Klassischer Discounter oder Verbindung mit Wohnungen?

Rotter Rat fällt Entscheidung: So wird in Meiling künftig gebaut

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Das kleine Modell veranschaulicht, wie die Fläche in Meiling-Süd in Zukunft aussehen wird. 
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Rott - Die "unendliche Geschichte" Discounter-Pläne in Meiling-Süd - sie scheint doch noch ein Ende zu nehmen. In einer Sondersitzung entschieden die Räte nun, wie die Fläche an der Haager Straße gegenüber dem Baugebiet "Am Leitenfeld" in Zukunft aussehen soll. 

Suche nach einem geeigneten Standort, Grundstücksverhandlungen, verschiedene Ansichten in punkto Baupläne von Gemeinderäten und Investor, Verbindung Gewerbe und Wohnen, mit oder ohne Tiefgarage - viele Gesichtspunkte brachten die wiederkehrenden Debatten um den geplanten Discounter in Meiling-Süd mit sich, die Bürgermeister Marinus Schaber über die vergangen Jahre das ein oder andere graue Haar beschert haben. 

"Das Ganze kostet mich Zeit, Nerven und Kraft - jetzt muss endlich eine Entscheidung her." Mit diesen Worten eröffnete Schaber die Sondersitzung des Gemeinderats am Donnerstagabend des 8. Novembers bezüglich des geplanten Discounters in Meiling-Süd

Rund 20 Bürger wohnten der Sitzung im Rathaus bei. Schaber weiter: "Dass die Rotter einen Discounter brauchen und wollen, haben sie oft genug verdeutlicht - nun geht es um die Frage, wie dieser gebaut werden soll." 

Klassischer Discounter oder Verbindung Gewerbe und Wohnen? 

Drei Varianten für den Bau des Discounters mit einer Fläche von 1.180 Quadratmetern und einer dazugehörigen rund 200 Quadratmeter großen Bäckerei mit Café an der Haager Straße stellte der Architekt des beauftragten Planungsbüros "gsu - Gesellschaft für Stadtplanung und Urbanistik" vor: 

Die erste Variante stellt den klassischen Discounter mit 63 Stellplätzen und Randeingrünung an der Parkfläche dar. Diese Variante sieht nur eine Zufahrt von der Haager Straße kommend vor, da im Norden die Anlieferung geplant ist und von Grünflächen zur Straße hin abgegrenzt ist.

Variante eins: Der klassische Discounter. 

Variante zwei ist mit aufgestockten Wohnungen auf dem Discounter geplant und sieht einen zweiten Zufahrtsweg von Norden aus vor. 64 Stellplätze sind am Parkplatz vorgesehen, ebenso eine Begrünung. Was fehlt ist eine Tiefgarage. Die Wohnbebauung im ersten Stock springt mit einem Sockelgeschoss nach hinten. 288 Quadratmeter Wohnfläche sind im Erdgeschoss und 1.194 Quadratmeter im Obergeschoss vorgesehen. Etwa 15 Wohnungen mit einer Größe von je 65 Quadratmetern könnten so auf insgesamt 1.422 Quadratmetern entstehen. Es gibt weder Terrasse noch Balkon. 

Variante zwei: Verbindung von Gewerbe und eingeschossigem Wohnen. 

Die letzte Variante bietet zwei Stockwerke oberhalb des Discounters mit insgesamt 2.180 Quadratmetern für Wohnungen an. Als Konsequenz ist der Baukörper deutlich höher als die umliegende Bebauung. Eine Tiefgarage ist bei dieser Planung ob des Nachweises der Stellplätze unabdingbar. 57 Parkplätze sind für den Discounter vorgesehen. Im Erdgeschoss würde der Wohnraum 290 Quadratmeter betragen, im ersten Obergeschoss 1.134 und im Dachgeschoss 756 Quadratmeter. 18 Wohnungen à 85 Quadratmeter könnten so realisiert werden. 

Variante drei: Verbindung von Gewerbe und zweigeschossigem Wohnen. 

