Knapp ein Hektar große Fläche in Oberkatzbach 

Warum Kiesabbau in Ramerberg mit sofortiger Wirkung gestoppt wurde 

  • schließen

Ramerberg - Das Thema Kiesabbau in der Region reißt anscheinend nicht ab - nun hat es den kleinen Ortsteil Oberkatzbach in Ramerberg erwischt. 

Mit einem Anliegen bezüglich der 9000 Quadratmeter großen Kiesabbaufläche in Oberkatzbach nahe des denkmalgeschützten "Stöger-Hofs" wandte sich eine Leserin an die Redaktion von wasserburg24.de: Es sei ein "Skandal", dass der Abbau von Seiten der Firma Michael Wühr GmbH bereits laufe, obwohl parallel ein Einspruchsverfahren in München geprüft werde, das noch nicht abgeschlossen sei. 

Das Landratsamt Rosenheim als zuständige Genehmigungsbehörde habe grünes Licht für den Abbau gegeben. Die Wasserversorgung eines im unteren Teil von Oberkatzbach stehenden Einfamilienhauses werde durch die Gemeinde und die Firma Wühr gewährleistet. Laut einer Nachbesserung im erstellten Gutachten, so die Leserin weiter, werde aber angenommen, dass das Wasser aus einer unteren Schicht gespeist werde. Daraufhin habe das Landratsamt die Genehmigung erteilt, die Besitzerin des Einfamilienhauses jedoch Einspruch gegen diesen Genehmigungsbescheid erhoben. 

"Warum darf nun also in der Kiesgrube gearbeitet werden?", lautet die abschließende Frage der Leserin. 

Eine Frage, die der Pressesprecher des Landratsamts, Michael Fischer, beantworten kann: "Der Abbau wurde am 8. August 2018 genehmigt - das ist richtig. Nachdem nun aber die Klage am Verwaltungsgericht München noch bearbeitet werden muss, haben wir die Arbeiten in der Kiesgrube mit sofortiger Wirkung untersagt. Bis Termin und Entscheidung am Verwaltungsgericht feststehen, ruhen die Arbeiten in der Kiesgrube jetzt." 

Kiesabbau sei laut Fischer in Oberkatzbach im Übrigen noch gar nicht vorgenommen worden - es habe sich lediglich um Humus- und Erdbewegungen gehandelt.

Kiesabbau in der Region: 

Kiesgruben spalten allem Anschein nach die Gemüter: Ganz in der Nähe von Ramerberg, in Kornberg bei Attel, regte sich heftiger Widerstand in Form einer Bürgerinitiative gegen den künftigen Betrieb einer bereits genehmigten Schredderanlage in einer Kiesgrube

Eine längere Debatte um ein Kiesabbauvorhaben gibt es auch schon seit zwei Jahren im Nachbarlandkreis Mühldorf: Dort kämpfen sowohl die Gemeinde Gars am Inn als auch Bürger gegen die Erweiterung der umstrittenen Kiesgrube in Dörfl. 

In Seeon-Seebruck möchte die Gemeinde dem privilegierten Kiesabbau Einhalt gebieten, indem sie sogenannte Konzentrationszonen ausweisen möchte. Auf bis zu 26 Hektar soll nurmehr auf zwei Flächen Kiesabbau geduldet sein. Das Thema sorgt für kontroverse Diskussionen. 

Leserreporter 

Die ersten Hinweise zu diesem Artikel haben uns unsere Leser geschickt! Werden auch Sie Leserreporter und informieren Sie uns über Geschehnisse in unserer Region. Nutzen Sie hierfür die Leserreporter-Funktion unserer App (Google play & App Store) oder schicken Sie uns über unsere Facebook-Seite eine persönliche Nachricht. Helfen auch Sie mit, unser News-Portal noch aktueller und abwechslungsreicher zu gestalten – besten Dank!

mb

Quelle: wasserburg24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Montage)

Zurück zur Übersicht: Ramerberg

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT