturschützer. Sie sind Mitglieder des „Netzwerks Große Beutegreifer“ und fungieren als Ansprechpartner vor Ort.

Die Informationen aus dem Netzwerk laufen am Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) zusammen: „Durch das Netzwerk wird eine bayernweit einheitliche Begutachtung und Überprüfung und Dokumentation von Hinweisen und Meldungen gewährleistet. Dies betrifft insbesondere die Erstdokumentation von Rissereignissen einschließlich der Sicherung genetischer Proben für eine weitere Untersuchung.“

Landwirtschaft und Wolf - Kann das funktionieren?

Die Bayerische Staatsregierung bekennt sich zur Weidewirtschaft als elementares Kulturgut Bayerns“, heißt es seitens des LfU. „Weidetierhalter sind wichtige Partner bei der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von Lebensräumen in der Kulturlandschaft Bayerns. Deshalb werden mit dem ‚Bayerischen Aktionsplan Wolf‘ alle Möglichkeiten im rechtlichen Rahmen ausgeschöpft, um die Beweidung von naturschutzfachlich wertvollem Grünland auch bei Wolfsanwesenheit zu erhalten.“

Herdenschutzmaßnahmen können dem LfU-Sprecher zufolge mit bis zu 100 Prozent der Kosten gefördert werden. Bei Wolfsrissen erfolge ein „vollumfänglicher Schadensausgleich“.

Einschlägig seien hier die Richtlinie zur Förderung von Investitionen in Herdenschutzmaßnahmen gegen Übergriffe durch den Wolf („FöRIHW“) sowie die Regelung zum finanziellen Ausgleich von durch Wolf, Bär oder Luchs verursachten Schäden

Der Vollzug der „FöRIHW“ sowie die Beratung der Weidetierhaltenden in Bezug auf Herdenschutzmaßnahmen erfolge durch die bayerische Landwirtschaftsverwaltung an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Für die Gewährung eines Schadensausgleichs können sich Weidetierhaltende an das Bayerische Landesamt für Umwelt wenden.

mb 

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