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Zu Grabe getragen

SV Ramerberg protestiert mit symbolischem Akt gegen Ablehnung des neuen Sportplatz in Zellerreit

Trauern um die vergebene Chance auf einen neuen Sportplatz in Zellerreit (von links): Hans Scherfler junior, Gemeinderatsmitglied und aktiver Fußballer SV Ramerberg, Georg Esterer senior, Gastwirt und Grundstückseigentümer der anvisierten Fläche, und Florian Berger, Jugendleiter des SV Ramerberg.
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Trauern um die vergebene Chance auf einen neuen Sportplatz in Zellerreit (von links): Hans Scherfler junior, Gemeinderatsmitglied und aktiver Fußballer SV Ramerberg, Georg Esterer senior, Gastwirt und Grundstückseigentümer der anvisierten Fläche, und Florian Berger, Jugendleiter des SV Ramerberg.

Über 15 Jahre dauerte in Ramerberg die Suche nach einem Standort für einen neuen Sportplatz – und sie geht weiter. Kurz vor der Ziellinie kam es durch einen knappen Gemeinderatsbeschluss zum Aus für den anvisierten Platz in Zellerreit. Der SV Ramerberg legte symbolisch einen Kranz nieder.

Ramerberg – Kaum hatte der Ramerberger Gemeinderat beschlossen, die Planungen für einen neuen Fußballplatz in Zellerreit nicht weiter zu verfolgen (wir berichteten), da trug der Verein SV Ramerberg öffentlich Trauer: Symbolisch wurde der geplante Sportplatz in Zellerreit zu Grabe getragen.

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Hans Scherfler junior, Gemeinderatsmitglied und aktiver Fußballer beim SV Ramerberg, Georg Esterer senior, Gastwirt und Grundstückseigentümer der Fläche, die künftig auf 30 Jahre pachtfrei für den neuen Sportplatz überlassen werden sollte, trafen sich zur Kranzniederlegung.

Mit von der Partie auch Florian Berger, Jugendleiter des SV Ramerberg. „In Gedenken an glorreiche Zeiten“ hatten sie auf die Schleife schreiben lassen, die an ihrem Trauerkranz befestigt war.

Kurz vor der Ziellinie ausgebremst

„Über 15 Jahre dauerte der Marathon auf der Suche nach einem neuen Standort für den Sportplatz, nachdem eine Entwicklung in der Ortschaft von Ramerberg nicht möglich war“, so die Fußballer. Dann kam in ihren Augen die Rettung: Nach vielen Gesprächen machte vor etwa vier Jahren Gastwirt Georg Esterer senior, dem SV Ramerberg das Angebot, in Zellerreit unentgeltlich eine Fläche zur Verfügung zu stellen.

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In der jüngsten Gemeinderatssitzung „quasi nur kurz vor der Ziellinie“, so der Verein, wurde das Vorhaben beendet: Der Gemeinderat Ramerberg beschloss mit 7:6 Stimmen mehrheitlich, das Bauleitplanverfahren mit sofortiger Wirkung zu beenden.

„Die Entscheidung wurde politisch durch die knappe Mehrheit der bürgermeisternahen UWR (Unabhängige Wähler Ramerberg) gefällt, obwohl bereits 75.000 Euro für das Vorhaben ausgegeben wurden und dem Vorhaben rechtlich nichts entgegensteht“, so sehen es die enttäuschten Sportler.

Motivation der Sportler ungebrochen

Aufgeben möchten sie aber noch lange nicht. „Unsere Motivation ist ungebrochen. Wir werden weiter kämpfen und hoffen darauf, dass die UWR den Beschluss wieder zurücknimmt und ein neuer Platz doch noch nach Zellereit kommt.“

Der Gemeinderat hingegen plant, andere Standorte als Alternative genauer zu prüfen. Rechtsanwalt Sebastian Heidorn hatte die Gemeinderäte zudem darauf aufmerksam gemacht, dass es zur Umsetzung eines neuen Fußballplatzes in Ramerberg generell noch viele offene Fragen gebe: Wer trägt die Kosten für den Bau des Vereinsheims, sei nur eine davon.

Auch die Eigentumssituation sei nicht gesichert. Bisher handele es sich bei dem Projekt um einen angebotsbezogenen Bebauungsplan. „Die Gemeinde plant dabei etwas, von dem man nicht weiß, wer es wie umsetzt“, warnte Heidorn das Gremium. Anders wäre es bei einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan, bei dem der Vorhabenträger die Planungskosten zahle, stellte Heidorn in Aussicht.

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Die Sportler fürchten deshalb, „dass die Gemeinde den SV Ramerberg über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan künftig dazu zwingen will, sämtliche Kosten für Gutachten und Ähnliches zu übernehmen.“ Diese Vorgehensweise würde den SV Ramerberg, der seit knapp 70 Jahren hervorragende Kinder- und Jugendarbeit leiste, finanziell zugrunde richten, so die Sportler.

Die Hauptleittragenden würden dabei alle fußballbegeisterten Kinder und Jugendlichen der Gemeinde sein. Es bestehe sogar die Gefahr, dass sich der gesamte SV Ramerberg auflösen würde, da die Abteilung Fußball die meisten Mitglieder habe, so Johann Weiderer, Sportplatzplanungsgruppe des SV Ramerberg.

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