SV Ramerberg und Gemeinde beziehen Stellung 

Standort für künftigen Sportplatz - Gemeinsame Lösung als Ziel

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Den neuen Sportplatz direkt neben den alten realisieren - kann dieser Vorschlag der Bürgerinitiative funktionieren? Die Vorstandschaft des SV-Ramerberg und die Gemeinde nehmen dazu Stellung. 
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Ramerberg - Ortsteil Zellereit oder direkt neben dem jetzigen Sportplatz: Wo soll die künftige Sportanlage entstehen? Die Gemeinde und der SV Ramerberg beziehen Stellung. 

In seiner jüngsten Sitzung haben sich die Räte um Gemeindeoberhaupt Georg Gäch mit dem von der Bürgerinitiative "Für ein liebens- und lebenswertes Ramerberg" präsentierten Alternativvorschlag für den Ramerberger Fußballplatz befasst. 

Schriftlich heißt es: "Bürgermeister und Gemeinderat finden es grundsätzlich gut, dass sich die Gegner des Standorts Zellerreit vertreten durch die Bürgerinitiative, Vertreter des SV Ramerberg, Mitglieder des Gemeinderats sowie die Grundstückseigentümer Alois Bichler, Rupert Riedl und Familie Schuster auf Einladung der Bürgerinitiative am bestehenden Sportplatz getroffen haben. Die anwesenden Mitglieder des Gemeinderats haben die dort von der Bürgerinitiative vorgestellten Vorschläge zur Kenntnis genommen, sich aber weder dafür noch dagegen ausgesprochen."

Die auf der Fotomontage präsentierte Variante für eine teilweise Verlegung und Erweiterung des bestehenden Fußballplatzes auf das Grundstück von Rupert Riedl sei nicht neu: Bereits im Frühjahr 2003 sei dem damaligen Gemeinderat ein entsprechender Antrag des SV Ramerberg vorgelegen. Im April 2003 habe zudem eine Ortsbesichtigung mit Vertretern des Sportvereins und des Gemeinderats, dem Vater des heutigen Grundstückseigentümers und Anliegern stattgefunden. Damals jedoch sei das Vorhaben an der zu erwartenden Lärmimmission und der Nähe zur Wohnbebauung gescheitert

Gemeinderat "macht einfach nur seine Arbeit"

Die im neuen Gemeindehaus eingebauten Umkleiden mit je zwei Duschen seien "nicht für die Fußballer vorgesehen und für zwei Mannschaften mit je mindestens elf Spielern ausgelegt". Zudem befinde sich das Gebäude mit den bisherigen zwei Kabinen und einer Toilette direkt neben dem neuen Gemeindehaus in über 200 Metern Entfernung zum Sportplatz. Diese Situation sei einer der Gründe für den Antrag des SVR auf Errichtung eines Sportgeländes mit Kabinengebäude in Zellerreit-Unterfeld gewesen. 

Der Gemeinderat "favorisiert" keinen Standort, "er macht einfach nur seine Arbeit". Ob eine Erweiterung des Sportplatzes an der vorgeschlagenen Stelle rechtlich möglich sei, lasse sich letztendlich nur durch entsprechende Gutachten und die Einleitung eines Bauleitverfahrens klären. Dieses müsste wiederum vom SV Ramerberg als Vorhabenträger beantragt werden und wäre mit erheblichen Kosten verbunden. 

Den Gemeinderat beschäftige auch das Thema Nachhaltigkeit. Sogenannte "fliegende Bauten" - Container - besitzen eine Lebensdauer von ungefähr zehn Jahren. Der Gemeinderat habe bereits ein Protestschreiben gegen den Standort auf dem Grundstück von Rupert Riedl erhlaten, in dem unter anderem darauf hingewiesen wird, dass hier der gesetzliche Mindestabstand zur Wohnbebauung nicht eingehalten würde.

