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Bereits mehr als 100 kleine Stacheltiere gerettet

Maria Seestaller betreibt in Soyen eine Intensivstation für Igel in Not

Maria Seestaller rettet in Soyen Igel und gibt Tipps. Sie sagt, durch das Insektensterben leidet das stachelige Tier besonders.
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Maria Seestaller rettet in Soyen Igel und gibt Tipps. Sie sagt, durch das Insektensterben leidet das stachelige Tier besonders.

Etwa 100 Igel hat Maria Seestaller bereits gerettet. Seit September 2019 betreibt sie eine Igel-Intensivpflege. Sie warnt: „Der Igel leidet, auch wegen uns.“ Sie gibt praktische Tipps, wie Menschen dem Igel das Leben leichter machen können. Es sind Kleinigkeiten, die dem Gartenbewohner viel bringen.

Soyen – Besonders das Insektensterben, erklärt Seestaller, setze dem Igel zu. „Igel sind reine Fleischfresser“, ihre Hauptnahrung seien Käfer, Larven und Raupen von Nachtschmetterlingen. „Durch den massiven Insektenrückgang leiden die Igel an Nahrungsmangel, den wir verursacht haben.“

„Zu mir kommen halb verhungerte Tiere“

In ihrer Rettungsstation bekommt Seestaller genau das mit. „Zu mir kommen verhungerte, dehydrierte und verletzte Igel.“ Davon gebe es so viele, dass Seestaller derzeit das Erdgeschoss ausbaut, um noch mehr der stacheligen Tiere pflegen zu können.

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Noch laufe alles privat, doch die Hilfe werde immer professioneller. Zusammen mit Heike Brandstätter, die seit fünf Jahren selbst eine Intensivpflegestelle für Igel betreibt, und Steffi Kratzwinkel, einer tiermedizinischen Fachangestellten, hilft sie den stacheligen Tieren. Durch Katzwinkel und deren Chefin können auch schwer verletzte Tiere in einer tierärztlichen Praxis versorgt werden.

Der Igel ist ein Gartenbewohner

Seestaller ist es besonders wichtig, darüber aufzuklären, was jeder einzelne tun kann, um den Igeln zu helfen. Denn der Igel ist ein Gartenbewohner, helfen könne also jeder mit einem Garten. Zunächst sollte zugefüttert werden, erklärt Seestaller. Am besten mit einem Katzenfutter mit hohem Fleischanteil. „Das gut gemeinte, aber nicht durchdachte fertige Igelfutter ist höchsten für Vögel geeignet aber nicht für Igel“, warnt die Igelretterin. Denn der Magendarmtrakt der Tiere sei zu kurz, um Getreide, Nüsse oder Obst richtig verdauen zu können. Deshalb biete sich Katzenfutter oder ungewürztes Rührei, sowie ungewürzt angebratenes Hackfleisch als Nahrung an.

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„Um andere Tiere vom Buffet fernzuhalten, kann man ein Futterhaus aufstellen“, erläutert Seestaller. Es sei wichtig, dass ein solches Haus zwei Eingänge hat. „Man kann sie entweder mit Anleitung aus dem Internet selbst bauen oder bestellen.“

Wege für den Igel freihalten: Zaun sollte nicht bis zum Boden reichen

Unabhängig davon sollte dem Igel immer Wasser bereit gestellt. Auch sollte beim Zaunbau darauf geachtet werden, dass Zäune nicht bis zum Boden reinen. „Oder es sollten ein paar ausreichend große Öffnungen zum Durchschlüpfen frei bleiben.“ Zwölf mal zwölf Zentimeter sollten diese im besten Fall groß sein.

Gelbe Säcke sollten über Zäune gehängt werden

Auch unachtsame Gartenarbeiten sollten vermieden werden. „Zum Beispiel, den Mähroboter nicht bei Dämmerung laufen lassen.“

Auch gelbe Säcke seien eine Gefahr. „Die Igel werden vom Geruch angelockt, klettern hinein und werden von der Müllabfuhr mitgenommen.“ Besser sei es, Säcke über den Zaun aufzuhängen. „Dann sind sie unerreichbar.“

Wann braucht ein Igel Hilfe?

„Eine Igel braucht Hilfe, wenn er tagsüber unterwegs ist“, erklärt Seestaller. Denn grundsätzliche seien Igel Nachttiere, die nur in seltenen Ausnehmen tagsüber unterwegs sind, wie im Fall von säugenden Muttertieren oder von Igeln, die an ihrem Schlafplatz gestört werden.

Igel brauchen ebenfalls Hilfe, wenn sie unterernährt sind. „Ein gesunder Igel wirkt rund, ohne erkennbaren Nacken“, sagt Seestaller. Sollte der Igel einen „Hungerknick“ haben oder eine eher längliche Form, sei er zu dünn. Auch kranke oder verletzte Tiere bräuchten Hilfe. Deutliche Atmegeräusche seien ein Anzeichen dafür, auch ein taumliger Gang. Auch Igelkinder, die unter 200 Gramm und ohne Mutter unterwegs sind, sind gefährdet.

Dann empfiehlt Seestaller, sollte sofort eine Pflegstelle zu kontaktieren. „Manchmal dauert es etwas, bis sich jemand zurückmeldet“, sagt Seestaller, denn die Betreiber der meisten Pflegestellen führen diese Arbeiten neben ihrem Hauptberuf durch. „In diesem Fall sollten die Igel in einem hohen Karton mit einem Handtuch und einer handwarmen Wärmflasche gewärmt werden.“

Bei Fragen oder Notfällen ist Seestaller unter Telefon 0173/ 5356289 zu erreichen. Die Genesung der kleinen Tiere kann auf Facebook unter Private Igelberatungsstelle Wasserburg/Soyen verfolgt werden.

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