Landwirt möchte auf Mastbetrieb umstellen 

Bald 38.000 Hühner und 230 Rinder auf Schnaitseer Hof?  

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Schnaitsee - Ein Landwirt möchte im Nordosten des Ortsteils Schmidham seinen Hof zu einem Mastbetrieb für Geflügel und Rind umbauen. Bisher hat die Gemeinde ihr Einverständnis zu dem Vorhaben nicht erteilt, denn es fehlen noch wichtige Unterlagen.

Anfang Juli schon sahen sich die Schnaitseer Gemeinderäte in ihrer Sitzung mit dem Antrag des Landwirten konfrontiert. Rund eine Stunde nahm dieser Sitzungspunkt in Anspruch, es wurden Pro und Contra abgewägt. Der Landwirt beantragt eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung für eine gemischte Tierhaltung von einer Größenordnung von 38.000 Masthähnchen und 115 Großvieheinheiten Mastbullen, was in etwa 230 Mastrindern entspricht, an seiner Hofstelle im Ortsteil Schmidham.

Josef Pfenninger, Leiter des Schnaitseer Bauamts, erläutert gegenüber chiemgau24.de, dass man als im Verfahren beteiligte Behörde das gemeindliche Einvernehmen zu dem Projekt verweigert habe. Der Grund: Es fehlen noch wichtige Unterlagen, die im Vorfeld geprüft werden müssten. Erst wenn der Landwirt seine abgegebenen Unterlagen in einigen Punkten ergänzt, könne man dem Vorhaben zustimmen. 

Im Beschluss aufgenommen habe die Gemeinde zudem, dass der Zweckverband zur Wasserversorgung der Gruppe Harpfing am Verfahren beteiligt werden solle. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchzuführen sei laut Pfenninger bei diesem Projekt indes nicht notwendig. 

Landratsamt als Genehmigungsbehörde hat Entscheidungsmacht

Auch Michael Reithmeier, Pressesprecher des Traunsteiner Landratsamts, kann zum gegenwärtigen Zeitpunk bestätigen, dass beispielsweise der immissionsschutzrechtliche Antrag noch nicht genehmigungsfähig sei - vor allem deshalb, weil der Antragsteller noch nicht die notwendigen Betriebsflächen nachgewiesen habe, die für eine landwirtschaftliche Privilegierung erforderlich seien. 

"Der Antragsteller hat uns mitgeteilt, dass er beabsichtigt, weitere Flächen anzupachten, um auf diese Weise den Nachweis der ausreichenden Flächenausstattung zu führen. Dies wird Voraussetzung sein, um das Verfahren durch Genehmigung abschließen zu können", erklärt Reithmeier.

Voraussichtlich im Herbst 2019 könne man mit einer Entscheidung des Landratsamts rechnen. Zuvor wird die Gemeinde Schnaitsee erneut um eine Stellungnahme gebeten und sich des geplanten Projekts ein weiteres Mal annehmen. 

Mastbetrieb für Hühner auch in Schonstett geplant: 

Im Nachbarlandkreis Rosenheim regt sich Widerstand in Form einer Bürgerinitiative gegen einen geplanten Maststall in Schonstett: 29.000 Tiere sollen in einem neuen Hühnermaststall im Ortsteil Neubau untergebracht werden. Auch hier läuft das Verfahren, eine Genehmigung steht noch aus. Entgegen einzelnen Gerüchten hat der Antragsteller seinen Bauantrag nicht zurückgezogen.  

mb

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © pixabay.com

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