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Kripo Rosenheim hat die Ermittlungen aufgenommen

„Ein paar in die Fresse“ - Ramerberger Bürgermeister seit Monaten Zielscheibe von Hetzkampagnen

Schmähbrief an einer Windschutzscheibe
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Schmähschriften gegen den Bürgermeister - wie diese an der Windschutzscheibe eines Autos - kursierten zuletzt in der kleinen Gemeinde Ramerberg.

Ramerberg - In Briefkästen von Privathaushalten, hinter Scheibenwischern oder an Zaunpfählen in der Gemeinde fanden sich zuletzt vermehrt Schmähbriefe, die in erster Linie Bürgermeister Manfred Reithmeier und seine zwei Stellvertreter betreffen. Nun hat das Gemeindeoberhaupt die Polizei eingeschaltet, um dem Ganzen ein Ende zu setzen.

„Es ist sehr mühselig“, fasst Reithmeier die Situation im Gespräch mit wasserburg24.de zusammen. „Bereits vor der Wahl wurde unserer Fraktion einiges vorgeworfen und auch da kursierten schon unschöne Briefe im Ort. Wir dachten nach der Wahl wird es besser, doch da haben wir uns getäuscht.“ Nachdem die „Satire-Schreiben“ gegen Reithmeier und die stellvertretenden Bürgermeister Magnus Steinmüller und Jürgen Zott (alle drei gehören der UWR - Unabhängige Wähler Ramerberg an) auch ein Dreivierteljahr nach der Kommunalwahl im März kein Ende nehmen, entschieden sie sich, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Straftatbestand erfüllt - Kripo Rosenheim ermittelt

Neben Beleidigungen und Verleumdungen sind auch Drohungen zu lesen - darunter, dass sich der Bürgermeister und seine Stellvertreter „bald den Fußballplatz von unten ansehen“ könnten oder alle drei „ein paar in die Fresse“ verdient hätten. Die Schreiben seien absichtlich dümmlich verfasst, mit massiven Rechtschreibfehlern und kindisch formuliert, sodass Rückschlüsse auf eine Schulbildung nicht gezogen werden können, teilt uns ein Sprecher der Wasserburger Polizei mit und mutmaßt, damit wolle man sich wohl der Schuldbarkeit entziehen.

Doch der Straftatbestand sei erfüllt, die Ermittlungen liegen inzwischen in den Händen der Kripo in Rosenheim. Die Wasserburger Polizei habe außerdem einzelne Schreiben an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, da mitunter das Verwenden eines Fotos des Bürgermeisters einen Verstoß gegen das Urheberrecht darstelle. Zudem sei es nicht erlaubt, Druckwerke ohne Impressum herauszugeben.

Bürgermeister Reithmeier wünscht sich endlich Ruhe in Ramerberg

Wer hinter den Briefen steckt ist nicht bekannt. Natürlich habe man Vermutungen, die in eine gewisse Richtung tendieren - Ramerberg ist nicht groß, man kennt sich. Reithmeier aber wäre es am liebsten, wenn das Ganze enden und endlich Ruhe im Dorf einkehren würde: „Wir haben andere Sachen, die aufgearbeitet gehören, darunter die Debatte um den Obersendlinger Weg, die Trinkwasserproblematik, oder die geplante Verlegung des Sportplatzes. Die Bürger haben uns gewählt, setzen Vertrauen in uns. Es war freilich eine knappe Wahl, aber die Ramerberger haben entschieden und ich versuche als ehrenamtlicher Bürgermeister so gut es geht mein Amt auszuführen. Doch das kann ich nicht, wenn mir ständig neue Steine in den Weg gelegt werden.“

Aufgeben für Reithmeier keine Option: „Geben erst recht Gas“

Aufgeben wegen anonym verfassten Schriften, zumeist betitelt als „Gemeindesatierebladl Rammelsberg“, das kommt für Reithmeier überhaupt nicht in Frage. Er gibt sich weiter kämpferisch: „Grad extra nicht, denn Aufgeben wäre ja das Zeichen, auf das sie warten. Doch wir drehen den Spieß um und geben erst recht Gas.“ Wo bei Reithmeier allerdings die Toleranzgrenze endgültig überschritten ist, wenn - wie bereits vorgefallen - seine Familie in die Schmähbriefe mit reingezogen wird: „Dagegen werde ich massiv vorgehen, denn bei sowas verstehe ich keinen Spaß mehr.“

Er setzt nun alle Hoffnung in die Ermittlungen der Polizei. Die sucht nach Zeugen, die in dem 1400-Seelen-Dorf etwas gesehen haben oder Hinweise auf den oder die Täter geben können. Möglicherweise war auch der Straftatbestand nicht jedermann bewusst, vermutet die Polizei. Wer dazu Aussagen treffen kann, möchte sich an die Polizei Wasserburg am Inn unter 08071/91770 oder an jede andere Polizeidienststelle wenden.

Reithmeier selbst möchte ebenfalls eine Belohnung für Hinweise aussetzen - freilich auch anonym. „Wir setzen auf verlässliche Aussagen aus der Bevölkerung und dass diese Hetze und Sticheleien enden. Schließlich gibt es Trittbrettfahrer, die immer wieder auf diesen Zug aufspringen“, unterstreicht der Bürgermeister abschließend.

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