In der anschließenden Diskussion versteiften sich die Räte im Tenor auf die Stellplätze und die Parksituation. Ob man keine Einbahnstraße planen könnte, um ein Verkehrschaos - vor allem samstags - zu vermeiden? Die Zahl der Stellplätze sei im Allgemeinen zu gering angesetzt, wenn Mitarbeiter, Kunden und Mieter dort parken sollen. 

Unterschiedliche Meinungen warfen die Ratsmitglieder auch in punkto Flächenverbrauch und der Notwendigkeit an Wohnungen und Discounter in den Raum. Christoph Sewald (SPD) erklärte beispielsweise, Rott brauche dringend einen Discounter. Für ihn als Tiefgaragen-Verfechter sei es zwar schade, dass Variante zwei keine im Plan vorsehe, aber: "Es wäre ein Wahnsinn, diese Fläche zu versiegeln, ohne diese mit einer Wohnbebauung zu verbinden. Dann muss die Gemeinde eben in den sauren Apfel beißen und die Planungen ohne Tiefgarage weiterführen." Deshalb biete Variante für ihn zwei ein stimmiges Konzept, die dritte Variante sei zu mächtig und groß in seinen Augen. 

Dieser Meinung schloss sich Bürgermeister Marinus Schaber (Bürger für Rott) voll und ganz an: "Die Bevölkerung braucht sowohl einen Discounter als auch Wohnraum, diese Anliegen wurden oft genug an mich herangetragen. Ich finde es auch schade, dass in Variante zwei die Tiefgarage gestrichen ist, aber hege eine kleine Hoffnung, dass man in der Detailplanung auf Kellerflächen zurückkommen könnte." 

Auch Johann Kirschbaum (Rotter Forum) betonte, der Flächenverbrauch rein für den Bau des Discounters sei undenkbar. Variante drei käme für ihn ebenfalls nicht in Frage, er sprach sich für die zweite Planung aus

CSU-Fraktion geschlossen für Variante eins: 

Eine andere Ansicht habe hingegen die CSU-Fraktion, wie deren Sprecher Florian Lemmrich erklärte: "Wir stehen nach wie vor hinter den Discounter-Plänen. Variante drei kommt für uns nicht in Frage, das passt einfach nicht zu einer ländlich gebauten Gemeinde wie Rott eine ist. Auch die zweite Variante ist uns zu städtisch, die Haupt-Crux an dieser Planung ist die fehlende Tiefgarage. Wir müssen in punkto Flächenverbrauch auch im Hinterkopf haben, dass das westliche Gebiet im Anschluss an die 6.000 Quadratmeter später einmal ein Baugebiet wird. Deshalb lehnen wir auch die zweite Variante ab. Für uns ist die erste Variante des klassischen Discounters die richtige Wahl. Sie greift nur gering ein in Ortsbild- und Struktur und so erreichen wir endlich den Bau eines Discounters, den sich die Bürger seit Jahren wünschen." 

Das Modell veranschaulicht Variante zwei. Die Bäume deuten die künftige Bebauung auf der aktuell noch freien Fläche an. Rechts führt die Haager Straße von Rott kommend vorbei, im Norden befindet sich der Betrieb von Max Zacherl in Meiling. Links von den drei Riegeln, die den Discounter veranschaulichen sollen, ist ein Baugebiet angedeutet, das noch nicht existiert.

Die Abstimmung: 

Damit fiel die Entscheidung des Rotter Rats, was auf der insgesamt 6.000 Quadratmeter großen Fläche in Meiling entstehen soll: Mit 11:6 Stimmen setzte sich Variante zwei durch. Die Geschossfläche für die Wohnungen wird auf 1.200 Quadratmeter begrenzt

Des Weiteren musste der Rotter Rat noch über den damals in der September-Sitzung zurückgestellten Antrag der CSU-Fraktion bezüglich der Errichtung eines Höhengerüsts auf der Fläche in Meiling-Süd entscheiden. Dieses "Phantomgerüst" soll als Vorstellungshilfe für die Bevölkerung dienen, welche Ausmaße der spätere Discounter haben werde. Mindestens einen Monat lang soll das Gebilde laut Antrag zur Visualisierung des geplanten Discounters stehen bleiben. Mit ebenfalls 11:6 Stimmen sprach sich der Rat allerdings dagegen aus.

mb

Quelle: wasserburg24.de

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