Endgültige Genehmigung steht noch aus 

Bald 22.000 Hühner in neuem Geflügelmaststall in Schonstett? 

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Schonstett - Die kleine 1200-Seelen-Gemeinde soll Zuwachs bekommen: In Form von Federvieh in einem Geflügelmaststall. 

Der Acker am Friebertinger Kreisverkehr soll künftig einem neuen Geflügelmaststall weichen: Stallmäßig finden hier laut Antragsteller fast 30.000 Hühner ein Zuhause, die Maße des Neubaus sollen etwa 98 auf 20 Meter tragen. Daneben soll zudem eine landwirtschaftliche Maschinen- und Bergehalle mit 41 auf 15 Meter errichtet werden. 

Beide Vorhaben seien privilegiert. Das bedeutet, es handle sich um Bauvorhaben, die auch im Außenbereich, also den Flächen, für die kein qualifizierter Bebauungsplan besteht und die außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile liegen, zulässig seien.

Platz für 22.000 Hühner 

In den Reihen der Bürger wurden Vermutungen laut, ob ein solcher Großbetrieb nicht zu mächtig sei für den kleinen Ort - zumal es bereits einen Geflügelbetrieb gebe in Schonstett, wenn auch kleiner und rein auf Bio eingestellt. 

In Zillham bei Schonstett steht außerdem der Hofladen "Finkennest" von Simon Fink kurz vor der Eröffnung. Er soll Biologie, Ökologie und Nachhaltigkeit vereinen. Wie passt das zusammen mit einem Geflügelmastbetrieb in der kleinen Gemeinde?

Bürgermeister Josef Fink möchte dazu keine Wertung abgeben: "Der Gemeinderat hat das Vorhaben Ende letzten Jahres wie einen gewöhnlichen Bauantrag auf Errichtung eines landwirtschaftlichen Betriebs behandelt."

Der Antragsteller des Mastbetriebs wolle fürs Erste nur 22.000 Tiere unterbringen, obwohl der Stall für insgesamt 29.900 Hühner ausgerichtet werden solle. Die Tiere sollen artgerecht unter biologischen Bedingungen gehalten und vermarktet werden, teilte er der Gemeinde mit. 

Das Gelände muss für das Vorhaben komplett neu erschlossen werden. Laut Antragsteller sei ein Kanalanschluss nicht erforderlich, obwohl die Möglichkeit dafür gegeben sei. Wasserversorgung sowie Zufahrt seien gesichert. Das anfallende Niederschlagswasser soll laut Bauwerber auf dem Gelände versickern. 

Unter all diesen Gesichtspunkten gab die Gemeinde im Dezember 2018 grünes Licht für das Bauvorhaben

Stellungnahmen von verschiedenen Fachbehörden

Das letzte Wort bei der Genehmigung von Bauanträgen hat aber immer noch das Landratsamt. 

Ina Krug von der Pressestelle des Rosenheimer Landratsamt erläutert, dass Anträge zu Vorhaben wie dem im Schonstetter Gemeindegebiet grundsätzlich Prüfungen verschiedener Fachstellen, wie der für Naturschutz und Wasserrecht oder dem Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten unterliegen. 

"Das ist der ganz normale Weg, den ein Bauantrag durchläuft. Kriterien und Vorgaben gibt es auch für den Fall in Schonstett nicht, es wird immer der Einzelfall  und die Verträglichkeit geprüft." Relationen wie beispielsweise die Einwohnerzahl zur Größe des Mastbetriebs spielen laut Krug keine Rolle bei der Genehmigung. 

Bis Ende Februar 2019 werde die endgültige Entscheidung zur Genehmigung, ob der Mastbetrieb entstehen kann, vermutlich vorliegen. 

mb

Quelle: wasserburg24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Büttner)

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