Auf Schonstett und Halfing folgen weitere Gemeinden 

"Dorfgespräche": Die gemeinsame Heimat neu gestalten 

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Christine Domek-Russwurm, Asylbeauftragte aus Frasdorf und Katharina Gruber-Trenker, Initiatorin des Dorfgesprächs Schonstett (v.l.) im Gespräch über Perspektiven der Weiterentwicklung von Helferkreisen zu Bürgernetzwerken.
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Schonstett - Miteinander etwas im Dorf bewegen - dafür stehen die "Dorfgespräche". Damit die Zukunftsgestaltung reibungslos klappt, gab es jetzt eine Fortbildung. 

Das Kreisbildungswerk Rosenheim führte in Kooperation mit der Ehrenamtskoordination der Caritas Rosenheim und dem Bildungskoordinator im Landkreis Rosenheim eine Fortbildung zu "Dialogmoderatoren" für dörfliche Beteiligungsprozesse durch. Hintergrund ist das Modellprojekt "Dorfgespräch", das durch persönliche Dialoge und die Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Wertvorstellungen das Miteinander im ländlichen Raum neu beleben möchte. 

Die Gemeinden Halfing, Schonstett und Eiselfing haben sich bereits 2017 auf den Weg gemacht. Im ersten Teil der Fortbildungsreihe 2018 waren zusätzlich kommunale Vertreter und Ehrenamtliche aus Frasdorf, Stephanskirchen, Amerang und der Stadt Rosenheim dabei.

Persönliche Begegnungen, Beziehungen und Dialoge im Fokus

Nach über drei Jahren der intensiven Arbeit in Helferkreisen vollzieht sich momentan bereits in einigen Gemeinden der Wandel vom Helferkreis zum Bürgernetzwerk, welches jenseits einseitiger Hilfe für Flüchtlinge gesamtgesellschaftliche Integration für alle im Dorf fördern möchte. Florian Wenzel und Dr. Christian Boeser-Schnebel vom Gesellschaftswissenschaftlichen Institut München leiteten die Fortbildung und vermittelten Theorie und Praxis des Ansatzes "Dorfgespräch". 

Im Gegensatz zu klassischen sach- und themenorientierten Dorferneuerungsprozessen stehen persönliche Begegnung, Beziehung und Dialoge im Mittelpunkt dieses Konzepts. Wenzel erklärt dazu: "Nur so lässt sich eine tiefer gehende Dorferneuerung in den Köpfen erreichen, die auch gerade diejenigen im Dorf miteinbezieht, die eher am Rand stehen. Gerade solche Menschen bieten oft eine überraschende und ganz andere Perspektive auf das Miteinander und können kreative Wege in die Zukunft eröffnen. Basis dafür ist eine umfassende und gleichberechtigte Wertschätzung der unterschiedlichen Wertvorstellungen, wie die eigene und gemeinsame Heimat gestaltet werden kann." 

Damit sei das Projekt auch ein Beitrag zur Überwindung der Spaltung der Gesellschaft, um jenseits von Schwarz-Weiß-Denken aktuelle komplexe gesellschaftliche und politische Herausforderungen positiv und kreativ anzugehen. 

Auch andere Gemeinden ziehen mit 

Nicht zuletzt wurde in interaktiven Übungen und kreativen Gestaltungsprozessen eine neue Motivation und Perspektive für das Engagement gerade der Ehrenamtlichen aufgezeigt, wie es eine Teilnehmerin der Fortbildung formulierte: "Die wertschätzende Haltung des Ansatzes und eine neue Gelassenheit im eigenen Tun haben mich beflügelt, Vertrauen in die Menschen vor Ort zu haben und mit ihnen gemeinsam neue Projekte zu starten."

Momentan werden in den unterschiedlichen Gemeinden praktische Umsetzungen des Konzepts in Tandems von Gemeindevertretern und Ehrenamtlichen angestoßen

Im November 2018 wird ein weiteres Fortbildungsmodul zum Erfahrungsaustausch und der weiteren gemeinsamen Vernetzung von Beteiligungsprozessen im Landkreis Rosenheim angeboten. 

Wenzel/mb

Quelle: wasserburg24.de

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