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1800 Anwesen betroffen

Pfaffings und Albachings Wasser wird teurer - Was dies für Anschließer bedeutet

Die Wasserversorgung in den Gemeinden Pfaffing un Albching wird immer wieder modernisiert. Sichtbar ist das auch am Pumpenhäuschen im Wald nach Übermoos, das bis 1996 in Betrieb war und Wasser aus dem nahen stillgelegten Brunnen mit fünf Litern in der Sekunde förderte. Günster
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Die Wasserversorgung in den Gemeinden Pfaffing un Albching wird immer wieder modernisiert. Sichtbar ist das auch am Pumpenhäuschen im Wald nach Übermoos, das bis 1996 in Betrieb war und Wasser aus dem nahen stillgelegten Brunnen mit fünf Litern in der Sekunde förderte. Günster

Da schreit niemand „Hurra“, die Trinkwasserversorgung in den Gemeinden Albaching und Pfaffing erfordert eine größere Investition, an der sich die Bürger beteiligen.

Albaching/Pfaffing – Der Wasserpreis steigt leicht, ein Verbesserungsbeitrag kommt auf die Anschließer zu. Beschlüsse dazu fasste jetzt die Gemeinschaftsversammlung.

Grund für die Preiserhöhung ist der neue Hochbehälter der Verwaltungsgemeinschaft (VG). Er kostet voraussichtlich 3,2 Millionen Euro. Der bisherige Behälter ist gut 50 Jahre alt, zu klein und nicht mehr Stand der Technik, sodass in absehbarer Zeit die Trinkwasserversorgung als nicht mehr gesichert angesehen wird.

Bauabschluss noch vor Ende des Jahres?

Der Bau des neuen Hochbehälters beginnt bald und könnte Ende des Jahres abgeschlossen sein. Somit befindet sich das jahrelang diskutierte Vorhaben auf der Zielgeraden. Weil sich die Wasserversorgung selbst tragen muss, bleibt nun die Frage, wie diese Kosten auf die Anschließer umgelegt werden.

Entweder durch hohe Gebühren, was der einfachste Weg wäre, oder durch einmalige Beiträge. Die Gemeinschaftsversammlung sprach sich für die zweite Variante aus, aber nicht einstimmig.

1800 Anwesen betroffen

Verwaltungsleiter Christian Thomas stellte die Zahlen vor. 1800 Anwesen sind im Gemeindegebiet von Albaching und Pfaffing davon betroffen. Der aktuelle Wasserpreis beträgt 1,20 Euro je Kubikmeter Trinkwasser. Die Grundgebühr beim kleinsten Wasserzähler kommt auf 72 Euro im Jahr, die Herstellungsbeiträge für die Grundstücksfläche liegen bei je 1,25 Euro und für die Geschossfläche bei 6,20 Euro jeweils für den Quadratmeter.

Zuvor präsentierte VG-Vorsitzender Josef Niedermeier (Pfaffing) weitere geplante Investitionen in das Wassernetz in den kommenden Jahren. Weil diese sowieso den Kubikmeterpreis anheben werden, sollte seiner Meinung nach der Hochbehälter diese Summe nicht noch mehr verteuern. Umlagefähig für einen Verbesserungsbeitrag sind 85 Prozent der 3,2 Millionen Euro, daher verteilen sich 2,7 Millionen Euro auf 30 Prozent Grundstücksfläche und 70 Prozent auf die Geschossflächen. Möglich ist der Verbesserungsbeitrag, weil der Hochbehälter eine Aufwertung der Versorgungssicherheit darstellt. Die Variante, diesen Beitrag nur zur Hälfte und den Rest über die entsprechend höheren Gebühren zu verwenden, ist nicht näher diskutiert worden.

