Diskussion um Rotter Penny-Pläne 

Bessere Vorstellung des späteren Discounters durch "Phantomgerüst"? 

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Ein Phantomgerüst, das das spätere Gebäude des Discounters zeigt - könnte so etwas möglicherweise auch in Rott stehen? 

Rott - Die Debatte um den geplanten Discounter im Ortsteil Meiling geht in die nächste Runde. Im Fokus stand dieses Mal der Vorschlag eines sogenannten "Phantomgerüsts" zur Veranschaulichung des Projekts für die Bürger. 

Der Gemeinderat behandelte in seiner jüngsten Sitzung am 25. September einen Antrag der CSU-Fraktion auf Errichtung eines Höhengerüsts zur Visualisierung des geplanten Discounters in Meiling. Dabei handele es sich nach der Erklärung von Bürgermeister Marinus Schaber um ein Baugerüst, das in etwa das Höhenausmaß und die Konturen des späteren Gebäudes erkennen lasse. Dieses Gerüst solle dann einige Wochen auf der fraglichen Fläche stehen, damit sich die Bevölkerung ein Bild vom Bauprojekt machen könne. 


Schaber aber stand der Idee skeptisch gegenüber: "Das Gerüst ist durchsichtig, nur wenige Bürger werden sich da ein Gebäude vorstellen können. Zudem kostet die Realisierung des Vorschlags zig tausende Euro, die CSU-Fraktion ist zwar der Meinung, die Kosten solle der Investor tragen, aber ich bin mir nicht sicher, ob der einwilligt - es gibt ja aktuell weder einen Bebauungsplan noch einen entsprechenden Bauantrag." 

Am Ende entschied man sich im Rat, eine Entscheidung über die Errichtung eines Phantomgerüsts in Meiling zu vertagen


Die nächsten Schritte in punkto Discounter-Pläne:

Das Discounter-Thema ist und bleibt der aktuell brennendste Punkt in Rott. Die große Frage, ob die Bevölkerung einen Discounter überhaupt im Gemeindegebiet haben möchte, würde wohl mit 60 bis 70 Prozent positiv beantwortet werden - da sei sich Schaber sicher.

Der momentane Beschluss beinhalte die Errichtung des Penny-Marktes mit Wohnungen im ersten Stock und Tiefgaragen. Damit sei jedoch nur ein Teil des Gemeinderats einverstanden. "Die Crux ist, dass ich als Bürgermeister die Haltungen von Gemeinderat und Investor nicht zusammen bringen kann", konstatiert Schaber nüchtern. 

Zwei Möglichkeiten gebe es laut dem Bürgermeister für die Gemeinde: "Für die erste könnte sich ein Teil des Gemeinderats und der Investor begeistern. Sie beinhaltet, zum Anfang zurückzurudern und lediglich eine 08/15-Discounter-Halle zu fokussieren, was jedoch in punkto Flächenverbrauch nicht akzeptabel ist für mich. Die zweite Variante wäre, den Penny-Markt mit Wohnungen im ersten Stock zu realisieren, dafür aber auf die Tiefgaragen zu verzichten. Diese Kröte könnte ich zwar schlucken, wobei ich zu Bedenken gebe, dass Tiefgaragen in der heutigen Zeit das beste Mittel sind bei einem Neubau." 

Wohl keine Ergebnisse bis zur Bürgerversammlung

Der nächste Schritt sei nun ein Treffen mit dem Architekten, das Thema werde danach wohl wieder in der Oktobersitzung auf der Tagesordnung stehen. 

"Seit acht Jahren ziehe ich diesen leidigen Dialog nun schon mit - und ich möchte ihn nicht bis zum Schluss mitziehen", mahnt der Bürgermeister, der kein Geheimnis daraus macht, bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr antreten zu wollen. 

Nachdem sich bei der Bürgerversammlung 2017 schon herauskristallisierte, wie heikel das Thema Discounter in Rott ist, sei sein Ziel gewesen, bis zur diesjährigen Bürgerversammlung am 15. November der Bevölkerung konkrete Ergebnisse in Bezug auf die Planungen vorlegen zu können. "Doch ich kann mir nicht vorstellen, dass bis dahin ein Beschluss steht und eine Entscheidung gefallen ist."

mb

Quelle: wasserburg24.de

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