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Umwelt- und Naturschutz

Umweltreferentin Christine Böhm legt in Soyen den Fokus auf heimische Pflanzen

Ein großes Programm in Sachen Umweltschutz stellte Christine Böhm, Referentin für Umwelt- und Naturschutz, dem Gemeinderat in Soyen vor.
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Ein großes Programm in Sachen Umweltschutz stellte Christine Böhm, Referentin für Umwelt- und Naturschutz, dem Gemeinderat in Soyen vor.

Die 49- jährige Umweltreferentin aus Soyen legte sie nun einen Bericht über ihre bisherige Amtszeit vor und nannte weitere konkrete Maßnahmen, die in Soyen im Sinne des Umwelt- und Naturschutzes umgesetzt werden könnten. Mulchen statt mähen und Biotope schaffen lauten 2 ihrer Vorschläge.

Soyen – Bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats im Mai 2020 wurde die Einrichtung eines Umweltreferats in Soyen beschlossen. Die Wahl der Referentin war dabei auf Christine Böhm (Bunte Liste Soyen) gefallen. Die 49- jährige Umweltassistentin hatte sich um dieses Amt beworben. In der jüngsten Gemeinderatssitzung legte sie nun einen Bericht über ihre bisherige Amtszeit vor. Sie habe den Fokus im ersten Jahr auf die Wiederansiedlung heimischer Pflanzen im Gemeindebereich gelegt, erläuterte sie und nannte außerdem konkrete Maßnahmen, die Soyen für den Naturschutz ergreifen sollte.

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Immer mehr bayerische Tier- und Pflanzenarten verschwänden von der Bildfläche, führte die Umweltreferentin aus. So seien bereits die Hälfte der heimischen Bienenarten verschwunden, ebenso mehr als 70 Prozent der Tagfalter und in Bayern lebten nur noch halb so viele Vogelarten wie vor 30 Jahren. Als Quelle für dieses Zahlen nannte Böhm den Bund Naturschutz.

Mulchen statt mähen und Biotope schaffen

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hätte zu einem Umdenken geführt, das Naturschutzgesetz in Bayern wurde erneuert, so die Referentin. Interessant daran sei für Soyen vor allem die Ergänzung um 3 Punkte. Der 1. betreffe die dauerhafte Sicherung, den Erhalt der bayerischen Flora und Fauna und die Verbesserung deren Lebensräume. Der 2. Punkt ziele auf die Landwirtschaft ab. Hierbei gehe es darum, bis 2030 schrittweise 30 Prozent der Flächen nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus zu bewirtschaften. Dabei handele es sich aber nur um eine Vorschrift im engeren Sinne. In Punkt 3 gehe um die Schaffung eines Netzes aus Biotopen.

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Wie kann Soyen zur Verwirklichung dieser Ziele beitragen? Böhm nannte konkrete Maßnahmen: Zum einen sei es besser zu mähen als zu mulchen, auch wenn dies einen höheren Arbeitsaufwand darstelle. Es gebe Fördermittel des Landespflegeverbands.

Eine weitere Möglichkeit stelle die genauere Betrachtung der gemeindlichen Ausgleichsflächen dar. Dort gebe es sicher Möglichkeiten, diese ökologisch besser zu nutzen. Hierbei wäre die Aufwertung zu einem Biotop und die anschließende Vernetzung dieser Biotope das Ziel. Dazu verwies Böhm auf eine Studie des Landesverbands für Vogelschutz über die Zielerreichung bei Ausgleichflächen. Dabei habe sich ein desaströses Bild ergeben. Nur 20 Prozent erfüllten die Kriterien. Die Flächen in Soyen müssten erst noch begutachtet werden. Laut Böhm lege aber genau hier ein wichtiger Hebel, um selbst etwas zu bewirken und zur Zielerreichung beizutragen.

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Um Saatgut für die heimischen Blühflächen zu bekommen, gebe es zwei Möglichkeiten, einmal diese abzuernten und wieder anzusäen oder sie von einem zertifizierten Hersteller zu beziehen. Diese würden das Saatgut unter strengen Aulagen bezüglich genetischer Vielfalt produzieren. Für Soyen gebe es einen Lieferanten, der diese Kriterien erfülle. Je nach dem Ort der Verwendung gebe das entsprechende Saatgut. Hierbei sei es wichtig, auf die regionalen, geografischen Verhältnisse zu achten.

Beliebt bei Bienen und Schmetterlingen

Ein konkretes Projekt für die Ansiedlung sei die Fläche am Bahnhofsplatz. Buchweizen, Phacelia und Ringelblume, alle 3 beliebt bei Bienen und Schmetterlingen, seien zu empfehlen.

Die Idee einer Baumallee am Ortseingangs Soyen Nord nach einer Idee von Martin Krieg (GWS) musste inzwischen verworfen werden, da an dieser Kreisstraße mindestens 7,5 Meter Abstand eingehalten werden müssten. Leider wäre der nötige Grund nicht vorhanden, bedauerte Böhm.

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Am Blühstreifen entlang des Radweges von der B15 Richtung Strohreit sei bereits eine robust Parkettmischung eingearbeitet worden. Vorbild sei hierbei Wasserburg gewesen. Ob diese jedoch die starken klimatischen Schwankungen in der letzten Zeit überstanden habe, sei fraglich.

Turmfalke auf dem Weg der Besserung

Am Schluss berichtete Böhm von einem geretteten Turmfalken, der sich beim Zusammenprall mit einem Bushäuschen verletzt hatte. Der Falke erhole sich langsam und das Bushäuschen habe nun entsprechende Aufkleber, damit so ein Unfall nicht wieder passiert.

Aufgaben des Umweltreferats

Die Aufgaben des Umweltreferats lägen vor allem in der Erkennung von, die Gemeinde betreffenden Umweltfragen und deren Einbringung in den Gemeinderat. Zudem stelle das Referat ein Bindeglied zwischen Bürgern, Gemeinde und Verwaltung in Naturschutzfragen dar, so die Referentin für Umwelt- und Naturschutz, Christine Böhm.

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