Fußballverein sagt Danke und wünscht sich dauerhafte Lösung

Auch die Vorstandschaft des SV Ramerberg nimmt Stellung zu der Debatte Fußballplatz und beginnt in ihrer Ausführung mit der Geschichte des Ramerberger Fußballplatzes im Jahr 1952, die "unmittelbar neben dem Misthaufen des landwirtschaftlichen Anwesens und Gasthauses der Familie Bichler" gestartet sei. 

"Die Kabinen befanden sich nicht weit weg. In den darauffolgenden 67 Jahren dehnte sich Ramerberg nach Westen aus, ein neues Wohngebiet entstand und der Sportplatz wanderte Stück für Stück nach Westen an seinen heutigen Standort – immer auf Bichler-Grund. Für die jahrzehntelange Unterstützung und Überlassung des jeweiligen Grundstücks ist der SV Ramerberg der Familie Bichler zutiefst dankbar. Das gilt auch für die Bereitschaft, den Hauptplatz für weitere zehn Jahre zur Verfügung zu stellen."

Aber nicht nur Ramerberg sei gewachsen, auch der Sportverein habe mittlerweile knapp 500 Mitglieder und sei vor allem für seine intensive Jugendarbeit weithin bekannt und werde dafür geschätzt. Um dies dauerhaft fortsetzen zu können, sei eine "zeitgemäße sichere Sportanlage mit Umkleide- und Sanitärräumen direkt am Sportplatz nötig", denn die rechtlichen Anforderungen an den Betrieb einer Sportstätte seien gestiegen. 

Daher sei der SV Ramerberg der Bürgerinitiative für ihre Unterstützung bei der Grundstückssuche dankbar sowie Familie Schuster und Familie Riedl dafür, dass sie bereit seien, Grundstücke für eine teilweise Verlegung des bestehenden Sportplatzes zu verpachten. 

Zu geringer Abstands zu Wohnbebauung?

Die Vorstandschaft betont jedoch: "Nach eingehender Überprüfung der von der Bürgerinitiative vorgeschlagenen Lösung ist der SVR leider zu dem Ergebnis gekommen, dass das Grundstück von Rupert Riedl aus verschiedenen Gründen nicht für die geplante Maßnahme geeignet ist: Eine Genehmigung ist wegen fehlender Abstandsflächen zur Wohnbebauung nicht zu erwarten. Bereits 2003 wurde dieses Grundstück für die Sportanlage ins Auge gefasst. Nach Widerstand der Anlieger wurde die Idee aber verworfen." 

Eine Pachtdauer von nur zehn Jahren mit Option auf ständige Verlängerung lasse keine Investitionen wie Grundstücksbegradigung, Drainage oder die Errichtung einer Flutlichtanlage zu. Eine langfristige Finanzierung sei da nicht möglich. Zudem würden die Verpächter auf ihren Grundstücken keine feststehenden Bauten für Umkleidekabinen mit Duschen und Toiletten erlauben. 

Damit habe der Verein nicht die für ihn so wichtige Planungssicherheit über zehn Jahre hinaus. Zudem sei zu erwarten, dass sich die Entwicklung Ramerbergs in Zukunft weiter nach Westen ausdehnen werde. 

Abschließend heißt es: "Die derzeitige Vorstandschaft sieht sich in der Pflicht, den Verein in allen Bereichen langfristig aufzustellen. Dazu gehört insbesondere eine Sicherung eines dringend notwendigen Sportareals mit den entsprechenden Bauten für die Zukunft. Mit der derzeitigen und auch der von der Bürgerinitiative angestoßenen Grundstückslösung ist dies in keinster Weise gegeben und somit auch nicht gegenüber den Vereinsmitgliedern zu verantworten. Da aber derzeit in Zellerreit-Unterfeld bereits die Bauleitplanung für einen möglichen Standort läuft, der eine Planungsicherheit für 30 Jahre bietet, nimmt der Sportverein das Unterstützungsangebot der Bürgerinitiative auch weiterhin gerne an und würde sich freuen, wenn man gemeinsam eine Lösung der umstrittenen Zufahrt zu den dortigen Sportstätten erarbeiten würde."

mb/Stellungnahmen Gemeinde und SV Ramerberg

Quelle: wasserburg24.de

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