Betriebsrat widerspricht Geschäftsführung

Streik bei Obazda-Hersteller Alpenhain hat begonnen

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Frühschicht im Ausstand: Beschäftigte beim Käsehersteller Alpenhain fordern einen Tarifvertrag in ihrer Firma. Sollte Alpenhain nicht einlenken, könnte es zum unbefristeten Streik kommen, so die Gewerkschaft NGG.

Pfaffing - Der von der NGG Rosenheim-Oberbayern angekündigte Streik bei Alpenhain hat bgeonnen.

Update, 5. September, 11.15 Uhr: Betriebsrat widerspricht Geschäftsführung

Die Pressemeldung im Wortlaut

Seit dem frühen Morgen streiken Beschäftigte beim Obazda-Hersteller Alpenhain. „Aktuell ruht die Produktion in der Käserei, wo unter anderem Mozzarella-Käse für McDonald’s vom Band läuft“, berichtet Manuel Halbmeier von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Die NGG Rosenheim-Oberbayern hatte gestern zu einer 24-stündigen Arbeitsniederlegung aufgerufen, nachdem Alpenhain die Aufnahme von Tarifverhandlungen abermals abgelehnt hatte.

Jetzt äußert sich auch der Betriebsratsvorsitzende des Unternehmens, Mehmet Ozkurt: „Anders als von Alpenhain behauptet, gibt es keine konstruktiven Gespräche mit der Geschäftsführung. Im Gegenteil: Auch nach sieben Sitzungen einer Einigungsstelle mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern weigert sich die Firma strikt gegen einen Tarifvertrag.“ Der Betriebsrat habe den Eindruck, dass Alpenhain „sehr wenig an den Bedingungen seiner Mitarbeiter gelegen“ sei.

So habe sich die Geschäftsführung über ein Votum des Betriebsrats hinweggesetzt, keine Sonntagsarbeit zuzulassen. Auch sei dafür keine Genehmigung der Gewerbeaufsicht eingeholt worden. Zudem habe Alpenhain 18 altgediente Mitarbeiter im Zuge der Schließung einer Käserei versetzt. „Das hat zu großem Unmut in der Belegschaft geführt“, so Ozkurt.

Betriebsrat und Gewerkschaft rufen Alpenhain dazu auf, den Worten Taten folgen zu lassen und „tatsächlich in einen konstruktiven Dialog einzutreten“. Der Streik dauert noch bis Freitagmorgen an.

Pressemeldung NGG-Region Rosenheim-Oberbayern

Update, 17 Uhr: Statement der Alpenhain Käsespezialitäten GmbH

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Die NGG hat für Donnerstag, fünften September 2019 zu einem 24-stündigen Warnstreik bei der ALPENHAIN Käsespezialitäten GmbH aufgerufen. Wir können diese Maßnahme in keiner Weise nachvollziehen, da sich Unternehmensleitung und Betriebsrat bereits in einem konstruktiven Gesprächsprozess befinden, um gemeinsam Lösungen für unser Unternehmen zu erarbeiten.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben uns einen klaren Auftrag erteilt: Sie wünschen sich Planungssicherheit für ihre Arbeitszeit und Transparenz bezüglich der Vergütungsstruktur. Dazu haben wir in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat bereits wichtige Schritte eingeleitet. Unter anderem haben wir eine Projektgruppe gegründet, die an diesen Themen arbeitet.

In der letzten Mitarbeiterversammlung begrüßte die Belegschaft ausdrücklich die Dialogbereitschaft zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat. Wir sind auf einem guten Weg und arbeiten gemeinsam intensiv daran, die Anliegen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umzusetzen.

Pressemeldung Alpenhain Käsespezialitäten GmbH

Pressemitteilung NGG-Region Rosenheim-Oberbayern

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Ausstand bei Alpenhain: Der Arbeitskampf beim oberbayerischen Käsehersteller geht in die nächste Runde. Am morgigen Donnerstag ab 5.30 Uhr (5. September) tritt die Belegschaft im Pfaffinger Werk in einen 24-stündigen Streik. Damit wollen die rund 450 Beschäftigten den Druck auf den bundesweit bekannten Hersteller von Obazda, der auch McDonald’s mit Käseprodukten beliefert, erhöhen. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit.

Die NGG Rosenheim-Oberbayern spricht von einer „letzten Chance für Alpenhain“. Sollte sich das Unternehmen weiterhin weigern, über einen Haustarifvertrag für die Mitarbeiter zu verhandeln, drohe ein unbefristeter Streik, so Gewerkschafter Manuel Halbmeier: „Die Beschäftigten sind sauer. Während ihre Branchenkollegen bei Meggle oder Bauer längst zu tariflichen Standards arbeiten, ziehen sie hier bei Arbeitszeit, Urlaub und Bezahlung den Kürzeren.“ Besonders brisant: Alpenhain will nach Informationen der NGG ein „Streikbrecher-Geld“ von 250 Euro zahlen, um so die Mitarbeiter vom Arbeitskampf abzuhalten.

Mit einem Jahresumsatz von zuletzt rund 100 Millionen Euro zählt Alpenhain zu den größten Herstellern von Obazda, Grillkäse und Back-Camembert. „Obwohl sogar McDonald’s von seinen Lieferanten verlangt, Löhne und Arbeitsbedingungen mit der Gewerkschaft auszuhandeln, sperrt sich Alpenhain seit Jahren gegen Gespräche“, kritisiert Halbmeier. Hinter Molkereiprodukten stecke eine harte Arbeit im Mehrschichtsystem.

Pressemitteilung NGG-Region Rosenheim-Oberbayern

Quelle: wasserburg24.de

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