Zusätzlich 51 Cent pro Quadratmeter

Das ergibt aktuell für den Bestand einen einmaligen Verbesserungsbeitrag von zusätzlichen 51 Cent je Quadratmeter Grundstücksfläche und weiteren 2,38 Euro für die Geschossfläche. Für den Bestand bedeutet das bei einem durchschnittlichen Wohnhaus mit 800 Quadratmeter Grundstücksfläche und 450 Quadratmeter Geschossfläche 1500 Euro Verbesserungsbeitrag. Für eine Landwirtschaft mit 3000 Quadratmeter Grundstücksfläche und 1500 Quadratmeter Geschossfläche erreicht diese Summe gut 5400 Euro. Darin ist die Umsatzsteuer enthalten.

Ab dem kommenden Jahr beträgt dann für Neuanschließer der Quadratmeterpreis Grundstücksfläche 2,98 Euro und für die Geschossfläche 13,86 Euro als neuer Herstellungsbeitrag.

Planung für die nächsten zehn bis 15 Jahre

Gemeinschaftsrat Tobias Forstner (Pfaffing) sprach den Kalkulationszeitraum an und wie sich das mit neuen Baugebieten verhalte. Man gehe von „zehn bis 15 Jahren aus“ und es sei eine Nachverdichtung eingerechnet, erklärte Christian Thomas. Günther Tarantik (Pfaffing) setzte sich stark fürs Wassersparen ein, die Einmalzahlung sollte niedrig ausfallen, aber die Gebühren steigen, um damit einen Anreiz zum Sparen zu bieten. Ähnlich argumentierte Tobias Forstner (Pfaffing). Es gehe vielmehr um den Wert des Wassers, es sei an der Zeit zu sparen, „aber wir machen weiter wie bisher“. Beide stimmten dann auch gegen die höhere Einmalzahlung.

Vorsitzender Josef Niedermeier (Pfaffing) sah es als nicht erwiesen an, dass ein höherer Wasserpreis zum Sparen führt: „Das ist wünschenswert, ist aber mitnichten so“. Vielmehr gehe es um Nachhaltigkeit, der Verbrauch sei bereits rückläufig. Niedermeier weiter: „Die Finanzierung sollte nicht in die Zukunft verschoben werden, das ist unfair den nachfolgenden Generationen gegenüber.“

Zudem gebe es ja extra die Möglichkeit der Verbesserungsbeiträge. Ihm lag daran, den Wasserpreis niedrig zu halten: „Ich will keine Bedürftigen in Bedrängnis bringen“.

Der Kubikmeterpreis käme in so einem Fall auf 2,98 Euro, mit dem Verbesserungsbeitrag als Einmalzahlung ist es gerade einmal eine Steigerung von drei Cent auf 1,23 Euro.

Wenig Umlage auf Gebühren

Josef Pöschl (Albaching) war auch für einen niedrigen Wasserpreis angesichts der großen Mengen, die eine Landwirtschaft benötigt: „Wassersparen geht da nicht“. Sein Ratskollege August Seidinger (Albaching) mochte die Verbesserung ebenso wenig auf die Gebühren umlegen, denn durch weitere vorgesehene Investitionen abseits des Hochbehälters steige der Wasserpreis sowieso in den nächsten Jahren. Tobias Forstner entgegnete, dass auch „eine hohe einmalige Summe wehtut“.

Monika Kaspar (Pfaffing) vergewisserte sich, dass bei dem Verbesserungsbeitrag nicht alles auf einmal bezahlt werden muss. Das könnten zwei bis drei Raten werden, teilte Vorsitzender Niedermeier mit. Zum Thema Wassersparen brachte Verwaltungsleiter Thomas ein gemeindliches Zuschussprogramm als Alternative ins Spiel, das den Bau von Zisternen unterstütze, damit erziele man auch einen positiven Effekt. Mit zwei Gegenstimmen bei sieben Mal„Ja“ ist die Variante mit dem Verbesserungsbeitrag bei niedrigeren Wassergebühren beschlossen worden.