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Hilfe bei Immundefekten

Jürgen Drews wirbt um Lebensretter: Schlagerstar hilft Patientenorganisation in Schnaitsee bei Blutplasmaspende

Das „dsai“-Mitglied Christine Gaydos im Gespräch mit Unterstützer Schlagerstar Jürgen Drews. dsai
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Das „dsai“-Mitglied Christine Gaydos im Gespräch mit Unterstützer Schlagerstar Jürgen Drews. dsai

Schlagerstar Jürgen Drews darf zwar nicht mehr spenden, weil er schon zu alt ist, doch er unterstützt trotzdem als prominentes Gesicht gemeinsam mit Kollege Florian Silbereisen die Blutplasmaspende. Sie kann Menschen retten, die unter einem Immundefekt leiden.

Schnaitsee – „Gespendetes Blutplasma ist und bleibt für zahlreiche Menschen mit chronischen Krankheiten oder schweren Verletzungen überlebenswichtig“ betont Gabriele Gründl, die Bundesvorsitzende der Patientenorganisation „dsai“ in Schnaitsee. Bei ihrem Werben für die Plasmaspende bekommt sie prominente Unterstützung – unter anderem von Schlagerstar Jürgen Drews.

Wenn keine Antikörper gebildet werden

30 Jahre ist Gabriele Gründls Sohn mittlerweile alt. Er hat den heimischen landwirtschaftlichen Betrieb in Schnaitsee übernommen, führt nach Angaben seiner Mutter ein relativ normales Leben. Dies macht die Blutplasmaspende möglich. Denn über sie werden im Körper die wichtigen Antikörper gegen Infekte gebildet.

Diagnose erst nach langer Ärzteodyssee

Diesen Schutz hatte das Neugeborene nicht. Gabriele Gründls Sohn war überdurchschnittlich häufig krank, unruhig, weinte viel. Eine Odyssee durch Arztpraxen begann. Die vielen Infekte wurden immer wieder mit Antibiotika behandelt, berichtet die Mutter. Als schließlich Blut in der Windel gefunden wurde, folgte ein Krankenhausaufenthalt. Beim damals 14 Monate alten Kleinkind stellten die Mediziner fest, dass die Nieren nur noch zu 30 und 50 Prozent arbeiteten. Es folgten Blasenspiegelungen, Bluttransfusionen. Das Kleinkind entwickelte hohes Fieber.

Infektanfälligkeit senken

Hinzugezogenen Immunologen stellten schließlich fest, dass der Schnaitseer Bub keine Antikörper bilden kann, die Viren und Bakterien abwehren. Zehn Jahre lang wurde der Sohn von Gabriele Gründl mit Immunglobulinen behandelt. Alle 14 Tage musste er für diese intravenöse Behandlung in die Klinik. Danach setzten sich Gabriele Gründl und Mitstreiter für eine Selbsttherapie daheim ein – per Nadel und Injektion in den Bauch. Zwei Mal in der Woche, was auch die Infektanfälligkeit weiter senkte, wie die Bundesvorsitzende der Patientenorganisation „dsai“ berichtet. Ihr Sohn hatte Glück: Es gab keine großen Vorschäden etwa an der Lunge oder der Blase.

Patientenorganisation informiert Betroffene

Die „dsai“-Schirmherrin Michaela Schaffrath geht mit gutem Beispiel voran und spende Plasmas.

Blutplasma, aus dem die Antikörper gewonnen werden, hat sein Leben gerettet – und die weiter fortschreitende medizinische Forschung. Seine Mutter gründete zum Erfahrungsaustausch mit anderen betroffenen Familien eine Elterninitiative, aus der heraus im Laufe der vergangenen 30 Jahre eine Patientenorganisation wurde. Sie informiert und vernetzt Betroffene und ihre Familien bei über 400 angeborenen Immundefekten. Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland Regionalgruppen, die Hauptgeschäftsstelle hat nach wie vor ihren Sitz in Schnaitsee.

Dem Einsatz von „dsai“ ist nach Angaben des Vorstands auch das seit 2019 mögliche Neugeborenenscreening zu verdanken. Über das Fersenblut von Babys können Eltern herausfinden lassen, ob ihr Baby einen angeborenen Immundefekt hat.

