Nach Flammen-Inferno in Ramerberg am Kirtasonntag

Wirtin geschockt: "Wir hätten alle tot sein können"

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Inhaberin Brigitte Scherer vor dem ausgebrannten Ofen in der Küche des Gasthauses Bichler. 
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Ramerberg - Ein leichter Brandgeruch zieht noch durch die Küche, die Einrichtung in der Wirtsküche rund um den Ofen gleicht einer Brandruine. "Wir können von Glück reden, dass alle noch leben und keine Personen verletzt wurden", zieht Inhaberin Brigitte Scherer tags drauf Bilanz. 

Der Schreck über das plötzliche Flammeninferno in der Wirtsküche des Gasthauses Bichler steckt sowohl der Inhaberin als auch dem Personal noch in den Knochen. "So schnell kann es gehen. Da zieht es einem die Füße weg, wenn auf einmal alles brennt", sagte Scherer seufzend am Montagmittag, 21. Oktober, im Gespräch mit wasserburg24.de. 

"Der Ofen hat von innen heraus gebrannt - wie aus heiterem Himmel. Aus der Küche kamen Schreie, die Mitarbeiter haben noch versucht, das Feuer möglichst unter Kontrolle zu halten", schildert sie die Situation am frühen Kirtasonntag des 20. Oktobers 2019.  

Scherer selbst sei gerade dabei gewesen, die Speisekarte zu schreiben, als die Flammen von einer Sekunde auf die andere überhand nahmen. Gott sei Dank habe sie noch rechtzeitig den Gasherd abgedreht - geistesgegenwärtig, wie sie betont. "Sonst wären wir am Ende alle in die Luft geflogen - das darf man sich gar nicht vorstellen. So gesehen hatten wir Glück im Unglück, schließlich sind keine Personen verletzt worden. Wir hätten alle tot sein können."

Die ausgebrannte Küche im Gasthaus Bichler in Ramerberg. 

Am frühen Vormittag, gegen 10 Uhr morgens, hätten sich der Inhaberin zufolge zum Glück "gerade einmal eine Handvoll Kartler" im Wirtshaus befunden. "Eine halbe Stunde später und der Brand wäre genau zur Mittagszeit ausgebrochen. Unvorstellbar, auf die Schnelle hunderte Gäste unversehrt aus dem Haus zu schaffen", sagt Scherer und wirft einen resignierten Blick auf die verkohlten Reste des Ofens. "Der Ofen ist das Herz eines Gasthauses, unserer ist jetzt komplett kaputt."

Dank des schnellen Eingreifens der Wehren konnte der Brand am Kirtasonntag schnell unter Kontrolle gebracht werden. Die erste Bilanz von Seiten der Polizei: 250.000 Euro Sachschaden - vermutlich wurde das Feuer durch einen technischen Defekt im Ofen ausgelöst. 

Großalarm in Ramerberg - Gasofen setzt Wirtshaus-Küche in Brand

Der Saal im Gashaus Bichler. 

Die Bilanz der Wirtsleute: 500 Essen, darunter freilich Kirtagänse und -enten, reif für den Müll. "Das war ein sehr ungünstiger Tag, wir haben Tage vorher schon vorbereitet für Kirta - die Essen waren bereits fertig für den Ofen - wir hätten sie nur noch reinschieben müssen. Und dann sowas", unterstreicht die Inhaberin das Fiasko mit gesenktem Blick.
Seither steht in dem Wirtshaus das Telefon nicht mehr still: "Der ganze Saal war reserviert, alles schon gedeckt. Am Kirtasonntag haben wir den Gästen, die zum Essen kommen wollten, Kirtanudeln geschenkt - als kleine Entschädigung. Allen anderen müssen wir jetzt natürlich absagen. Viele weichen aus in umliegende Gasthäuser." 

Metzgerei öffnet wieder am 25. Oktober

Ein rot-weißes Band versperrt aktuell den Eingang des Gasthauses Bichler. Auf dem Schild, das sonst Gerichte des Tages und Abo-Essen anzeigt, steht mit Kreide geschrieben: "Wegen Brandschaden geschlossen". Wann wieder geöffnet werden kann, ist noch ungewiss. Mittwoch und Donnerstag ist ohnehin Ruhetag im Gastaus Bichler. 

Bis auf Weiteres bleibt das Gasthaus Bichler in Ramerberg geschlossen. 

Nach Möglichkeit wolle man laut der Inhaberin zum kommenden Wochenende hin, vielleicht am Samstag, 26. Oktober, wieder aufsperren. Das hänge aber alles davon ab, was die Versicherung nun sage und ob man rechtzeitig einen Ersatzofen bekomme. Die wirtseigene Metzgerei hingegen öffnet wie gewohnt wieder ab Freitag, 25. Oktober, ihre Pforten.

mb

Quelle: wasserburg24.de

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