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Wenn ja, ist das Kind oft abhängig von regelmäßigen Blutplasmaspenden. Das Problem in der Region Wasserburger Land: Das nächste Zentrum, in dem gespendet werden kann, ist in München. Aktuell drängendstes Thema: Betroffene können sich in der Regel nicht gegen das Coronavirus impfen lassen, sind deshalb nach Informationen von Gabriele Gründl abhängig von einer möglichst hohen Herdenimmunität.

Bei einem Pressetermin in der Bundesgeschäftsstelle in Hochschatzen machte die Organisation „dsai“ auf diese Thematik und auf die „Internationale Plasmawoche“ aufmerksam. Mit vielen Veranstaltungen und Kampagnen findet diese bis zum 8. Oktober statt. Auch die Patientenorganisation für angeborene Immundefekte mit Sitz in Schnaitsee möchte rund um diese Woche besonders viele Menschen dazu motivieren, bei der „Planks-for-Plasma-Challenge“ mitzumachen.

Florian Silbereisen unterstützt Aktion

„An dieser Kampagne haben sich seit dem Sommer bereits zahlreiche Prominente beteiligt und persönlich Flagge für die hohe Bedeutung von Plasmaspenden gezeigt“, erzählt Gabriele Gründl. „Jeder kann mitmachen und uns dabei unterstützen, mehr Menschen zum Plasmaspenden zu animieren.“ Dazu nennt Gründl im Gespräch Schlagerstar Jürgen Drews, „dsai“-Schirmherr Thorsten Havener, Influencerin Caro Daur, TV-Dokusoap-Star Carmen Geiss, Showmaster Florian Silbereisen und Comedian Bülent Ceylan. „Sie alle und noch viele Prominente mehr haben bereits an der „Planks-for-Plasma-Challenge“ teilgenommen.

Auch der Schirmherr, Zauberkünstler Thorsten Havener, macht mit Gabriele Gründl mit bei der Plasmawoche.

Mangel an Plasma besorgniserregend

Initiiert hat diese Aktion „dsai“-Mitglied Christine Gaydos. Sie ist mit einem angeborenen Immundefekt auf Medikamente angewiesen, die aus gespendetem Plasma hergestellt werden.

Inzwischen haben sich auch Plasmaspendezentren und Blutspendedienste beteiligt. „Es ist großartig zu sehen, dass die Aktion einen Zusammenhalt über Institutionen hinweg erzielen konnte“, freut sich Gabriele Gründl. „Wir haben aktuell einen besorgniserregenden Mangel an Plasma, umso wichtiger ist es, neue Spenderinnen und Spender zu gewinnen – denn im Gegensatz zu Insulin zum Beispiel kann Plasma nicht künstlich hergestellt werden.“ „dsai“-Schirmherrin Michaela Schaffrath ergänzte: „Jede Spende rettet somit Leben – und ist aktuell wichtiger denn je.“

Challenge in den sozialen Netzwerken

„Mit der Challenge wollen wir auf sportliche und humorvolle Weise möglichst viele Menschen erreichen. In den sozialen Netzwerken sind viele junge Menschen unterwegs, für die das Plasmaspenden auch ein guter Mini-Job sein kann. Zur Spende sind aber auch ältere Menschen eingeladen. Diese ist bis zu einem Alter von 68 Jahren möglich“, erklärte Gründl.

So funktioniert die Blutplasmaspende

Bei der Plasmaspende wird laut der Patientenorganisation für angeborene Immundefekte, „dsai“, wie bei der Vollblutspende aus einer Armvene Blut entnommen. Im Unterschied zur Blutspende laufe das Blut durch ein spezielles medizinisches Gerät. Darin werde das Plasma direkt von den Blutzellen getrennt und gewonnen, während die Blutzellen dem Körper wieder zugeführt würden. Dieses als Plasmapherese bezeichnete Verfahren belaste den Körper weniger als die klassische Blutspende. Innerhalb kurzer Zeit habe der Organismus alle Bestandteile des entnommenen Plasmas wieder aufgebaut. Plasma könne daher weit häufiger gespendet werden als Blut, bis zu 60 Mal im Jahr seien möglich, so „dsai“. Weitere Informationen gibt es bei „dsai“ mit Sitz in Schnaitsee unter www.dsai.de.

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